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Doch zum Glück ist nicht nur die Steuerung so präzise wie das Design geistreich – Visceral Games peppen das God of War-Gerüst mit kleinen Details auf. Die augenscheinlichste ’Eigenkreation’ sind die Reliquien. Diese wertvollen Artefakte sind überall in der Hölle versteckt – mal in einem besonders knackigen Feind, mal an einer schwer erreichbaren Stelle. Im Inventar belegt Ihr zwei Slots mit den gefundenen Reliquien, die Effekte sind derartig vielfältig, dass sich das mehrmalige Durchspielen lohnt: Mancher Gegenstand macht immun gegen eine bestimmte Attacke, ein anderer garantiert mehr Seelenpunkte oder eine um 10 Prozent gesteigerte Chance auf einen kritischen Konter. Je länger Ihr die Gegenstände ausgerüstet habt, desto mächtiger werden sie; steigt Dante im Rang auf, kann er bis zu zwei weitere Reliquien-Slots kaufen.
Was Dante dem ollen Spartiaten ebenfalls voraus hat, ist die Fähigkeit, ein Reittier zu erklimmen; das lernt Kratos nämlich erst im kommenden dritten Teil – so viel hatte die God of War III-Demo schon verraten. Hat Dante ein Monster per Quick-Time-Einlage gezähmt, poltert Ihr mit trägen Kontrollen und drei wuchtigen Schlag- und Feuerspei-Angriffen durch die Unterwelt – spielerisch sind diese Intermezzi einfach gestrickt. Da sich ihre Dauer und Häufigkeit aber in Grenzen halten, sind sie schon wieder vorbei, bevor es langweilig wird.
Grundsätzlich haben die Entwickler eine schöne, zirka zehnstündige Mischung aus folgenden Zutaten erschaffen: Kämpfe (gerne mal in einer von Feuerwänden begrenzten Arena), Mini-Rätsel (weniger komplex als in God of War), Bossduelle (einfallsreich und optisch wuchtig) und Kletterpassagen. Letztere dienen meist als Bindeglieder zwischen den Höllenkreisen und setzen sich aus Sensenschwüngen, Wandläufen und ’Alles stürzt ein’-Hüpfparcours zusammen. Dass Ihr ab und an ins Nirwana trudelt, ist zu verschmerzen – Speicher- und Respawnpunkte sind großzügig verteilt. Außerdem unterbindet es das Spiel, an vielen Stellen abzustürzen – wenn Dante nicht über eine Kante springen soll, dann darf er das auch nicht! Die beliebte unsichtbare Wand als Form der Spielergängelung ist zwar nicht allgegenwärtig, hält Eurem Forscherdrang aber doch zu oft ein hässliches Stoppschild vor die Nase.
Habt Ihr das Abenteuer einmal beendet, schaltet Ihr die höchste Schwierigkeitsstufe und einen langweiligen Challenge-Modus frei. Klickt Euch zudem durch Galerien oder informiert Euch über das Leben Dante Alighieris. Reizvoller ist ein Blick ins umfangreiche Bestiarium oder die Geschichten der in der Hölle schmorenden Sünder. Besonders praktisch schließlich finden wir die Option, das Spiel mit Eurem aufgelevelten Helden (auf einer beliebigen Stufe) noch einmal zu bewältigen.











War mein erstes Spiel für die 360.. hatte viel Spaß damit. Hätte nichts gegen einen Nachfolger gehabt.
Sehr gutes God of War Klon von Visceral Games, auch wenn es etwas kurz wurde und miesen Cliffhanger hat.