Geist – im Klassik-Test (GC)

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Meinung

Janina Wintermayr meint: Die amerikanische Print-Presse ließ am Gamecube-exklusiven Ego-Abenteuer kein gutes Haar – zu unrecht. Sicher hat Geist seine Schwächen, als da wären die überholte Grafik, die kaum vorhandene Gegner-KI und die für einen Ego-Shooter latent unpräzise Steuerung. Hätte das Spiel nun nichts oder nur wenig auf der Haben-Seite zu verzeichnen, wären die Wertungen der transatlantischen Redakteure gerechtfertigt. Dem ist jedoch nicht so. Ganz im Gegenteil: Geist bringt frischen Wind in ein Genre, wo mitunter ziemliche Eintönigkeit herrscht. Entwickler n-Space vermixt geradlinige Ego-Action mit bewährten Adventure-Elemente und würzt mit einer Prise pfiffiger Eigenidee nach. Als Astral­wesen Besitz von Gegenständen zu ergreifen und Leute zu erschrecken, macht einen Heidenspaß und motiviert dank Abwechslungsreichtum sowie intelligenter Story bis zum Ende. Leider wird das Potenzial der Geisterfähigkeiten nur angekratzt, auch die technische ­Umsetzung lässt zu Wünschen übrig. Trotzdem überwiegen die Vorteile klar die Kritikpunkte: Geist ist in jedem Fall einen Blick wert.

Oliver Schultes meint: So intelligent das Konzept, so enttäuschend die Umsetzung: Ich will gar nicht über die altbackene Grafik und die dezent ungenaue Steuerung meckern – das könnte ich ja noch verschmerzen. Vielmehr nerven mich die vielen Einschränkungen im Spielverlauf, denn die versprochene ­‘Geistige Freiheit’ ist eine Mogelpackung. Der Verlauf einer Mission: durch die wenigen in Besitz nehmbaren Gegenstände und Personen ­linear vorgegeben. Die Ballerabschnitte: dank dummer Gegner keine Herausforderung. Nur selten blitzt das ­Potenzial des Ego-Abenteuers auf, zum Beispiel wenn Ihr die Szenarien als Ratte oder Motorrad aus ungewohnter Perspektive erkundet. Leider setzen unüberwindbare, nicht immer nachvollziehbare Levelgrenzen dem Forscherdrang schnell ein Ende.

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