A Plague Tale: Innocence – im Test (PS4 / Xbox One)

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Wenn sich der kleine Hugo bei seiner älteren Schwester entschuldigt, dass er so große Angst hat; wenn er in seiner kindlichen Art fragt, warum sie denn dem Ackerdukt folgen müssten (er meint Aquädukt, kann das Wort aber nicht richtig aussprechen); oder wenn er für kurze Zeit die Schrecken von Krieg und Vertreibung vergisst und am Fluss ­Fröschen nachjagt, dann ist A Plague Tale: Innocence am ­stärksten! Die anfangs zögerliche, bald inni­ge, immer wieder auch brüchige Beziehung zwischen der (notgedrungen) ­toughen großen Schwester und dem jüngeren, kränklichen Bruder ist der eigentliche Star des Spiels.

Bereits in den ersten Minuten verlieren die beiden adligen Sprösslinge alles, was ihrem Leben Halt gab: ihre Eltern und ihr Zuhause. Sie werden zu Flüchtlingen, zuerst vor der Inquisition, dann vor einem wütenden Mob, der im Angesicht der Pest wenig Loyalität gegenüber dem Hause de Rune zeigt, und natürlich vor den Ratten, die im Verlauf des Spiels zu einer konstanten Bedrohung werden. Die sind weit mehr als eine Schar unbeliebter ­Nager, die Vorräte anknabbern und Krankheiten übertragen; sie sind eine Manifestation der großen Pestilenz, die das mittelalterliche Frankreich in Atem hält. Und sie treten in gigantischer Zahl auf, wogen und wabern wie eine tödliche Flut aus Leibern und glühenden Augen. Sie verschlingen jeden, der ohne Lichtquelle in ihre Nähe gelangt. Das klingt recht reißerisch – und an vielen Stellen ist A Plague Tale: Innocence das auch. Der Kontrast zu ruhigen, teils intimen Momenten, wo Amicia mal mit Hugo schimpft, mal ihn sanft auf ihren Schultern trägt, weil er zu müde zum Weiterlaufen ist, ist krass: Kurze Zeit später seht Ihr Hunderte Kadaver verwesender Schweine am Wegesrand oder kriecht durch einen von den Ratten ”erbauten”, unter­irdischen Korridor aus schwarzem Schleim, toten Leibern und Gebeinen; andernorts bittet Euch ein Soldat, dem die Nagetiere den Unterleib abgefressen haben, um Erlösung von seinen Qualen. A Plague Tale: Innocence ist ein Spiel mit Kindern, aber ganz ­sicher kein Spiel für Kinder!

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11 Kommentatoren
moshschockerChrisKongD00M82Nipponichibruenchen Letzte Kommentartoren
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moshschocker
I, MANIAC
Maniac
moshschocker

Ja, das stimmt schon irgendwo, trotzdem sollte das schon auch andersherum gewürdigt werden oder? Ich bin einfach total begeistert, wie heftig die Optik rockt. Das haben die wirklich irre gut hinbekommen. Und das finde ich halt schon bemerkenswert, wenn man eben bedenkt, wie unbekannt dieses Studio ist. Ich finde, solche Grafiken erwartet man dann eher bei den großen Studios mit massig Moneten im Nacken. Cool finde ich, dass so viele Leute ihren Spaß mit dem Teil haben 🙂

ChrisKong
I, MANIAC
Epic MAN!AC
ChrisKong

Habs aufgrund der Meinungen hier gekauft. Aber mich interessiert nicht, wie gross das Team war usw. Gewertet werden sollte das Resultat, nicht die Umstände.

D00M82
Moderator
Epic MAN!AC
D00M82

Ich fand es auch großartig so für die Voraussetzungen des kleinen Studios und meinen Erwartungen. Ich hatte das Spiel nämlich auch kaum auf dem Schirm und war dann sofort positiv angetan.

Nipponichi
I, MANIAC
Maniac
Nipponichi

Wenn ich bedenke, daß hier nur ein verhältnismäßig unbekanntes Studio am Werk war und was für eine gute Arbeit sie hier abgeliefert haben, da können sich die großen Studios eine gewaltige Scheibe abschneiden bei vielen Spielen. Ok, die Gesichtsmimik ist nicht so perfekt.

Die Schleicheinlagen, die Atmosphäre, die Optik, die Charaktere, mir hat das alles wirklich gefallen, auch daß es mal kein wirklich forderndes Spiel ist, tut zur Abwechslung mal richtig gut. Mir hat es verdammt gut gefallen und ist für mich dieses Jahr auch ein absoluter Überraschungshit, den ich erst ein paar Tage vor der Veröffentlichung entdeckt hatte.

moshschocker
I, MANIAC
Maniac
moshschocker

Ich muss sagen, dass ich die Wertung im Quervergleich zu anderen Games etwas streng finde. Vor allem die Optik ist doch wirklich sehr sehr gut gelungen. Wieso hier die 8/10 gezückt wurde, verstehe ich wirklich nicht mehr. Okay, die Mimik der Figuren ist jetzt nicht weltklasse, aber dafür sind die Umgebungsgrafiken, die Ausleuchtung und der Detailgrad wirklich aller erste Sahne.
Die Musik ist wunderbar, und ich finde es super, dass das Spiel nicht so wirklich fordert. Das passt sehr gut, dass man nicht hinter jeder Ecke den Tod erwartet. Man muss ab und an ein wenig überlegen, ansonsten bekommt man tolle Unterhaltung geboten. Für DAS Geld, DAS kleine Studio (soweit ich weiß) und die Liebe zum Detail wären aber locker minimum 5% mehr drin gewesen. Überzeichnung hin oder her. Das Setting und den Einfall mit der Plage finde ich übrigens sehr erfrischend.

bruenchen
I, MANIAC
Profi (Level 3)
bruenchen

Ich hab es mir besser erhofft. Trotzdem gut… immerhin besser als Hellblade (pfuuuui) 😁

MadMacs
I, MANIAC
Maniac
MadMacs

Ich bin jetzt im 9ten Kapitel und muss sagen, mir gefällt es richtig gut. Geht leicht von der Hand und macht Laune.

Zerodjin
I, MANIAC
Intermediate (Level 3)
Zerodjin

NikeXNikeX
…vielleicht nicht ganz “pfui”, aber die psychologischen Klischees in “Hellblade” haben bei mir alles andere als Zustimmung oder Begeisterung ausgelöst, vorsichtig formuliert…
Mein Briefkasten wartet immer noch auf “A Plague Tale: Innocence” und hoffe das ich gegen die von Dir beschriebenen Effekte resistent bin.

Maverick
I, MANIAC
Maniac (Mark III)
Maverick

Also ich fand plague tale richtig gut. Tolle Optik, tolle Story, hugo und amicia wachsen einem richtig an Herz und ich hab Lust auf einen zweiten Teil.
Kommt für mich in diesem Jahr direkt nach days gone.

Daddler
I, MANIAC
Maniac
Daddler

Schönes kleines Schleichspiel, dass leider kaum fordert. Die Atmosphäre und Optik sind klasse, die Spielmechanik flutscht. Mir ging nur hin und wieder Hugo ein wenig auf den Sack.

NikeX
I, MANIAC
Profi (Level 3)
NikeX

Die angesprochenen zwischenmenschlichen Details sind uns auch aufgefallen. Und das Spiel kommt bei Frauen gut an. Zwei, die ich kenne, mögen es. Die Mimik auf Niveau Augsburger Puppenkiste 80er Jahre ist schade. Das stört. Und es stimmt, alles wirkt zu dick aufgetragen. Gegen Ende viel zu überzeichnet. Dass die Kirche so kritisch dargestellt wird finde ich sehr interessant. Ich glaube zuletzt war das so bei der japanischen Version von Maken X. Da gabs auch einen Kampf, gegen den besessenen Papst, im Vatikan. Ich glaube, die Sprecherin von Plague Tale ist die gleiche Person wie in The Town of Light. Für mich das bessere Hellblade (pfui).