Hitman GO – im Test (PS4)

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Mit den üblichen Hitman-Spielen hat GO fast nur das Killer-Setting gemein – die Spielmechanik des vor fast zwei Jahren schon auf iOS und Android veröffentlichten Rundentaktik-Spiels ist eine ganz andere: Per Analogstick (auf Vita optional per Touchfinger) schiebt Ihr einen stocksteifen Agent 47 über virtuelle Spielfelder. Die begehbaren Wege sind stets im rechten Winkel angeordnet (großes Bild), pro Runde kommt Ihr nur ein Feld voran – Eure Feinde übrigens auch. Das solltet Ihr tunlichst bedenken! Denn Ihr müsst es so anstellen, dass Ihr mit einem Zug zu einem Gegner hinkommt und ihn so aus dem Spiel nehmt. Die anderen Figuren bewegen sich im selben Zug, aber einen Wimpernschlag später als der Hitman. Deshalb ist es tödlich, wenn Ihr auf ein Feld rutscht, wo im selben Zug auch ein Feind hinfahren wird.

Eine KI gibt es nicht, die Wachen agieren nach Mustern: Gelbjacken patrouillieren auf geraden Wegen, braune Feinde laufen Rundkurse ab. Grün gewandete Gegner bleiben am Fleck, schauen aber jede Runde in eine andere Richtung, Polizisten mit Hund wiederum heften sich an Eure Fersen. Damit Ihr trotzdem lebend zum Levelausgang gelangt, nutzt Ihr nicht nur Euer taktisches Gefühl fürs richtige Herumfahren, sondern auch Items und Spielkniffe: Per Steinwurf lenkt Ihr Wachen an andere Orte, mit Schlüsseln sperrt Ihr Türen auf, durch Falltüren gelangt Ihr ans andere Ende eines Raums, durch Verkleidungen seid Ihr für gleichfarbige Wachen unsichtbar. Oder Ihr nutzt im Level liegende Waffen für Todesschüsse. Kniffliger ist die Verwendung von Uhren-Items: Lauft darüber, damit die Gegner ein Feld weiter ziehen, ohne dass Ihr Euch bewegt. Das kann entscheidend sein, weil Ihr den Spielrhythmus durcheinanderbringt und einem Feind in den Rücken fallen könnt.

Hitman GO fühlt sich nicht nur an wie ein digitales Brettspiel – es sieht auch so aus: Das fängt beim Level-Auswahlbildschirm an (im Look von Brettspiel-Boxen) und hört bei den Plastik-Figuren (samt schwarzem Standfuß) nicht auf – z.B. werden auch erlegte Feinde wie beim Schach neben dem Spielbrett aufgereiht.

5 Tutorials und 86 Levels warten – in jeder Stage gibt es 2 Zusatzziele: Oft müsst Ihr einen Koffer sammeln oder mit möglichst wenig Zügen zum Ausgang gelangen gelegentlich wird aber auch ein Rolltreppen-Kill oder das Nicht-Töten von Feinden verlangt.

Wer mal feststeckt, kann sich auf Knopfdruck den kompletten Weg zum Ziel anzeigen lassen – eine sehr großzügige Hilfefunktion. Praktischerweise bietet Hitman GO eine Cross-Save-Option für PS4- und Vita-Zocker.

Matthias Schmid meint: ”Ein isometrisches Taktik-Schleichspiel mit coolem Look? Will ich testen!” Als ich das sagte, ahnte ich noch nicht, dass ich Hitman GO fast in einem Rutsch durchzocken würde, weil ich gar so viel Spaß damit hatte. Das liegt zum einen an den durchweg hübschen und stilsicheren Schauplätzen, zum anderen an der zahmen Schwierigkeit. Ich blieb niemals richtig hängen, fühlte mich aber stets leicht herausgefordert – und empfand das Spiel daher als sehr angenehm. Das mag manchem Kopfnuss-Knacker zu simpel sein, aufgrund der gut verzahnten Spielmechaniken wird aber tatsächlich einiges geboten. Ich müsst Euch verkleiden, Feinde ablenken, vor Scharfschützen in Deckung gehen, die Uhren vordrehen oder in Palmen Schutz suchen. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt – 86 schmuck designte Stages für 8 Euro sind ein klasse Angebot.

Locker-leichte Rundentaktik für Schleichkiller im schicken Look.

Singleplayer8
Multiplayer
Grafik
Sound
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