Dante’s Inferno – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Das heißt jedoch nicht, dass Dantes Repertoire eingeschränkt wirkt – im Gegenteil: Wer nach und nach fleißig Seelenpunkte sammelt, verfügt bald über eine Vielzahl an satt inszenierten Sensen­angriffen – mal attackiert Ihr aus dem Block heraus, mal rauscht Dante von oben auf seine Feinde hernieder.

Dazu kommt Dantes treuester Reisegefährte – das heilige Kreuz seiner Beatrice: Mit dessen erleuchtenden Energiestößen scheucht Ihr Dämonen zurück und holt fliegende Feinde vom Himmel – später im Spiel lasst Ihr auch Schockwellen vom Stapel. Wann Euch all diese Moves zur Verfügung stehen, hängt größtenteils von Eurer Spielweise ab: Greift sich Dante nämlich einen geschwächten Gegner, entscheidet Ihr, ob er hingerichtet oder erlöst wird – je nach Entscheidung wandern ’heilige’ oder ’unheilige’ Punkte auf Euer Konto. Gleiches gilt für zusammengekauerte Sünder, auf die Ihr immer wieder stoßt: Entweder Ihr metzgert sie gnadenlos nieder oder erteilt ihnen die letzte Weihe – dann entscheidet ein eintöniges Minispiel über die Höhe der gewonnen Heiligkeitspunkte. ­Diese Punkte braucht Ihr, um die Stufen der heiligen bzw. unheiligen ’Karriere­leiter’ emporzuklettern – erst dann könnt Ihr die Moves der jeweiligen Stufen hinzukaufen.

Fehlt noch die dritte Komponente im Kampfsystem von Dante’s Inferno – die Zauber. Unterhalb Eures grünen Lebensbalkens prangt eine violette Magieanzeige, die die (aufrüstbaren) Zauberangriffe befeuert, mit deren Hilfe Dante noch effektiver kämpft. Nachdem Ihr sie geschlagenen Endgegnern abgenommen oder im Menü gekauft habt, legt Ihr bis zu vier Magieattacken auf die Buttons. Spätestens, allerspätestens jetzt sollten PlayStation-2-Besitzer aufhorchen: Ein Hack’n’Slay mit Finishing Moves und Ausweichrolle, bei dem man vier Zaubersprüche auf die vier Knöpfe legt? Wer hat hier ”God of War” gesagt? Gibt es dann etwa auch Kisten mit Lebensenergie und Magie, Quick-Time-Events bei den Bossfights, kleine Rätseleinlagen und eine fixe Kamera? Ja! Ja! Ja! Und nochmals: ja! Böse Zungen heißen Dante’s Inferno ein God of War mit anderem Setting und neuem Helden! Und sie haben Recht – auf das ­Wesentliche heruntergebrochen, ist das Spiel eine kompetente Kopie von Sonys Actionhit. Das fängt beim grundlegenden Spielablauf an, geht bei der Knopfbelegung weiter und hört bei den eben beschriebenen Zauberangriffen noch nicht auf.

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JonnyRocket77
12. März 2026 17:25

War mein erstes Spiel für die 360.. hatte viel Spaß damit. Hätte nichts gegen einen Nachfolger gehabt.

Max Snake
9. März 2026 20:20

Sehr gutes God of War Klon von Visceral Games, auch wenn es etwas kurz wurde und miesen Cliffhanger hat.