Dragon Age II – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Im Laufe der Jahre verändert Ihr nicht nur Hawkes Leben, sondern auch das Bild seiner Stadt durch Eure Entscheidungen. Je nachdem, wie Ihr Euch in Schlüssel­situationen entscheidet, welche Geschäfts- und ­Sexualpartner Ihr wählt und wie Ihr in der Unmenge durchweg hervorragend geschriebener bzw. gesprochener Dialoge reagiert, beschreibt Varrric Euren Hawke letztendlich als gefeierten Volkshelden oder gefürchteten ­Wutbürger. Der Fokus liegt diesmal also nicht so sehr auf der Schilderung epischer Schlachten, sondern auf der ­emotional glaubwürdigen Erzählung von Lüsten und Leiden der Spielcharaktere. Das liegt nicht zuletzt an Kirkwall selbst, das Euch im Laufe des Spiels so vertraut wird wie ein fünftes Gruppenmitglied.

Kirkwall ist die detailreichste und wandlungsfähigste Stadt, die Bio­Ware bislang spielbar machte. Alle Gebiete, von der grandiosen Oberstadt über die trutzige Galgenburg bis zu den ärmlichen Gassen und Tunneln im Bauch des Armenviertels, wirken organischer und weniger aus grafischen Standardteilen zusammengesetzt als etwa Fereldens Haupstadt Denerim aus ­Dragon Age: Origins.

Architektur und Wandfresken künden von der düsteren Vergangenheit Kirkwalls als Zentrum des Sklavenhandels. Verbindungen zum Tevinter Imperium und eine erschreckend präsente Minderheit gewaltbereiter Qunari, vor allem aber der schwelende Konflikt zwischen Magiern und Kirche bereiten nach und nach die Bühne für Hawkes Auftritt als Champion. Dabei fängt das Stadtleben eher als Kammerspiel an. Mühsam wird das Familien­anwesen zurückgewonnen. Hawke zieht aus seinem ärmlichen Wohnsitz in die Oberstadt und bekommt als Diener den aus Dragon Age: Origins bekannten Zwergenhändler Bodahn Feddic nebst magie­begabtem, aber ­nichtsdestoweniger debilem Sohnemann Sandal. ­Aveline steigt zur Chefin der Stadtwache auf, Hawke wird Besitzer einer halben Mine und er komplettiert seine Party.

Dann wechselt der Grundton des Spiels: Unglücksfälle, Verrat und Gewalt treiben als Vorboten des ­finalen Aktes die Dramatik auf die Spitze. Dabei bleibt die Handlung bis auf wenige Ausnahmen auf Kirkwall beschränkt. Das hat, bei aller Intensität, auch einen negativen Effekt, denn sobald Ihr nach stundenlangen Erkundungstouren jeden Winkel der Stadt kennt und nur noch sporadisch neue Türen zu bislang verborgenen Örtlichkeiten aufgehen, wächst auch wieder die Sehnsucht nach einer guten alten Heldenreise.

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Max Snake
13. August 2026 16:01

Mir hat es gefallen.