F1 World Grand Prix – im Klassik-Test (DC)

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Wie gewohnt besteht das Meis­ter­schaftswochenende aus mehr als nur dem Sonntags-Rennen. Nach den Trai­ningsläufen am Freitag und Samstag tretet Ihr zur Qualifikation an, die hier im Gegensatz zu anderen Simulationen obligatorisch ist. Wer frühzeitig die Jagd nach der Bestzeit abbricht, scheidet aus und darf nicht am Rennen teilnehmen. Zwischen den Vor­läufen könnt Ihr Euren Boliden natürlich noch ein bisschen feinjustieren. Aller­dings schaffen es wohl nur benzinblütige Experten, die karg aufbereiteten Tele­metriedaten richtig zu deuten und sie auf dem gleichermaßen spartanischen Tuning­bildschirm umzusetzen. Alle anderen verlassen sich auf die Vorein­stellungen oder testen ihre Experimente im Bereich Flügel, Bremsen oder Übersetzung bei einer kleinen Spritztour aus (experimentell erscheint übrigens auch die Übersetzung der Bildschirmtexte, aber das nur nebenbei).

Dank der Dreamcast-Hardware erwartet Euch im Renngeschehen eine Grafik, die PS-Freaks auf Playstation oder N64 die Tränen in die Augen treibt. Plastisch gezeichnete Bäume säumen den Hinter­grund, in den wogenden Zuschauer­tribünen werden Fahnen geschwenkt, transparente Staub- und Rauchwolken vernebeln die Sicht und die Rennwägen ziehen hochglanzpoliert und mit vielen Details ausgestattet ihre Bahnen. Auch Pop-Ups werdet Ihr keine feststellen, wohl aber spürbare Einbrüche der Bild­rate, die oftmals überraschend auftauchen. Fünf Kameraperspektiven stehen Euch beim Kampf um die Spitze zur Verfügung, wobei besonders durch die Cockpit-Ansicht samt schaltenden Fahrerhänden und funktionsfähigen Rückspiegeln realistisches F1-Flair aufkommt. Allerdings wurde an einem Live-Kommentator gespart. Die einzige Stim­me, die aus den Lautsprechern dringt, spricht englisch und gibt Euch Hinweise zu Zeitabständen und Tankfüllung. Für alle Spieler, die der Fremdsprache nicht mächtig sind, werden deutsche Untertitel eingeblendet.

Habt Ihr im Anfänger­modus mit ein bisschen Übung selbst gegen intelligent eingestellte Gegner beste Chancen auf die Pole, stellt Euch der Simulations­modus mit seiner knallharten Fahrphysik vor eine ­schier unlösbare Aufgabe. Verbremser und überhöhte Kurvenge­schwin­digkeit lassen Euren Wagen Pirouetten drehen, von Gras und Matsch beschmutzte Reifen bremsen Euch gnadenlos ab. Auch Unfälle wirken sich im realistischen Modus unangenehm aus. Mit beschädigten Reifen z.B. bleibt Euch nur der Weg in die Box, um nicht ewig den Aus­bruchsversuchen des Wa­gens gegenlenken zu müssen oder gar den Pneu vollständig zu verlieren. Habt Ihr’s schließlich doch an die Spitze geschafft, dürft Ihr Eurem Alter Ego in der Sieger­ehrung bei einer feuchtfröhlichen Cham­pagnerorgie zusehen.

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