
Meinung
Matthias Schmid meint: Trotz des nervigen Patriotismus und der allgegenwärtigen Gewaltverherrlichung habe ich Call of Duty 4 genossen wie selten ein Spiel zuvor. Das liegt zuallererst an der bombastischen Optik und der packendsten Präsentation der Videospielgeschichte. Beim Schleichgang in Tschernobyl, der Panzerbefreiung im Sumpf oder den derbsten Häuserschlachten, die ich je gespielt habe, schlägt mein Herz beinahe so heftig wie die Membran im Subwoofer. Wunschlos glücklich bin ich ebenso in puncto Steuerung und Abwechslung – Langeweile, was ist das noch mal? Die Animationen meiner Verbündeten sind superb, die Waffenauswahl lässt keine Wünsche offen. Gerade für mich als Freund von Snipereinsätzen und der geduldigen ’Ballern-Deckung-Nachladen’-Vorgehensweise ist Call of Duty 4 die Erfüllung eines lang gehegten Ego-Shooter-Traums.
Oliver Schultes meint: In puncto dramatischer Inszenierung eines Krieges kann Call of Duty 4 zurzeit kein Game das Wasser reichen. Beim Spielablauf sieht’s allerdings anders aus: Half-Life 2: The Orange Box oder BioShock haben weit mehr auf dem Kasten. CoD 4 steckt Euch nämlich enge Grenzen, in denen Ihr Euch bewegen dürft. Das heißt: Ihr hangelt Euch von einem vorbestimmten Ereignis zum nächsten und nur wenn Ihr unsichtbare Linien überschreitet, geht’s weiter. Das funktioniert meist problemlos (Ihr lauft dem Befehlshaber hinterher), an einigen Stellen nervt’s aber (Ihr müsst unlogischerweise voranstürmen, damit der ganze Trupp folgt). In den chaotischen Massenschlachten geht schließlich oftmals die Übersicht flöten. Aber: Ich meckere hier auf höchstem Niveau!
Michael Herde meint: Stroboskopartiges Mündungsfeuer schneidet durch die Dunkelheit, als ich angeschlagen unter einem Bürotisch kauere – in diesem Moment wurde mir die zynische Kriegstreiberei zu viel und ich spielte BlackSite zur Entspannung. Einen derart intensive Ego-Shooter-Geisterbahn habe ich noch nicht erlebt. Im Sekundentakt brechen gescriptete Höllenszenarien los und lassen kaum Zeit zum Durchatmen. An sich grandios, wenn der geschmacklose US-Patriotismus nicht so unangenehm wäre.
Ulrich Steppberger meint: Der Hauruck-Patriotismus der Solo-Kampagne stört mich nicht weiter, das muss man eben als gegeben hinnehmen. Schade finde ich eher, dass es keine Koop-Option gibt – gerade online wäre das noch das Sahnehäubchen gewesen. Apropos online, besser als bei CoD 4 geht’s fast nicht mehr. Okay, Halo 3 hat vielleicht zusätzlichen Editor-Schnickschnack, aber Infinity Wards Bombastballerei brilliert auch so mit großartig aussehenden Maps, zahlreichen gelungenen Spielmodi und vielen Extras – das Hochleveln macht deshalb einfach gnadenlos viel Spaß. Selbst mich als bestenfalls mäßig begabten Ego-Shooter-Spieler hat’s richtig gefesselt, da sich die ersten Erfolge schnell einstellten.









Der intensive Ego – Shooter und denkwürdigen Level auf Konsole erlebt habt. Schade, das in der Kriegsschauplatz nie hinterfragt, was das ganze soll?
Aus einer Zeit als CoD noch relevant war – zumindest was den SP angeht.