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Sterbt Ihr, geht das Duell von vorne los. Frust kommt selten auf, die Kämpfe fühlen sich stets machbar an, auch wenn Ihr anfangs öfter ins Gras beißt, bis Ihr die verschiedenen Attacken der Bosse verinnerlicht habt. Wer nicht weiterkommt, holt sich im Couch-Koop einen Partner hinzu. Dann profitiert Ihr von doppelter Feuerkraft, eigene Explosivwaffen schaden jedoch auch dem Kumpel! Wer zu Boden geht, kann innerhalb eines kurzen Zeitfensters durch Knöpfchenhämmern wiederbelebt werden. Falls Ihr in einen Abgrund stürzt, steigt Ihr erst beim nächsten Checkpoint wieder ein
Spielerisch macht Huntdown seine Sache gut, es mangelt abseits der Bosse aber an Abwechslung. Ihr lauft, feuert und springt meist von links nach rechts und geht ab und zu in Deckung. Eure Helden können aber nicht nach oben, unten oder schräg schießen! Fahrsequenzen oder ein Abschnitt, in dem es in die Tiefe des Bildes geht, hätten wir uns zur Auflockerung gewünscht, das macht Blazing Chrome besser.
Trotzdem sind wir hellauf begeistert, denn in Huntdown steckt extrem viel Liebe zum Detail. Die Bosse haben wir schon lobend erwähnt, doch auch die abwechslungsreichen Levels an sich sind immer einen zweiten Blick wert. Überall findet Ihr mal mehr, mal weniger gut getarnte Anspielungen auf das Actionkino der 1980er und 1990er, während das gesamte Setting herausragend die Zeiten rezitiert, als Lederjacken, Neon-Frisuren, Graffiti und Motorräder das ultimativ Böse und Verkommene symbolisierten. Wer will, schaltet einen CRT-Filter zu, der aber kaum ins Auge fällt.
Fulminant unterstützt wird die Pixel-Optik von einem feinen Soundtrack aus Rock-, Synthie- und Elektroklängen, dem man auch gerne abseits der druckvollen Ballereien lauscht. Gekrönt wird die Atmosphäre von den trockenen englischen Stimmen Eures Kopfgeldjägers, der Kills und Schurken munter kommentiert, das ein oder andere Filmzitat fallen lässt und schnell ironisch auf sich aufmerksam macht, wenn Ihr einmal zu lange an Ort und Stelle verharrt.























Ja, man kann nur nach vorne schießen. Aber bei einem Run & Gun Titel (mit gelungener Deckungsmechanik!) zu kritiseren, dass man eben rennt und ballert ist für mich eine komische Kritik.