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Auf Knopfdruck übernehmen also ihre Homunkuli das Kämpfen für sie. Sie schlagen mit Schwert und Axt zu, nehmen Feinde mit Schusswaffen aus sicherer Entfernung aufs Korn, durchbrechen die feindliche Deckung oder helfen mit einer nützlichen Schnellreisefunktion von Speicherpunkt zu Speicherpunkt. Mit gefundenen Gegenständen verstärkt Ihr vorhandene Fähigkeiten oder erlernt neue Aktionen. Rohstoffe investiert Ihr dagegen bei einem freundlichen Händler in der Unterstadt in Ausrüstung und andere Upgrades, die Ihr Eurer Figur für bessere Charakterwerte anlegt. Besiegte Gegner bringen Euch zudem Erfahrungspunkte, die für regelmäßige Stufenanstiege sorgen. Und wer die wunderbar designte Umgebung gründlich durchforstet, findet auch noch weitere optionale Upgrades, die Euch beispielsweise gewisse Status-Immunitäten oder eine etwas längere Lebensleiste verleihen.
Insbesondere letztere Verbesserung ist sehr willkommen, denn die meisten Gegner hauen ziemlich hart zu, selbst aggressives Kleinvieh kann Euren Lebensbalken schnell empfindlich reduzieren. Da ist es gut, dass Ihr eine begrenzte Menge an Ladungen habt, mit denen Ihr Euch in einem ruhigen Moment regeneriert. Bei den Speicherpunkten füllen die sich wieder komplett auf – besser ist es aber, Ihr lernt die Bewegungsmuster von regulären Feinden und Bossgegnern und arbeitet an Eurem Ausweichtiming. Ebenso wichtig ist allerdings ein gutes Auge für die Umgebung: Die verfallene Welt steckt voller Geheimnisse, Entdeckungen und optionaler Aufgaben. Zum Glück ist die Karte, die automatisch Eure Fortschritte vermerkt, übersichtlich gestaltet und lässt nur wenige Fragen offen.
Oft ambivalent geben sich dagegen die Welt und ihre Bewohner: Nur wer nach Notizen Ausschau hält und mit Menschen und Homunkuli redet, kann sich Stück für Stück zusammenreimen, was hier tatsächlich vor sich geht. Über all dem schwebt der bereits erwähnte Schleier der Melancholie, wie ihn gerade japanische Entwickler meisterhaft beherrschen. Die Musik ist oft ruhig und von wortlos-klagendem Gesang getragen. Trotz aller Schrecken und allen Verfalls ist die Welt von einer herrlich morbiden Schönheit, der man sich nur schwer entziehen kann. Und wer die ähnlich wertschätzt wie die Entwickler von Ender Magnolia, der wird tief in diesem Universum versinken und jeden Moment darin genießen.























Das Spiel hat mir auch richtig gut gefallen. Neben Nine Sols ein herausragendes Metroidvania dieses Jahr. Die Bosse waren mir anfangs zu leicht, aber die Kämpfe wurden schon um einiges fordernder im Spielverlauf.
@Thomas Was ich aber nicht verstanden habe, warum dir Ender Magnolia eine deutlich höhere Wertung als Nine Sols wert war. Ich fand beide gleich auf, nur das sie andere Schwerpunkte setzen. Bei Nine Sols sind es definitiv eher die Bosskämpfe, die denen in Ender Magnolia deutlich überlegen sind. Zudem fand ich die Story bei Nine Sols wesentlich besser erzählt als bei Ender.