A Plague Tale: Innocence – im Test (PS4 / Xbox One)

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Meinung

Matthias Schmid meint: Enttäuschung ist ein hartes Wort – und obendrein nicht nur von der Sache abhängig, die enttäuscht, sondern auch von der Erwartungshaltung einer Person. Wenn Ihr also bislang nicht viel von A Plague Tale: Innocence gehört habt oder das Spiel nicht auf Eurer ”Das will ich 2019 unbedingt zocken”-Liste war, dann schaut einfach unten auf die Wertungszahl, die Euch sagt, dass es sich um einen richtig guten Titel handelt. Ich hatte definitiv viel Freude mit dem Game – aber meiner Meinung nach wäre deutlich mehr drin gewesen! Nur bedingt Schuld daran hat der simple Spielablauf – das gut funktionierende, aber etwas oberflächliche Schleichen und die wenig packenden Kämpfe gehen in Ordnung –, sondern die Tatsache, dass die Macher vielerorts zu dick aufgetragen haben. Die Welt ist stimmungsvoll und wird gut zum Leben erweckt, aber an der Stelle der Entwickler hätte ich auf zig blutig zernagte Mönchskadaver und Ratten-Tsunamis verzichtet (weniger ist manchmal mehr) und dem Spieler lieber die Möglichkeit gegeben, an ein paar Stellen das Schicksal zum Besseren zu wenden.

Tobias Hildesheim meint: Ich hatte A Plague Tale lange nicht auf dem Schirm und bin froh, ihm eine Chance gegeben zu haben. Entwickler Asobo Studio hat das von der Pest gebeutelte mittelalterliche Frankreich herrlich düster eingefangen. Viele Levelabschnitte jagten mir einen Schauer über den Rücken, in anderen staunte ich über ihre Natürlichkeit und die liebevollen Details. Auch für die sich stimmig entwickelnde Beziehung zwischen Amicia und ihrem Bruder Hugo gibt es einen Daumen nach oben. Leider sind die verschiedenen Spielmechaniken nur Mittel zum Zweck: Wenn man stirbt, liegt das meist an der trägen Steuerung, weniger an der KI oder anderen gewollten Hürden. Selbst für Schleich-Neulinge sollte der Durchmarsch bis zum Storyende kein großes Problem sein.

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moshschocker
1. Juli 2019 11:02

Ja, das stimmt schon irgendwo, trotzdem sollte das schon auch andersherum gewürdigt werden oder? Ich bin einfach total begeistert, wie heftig die Optik rockt. Das haben die wirklich irre gut hinbekommen. Und das finde ich halt schon bemerkenswert, wenn man eben bedenkt, wie unbekannt dieses Studio ist. Ich finde, solche Grafiken erwartet man dann eher bei den großen Studios mit massig Moneten im Nacken. Cool finde ich, dass so viele Leute ihren Spaß mit dem Teil haben 🙂

ChrisKong
30. Juni 2019 0:18

Habs aufgrund der Meinungen hier gekauft. Aber mich interessiert nicht, wie gross das Team war usw. Gewertet werden sollte das Resultat, nicht die Umstände.

D00M82
29. Juni 2019 17:32

Ich fand es auch großartig so für die Voraussetzungen des kleinen Studios und meinen Erwartungen. Ich hatte das Spiel nämlich auch kaum auf dem Schirm und war dann sofort positiv angetan.

Nipponichi
29. Juni 2019 14:46

Wenn ich bedenke, daß hier nur ein verhältnismäßig unbekanntes Studio am Werk war und was für eine gute Arbeit sie hier abgeliefert haben, da können sich die großen Studios eine gewaltige Scheibe abschneiden bei vielen Spielen. Ok, die Gesichtsmimik ist nicht so perfekt.

Die Schleicheinlagen, die Atmosphäre, die Optik, die Charaktere, mir hat das alles wirklich gefallen, auch daß es mal kein wirklich forderndes Spiel ist, tut zur Abwechslung mal richtig gut. Mir hat es verdammt gut gefallen und ist für mich dieses Jahr auch ein absoluter Überraschungshit, den ich erst ein paar Tage vor der Veröffentlichung entdeckt hatte.

moshschocker
29. Juni 2019 9:46

Ich muss sagen, dass ich die Wertung im Quervergleich zu anderen Games etwas streng finde. Vor allem die Optik ist doch wirklich sehr sehr gut gelungen. Wieso hier die 8/10 gezückt wurde, verstehe ich wirklich nicht mehr. Okay, die Mimik der Figuren ist jetzt nicht weltklasse, aber dafür sind die Umgebungsgrafiken, die Ausleuchtung und der Detailgrad wirklich aller erste Sahne.
Die Musik ist wunderbar, und ich finde es super, dass das Spiel nicht so wirklich fordert. Das passt sehr gut, dass man nicht hinter jeder Ecke den Tod erwartet. Man muss ab und an ein wenig überlegen, ansonsten bekommt man tolle Unterhaltung geboten. Für DAS Geld, DAS kleine Studio (soweit ich weiß) und die Liebe zum Detail wären aber locker minimum 5% mehr drin gewesen. Überzeichnung hin oder her. Das Setting und den Einfall mit der Plage finde ich übrigens sehr erfrischend.

bruenchen
28. Juni 2019 20:16

Ich hab es mir besser erhofft. Trotzdem gut… immerhin besser als Hellblade (pfuuuui) ?

MadMacs
28. Juni 2019 10:17

Ich bin jetzt im 9ten Kapitel und muss sagen, mir gefällt es richtig gut. Geht leicht von der Hand und macht Laune.

Zerodjin
27. Juni 2019 20:43


…vielleicht nicht ganz “pfui”, aber die psychologischen Klischees in “Hellblade” haben bei mir alles andere als Zustimmung oder Begeisterung ausgelöst, vorsichtig formuliert…
Mein Briefkasten wartet immer noch auf “A Plague Tale: Innocence” und hoffe das ich gegen die von Dir beschriebenen Effekte resistent bin.

Maverick
27. Juni 2019 18:27

Also ich fand plague tale richtig gut. Tolle Optik, tolle Story, hugo und amicia wachsen einem richtig an Herz und ich hab Lust auf einen zweiten Teil.
Kommt für mich in diesem Jahr direkt nach days gone.

Daddler
27. Juni 2019 16:07

Schönes kleines Schleichspiel, dass leider kaum fordert. Die Atmosphäre und Optik sind klasse, die Spielmechanik flutscht. Mir ging nur hin und wieder Hugo ein wenig auf den Sack.

NikeX
27. Juni 2019 16:00

Die angesprochenen zwischenmenschlichen Details sind uns auch aufgefallen. Und das Spiel kommt bei Frauen gut an. Zwei, die ich kenne, mögen es. Die Mimik auf Niveau Augsburger Puppenkiste 80er Jahre ist schade. Das stört. Und es stimmt, alles wirkt zu dick aufgetragen. Gegen Ende viel zu überzeichnet. Dass die Kirche so kritisch dargestellt wird finde ich sehr interessant. Ich glaube zuletzt war das so bei der japanischen Version von Maken X. Da gabs auch einen Kampf, gegen den besessenen Papst, im Vatikan. Ich glaube, die Sprecherin von Plague Tale ist die gleiche Person wie in The Town of Light. Für mich das bessere Hellblade (pfui).