Blackwater – im Test (360)

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Na Bravo! Nach gefühlten 239 Spielen rund um die amerikanische Armee hat nun auch die private US-Sicherheits- und Söldnerfirma Blackwater ihr Spiel. Zwar heißt die Eingreiftruppe (die u.a. im Irak und Somalia eingesetzt wurde) mittlerweile Xe Services, der Name ’Blackwater’ ist beim US-Zielpublikum aber bekannter. Zum Glück gelingt es dem von vorn bis hinten vermurksten Spiel nicht, die umstrittene Privatarmee (deren Mitarbeitern u.a. die Erschießung von 17 irakischen Zivilisten vorgeworfen wird) in ein besseres Licht zu rücken.

Spielerisch erwartet Euch ein kinectifizierter Lightgun-Shooter, den Ihr mit der bloßen Hand steuert. In Ego-Sicht hetzen Eure Söldner durch fiktive Kriegsschauplätze – auf fest vorgegebenen Pfaden nur hin und wieder wählt Ihr an einer Abzweigung den Weg. Neben dem Dauergeballere (das aufgrund der fehlenden Knarre an die Machtanwendung der Jedi erinnert), fordern gelegentliche Quick-Time-Events Eure Reaktionen: Um Türen einzutreten oder Euch eine Wand hochzuziehen, ahmt Ihr die Bewegungen in echt nach.

Größter Pluspunkt des Spiels ist das Deckungssystem, das Euch dazu bringt, im Wohnzimmer ”Matrix”-ähnliche Ausweichbewegungen zu vollführen. Davon abgesehen wirkt Blackwater in fast jeder Hinsicht stümperhaft: Die Grafik ist grob und sieht billig aus, die Feindmodelle könnt Ihr an einer Hand abzählen. Die Geschichte: überflüssig. Die Protagonisten: unsympathisch. Hinzu kommt die zeitverzögerte Abfrage des Zielens sowie das Manko, dass Aktionen wie Nachladen oder Granatenwurf oft nicht erkannt werden. Aufgrund des fehlenden Tutorials müsst Ihr die Bewegungskommandos zudem im Handbuch nachschlagen. Allen Kinect-Fehlern zum Trotz spielt sich ”Blackwater” mit Pad noch übler: Die horizontal invertierte Steuerung ist träge, die Lahmarschigkeit der Action fällt noch stärker auf.

+ sportliches Deckungssystem
+ Ballern funktioniert ordentlich,…

– jedoch ist die Gesten-Erkennung zeitverzögert
– superdumme Story
– Sondergesten wie Granatenwurf und Waffenwechsel werden nicht immer erkannt
– altbackene Grafik
– unfassbare wenige Gegnertypen
– wer stirbt, muss jede Mission von vorn starten
– viereckige Äpfel

Matthias Schmid meint: Hätte ja nicht gedacht, dass es der drittbesten (aka der schlechtesten) Bewegungssteuerung mal gelingen würde, ein Spiel aufzuwerten. Aber: Dank Kinect macht der übelste Railshooter, den ich seit Jahren gespielt habe, sogar ein wenig Laune. Ducken, zur Seite hechten, wie ein Jedi Gegner erschießen – das tröstet kurzzeitig über die üble Grafik, die immer gleichen Gegnermodelle und die Hampel-Animationen hinweg. Trotzdem nerven mich die nicht vorhandenen Rücksetzpunkte und das übertriebene Auto-Aim. Wer immer über Call of Duty motzt, dem empfehle ich eine Runde Blackwater via Gamepad, dann habt Ihr Eure grottige Schießbude.

Tatsächlich besser mit Kinect: So wird aus einer ganz schäbigen Schießbude für sehr kurze Zeit ein leidlich launiger Ballersport.

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