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In einigen Missionen dürft Ihr auch ungestraft sofort zur zweiten Säule übergehen, die häufig ohnehin storytechnisch folgt – dem Deckungs-Shooter. Mit Pistolen, Flinten oder Einzelschussgewehren schaltet Ihr Widersacher in kurzweiligen Ballereien per Knarre oder Granaten aus.
Als Höhepunkt einer Auseinandersetzung dienen Messerkämpfe, die ähnlich funktionieren wie die Gefechte in Hellblade. Ihr weicht aus, kontert die Manöver Eurer Kontrahenten und reagiert im richtigen Moment mit eigenen Stichangriffen.
Im Gegensatz zu MindsEye gelingt es Mafia, Story und Spielinhalte mit dem richtigen Tempo gekonnt miteinander zu verknüpfen – und leistet sich auch keine groben Designschnitzer. Nie fühlt sich eine Sequenz zu lang an. Durch schicke Actionszenen oder eingestreute Missionen mit Verfolgungsjagden sowie Autorennen mit etwas zu leicht ausbrechenden Fahrzeugen kommt zusätzlich Abwechslung auf. Schade ist jedoch, dass die hier von den Entwicklern verwendeten Scripte respektive Gummiband-Effekte relativ offensichtlich sind, was das ohnehin eingeschränkte Freiheitsgefühl weiter reduziert. Ab und an dürft Ihr Euch zwar frei bewegen, doch wenn Ihr nicht im via Hauptmenü wählbaren Erkundungsmodus unterwegs seid, müsst Ihr meist in einem festen Missionsradius bleiben. Für unser Empfinden wird das von Hangar 13 geschaffene Sizilien unter anderem auch dadurch sehr unter Wert verkauft. Die italienische Insel sieht nämlich umwerfend schick aus. Egal, ob Ihr Euch auf Don Torrisis Weingut befindet, in Porto Almaro den Hafen besucht oder der Burgstadt San Celeste einen Besuch abstattet: Überall entdeckt Ihr feine Details wie musizierende Straßenkünstler, die zur gelungenen Atmosphäre beitragen.
Das Blöde ist nur, dass Ihr abseits von Sammelaufgaben keine Aktivitäten finden werdet. Ihr könnt zwar Zeitungsausschnitte, Antiquitäten und Fähigkeitenamulette einsacken oder Fotoplätze aufspüren, doch nötig ist das nicht. Sollte in Euch also kein Achievement-Jäger oder Städtetourist stecken, der sich einfach nur an der Schönheit der Spielwelt erfreut, dann werdet Ihr viele Ecken nie zu Gesicht bekommen. Das gilt erst recht, wenn Ihr das optionale Feature verwendet, längere Strecken bei Missionswegen direkt zu überspringen.
In Sachen Technik gibt es abseits von Schönheitsfehlern oder kurzen Lichtaussetzern wenig zu bemängeln. Abstürze oder schwerwiegende Bugs hatten wir keine. Kleinere Bugs wie an Euch vorbeiblickende NPCs – wenn Ihr Euch vorab ungünstig positioniert – sind selten. Den größten Makel entdecken wir immer wieder bei Truhen, die zum Verstecken unserer Opfer dienen. Hier wachsen gerne mal Levelobjekte wie Büsche oder Gräser durch den Boden der Truhen.
Die zwei Grafik-Modi “Qualität” und “Performance” sind meist stabil, jedoch kam es im “Performance”-Modis ab und an zu Senkungen der Bildrate, die jedoch während der Kampagne weniger auffallen. Besonders spürbar wird es im Erkundungs-Modus bei Besuchen am Hafen oder in San Celeste. Wer genau hinschaut, kann außerdem bei Autofahrten durch die schicke Landschaft beobachten, dass sich weit im Hintergrund der Landschaft einige Objekte ruckartig aufbauen. Schwerwiegend sind diese Probleme jedoch nicht und diese werden vermutlich schon bald mit kommenden Patches behoben werden. Unsere Freude am Gesamterlebnis konnten diese auf jeden Fall nicht schmälern. Sollte Euch seichte Action-Kost der Marke Uncharted nicht abschrecken, dann ist The Old Country auf jeden Fall mehr einen Blick wert.









Metro hatte auf englisch auch nen russischen Akzent für die entsprechenden Charaktere, nur war das teilweise eher schlechter als die DV. Aber bei Akzenten ist das eh oft sehr subjektiv.
@Rudi
Trauma nicht unbedingt, aber tatsächlich hat sich “MindsEye” für mich doppelt so lange angefühlt wie “Mafia”, obwohl die Spielzeit damals sogar eigentlich minimal kürzer ausfiel.^^
“The Old Country” macht einfach beim Spieldesign so viel richtig, dass es sich angenehm herunterspielt. “MindsEye” macht eher genau das Gegenteil. Ich kann gar nicht sagen, wie froh ich bei “Mafia” war, dass hier während der Missionen das Timing von Missionsübergängen in eine neue Sequenz fast jederzeit gestimmt hat.
Simples Genre-Beispiel, das jeder kennt: Shooter-Sequenz ist vorbei und jetzt flieht Euer Gegner mit einem Auto, dem Ihr schnellstens selbst mit einem neuen Auto folgen müsst. Bevor ich das bei “MindsEye” überhaupt durch Dialoge oder das Radar rechtzeitig mitbekomme, ist der Täter schon 200 Meter weg und uneinholbar entkommen. Und von diesen und ähnlichen Momenten hatte “MindsEye” unfassbar viele. Das ist so sehr hängengeblieben, dass ich das bei dem nächsten Open-World-Spielen immer wieder daran erinnert werden dürfte (und erleichtert aufatmen werde, wenn es klappt). 😀
Man könnte meinen, Steffen hat durch MindsEye ein kleines Trauma erlitten 😜 danke für den Test, liest sich gut!
Schön,dass das Thema “Synchronisation” so ausführlich besprochen wird hier.
Ich sehe das ähnlich wie “x28grey”.
Ich erinnere mich z.B. noch mit Schaudern an den unerträglichen (englischen) Akzent in “Killing Zoe”,der mich seinerzeit dazu motiviert hat die englische DVD zu beschaffen und das war vor ca 30 !!! Jahren deutlich schwieriger als heutzutage.
Die deutsche Synchro (mit russischem Akzent) der “Metro-Reihe” ist für mich übrigens auch ein Negativbeispiel.
Inzwischen sind wir schon sehr verwöhnt damit,dass sich viele Spiele sprachlich individuell anpassen lassen.
Da haben übrigens (die oft gescholtenen) Ubisoft einen echten Mehrwert geleistet mit den vielen verfügbaren Sprachen.
Ich habe “Far Cry 4” z.B. mit einer komplett (für mich) unverständlichen Sprache gespielt um die Authentizität noch zu erhöhen.
Die Mafia-Reihe wäre vermutlich wesentlich weniger erfolgreich mit nur einer Sprachvariante.
Einzige Ausnahme sind Fußballspiele, die spiele ich tatsächlich nur mit deutscher Synchro.
Hab Anfang des Jahres die ersten beiden nochmal gespielt und irgendwie hatte ich auch lust auf einen neuen teil, passt eigentlich ganz gut, hab am Sonntag die Platin in death stranding 2 klar gemacht und dann direkt mafia 4 bestellt.
@Bort Ja, die Open-World ist hier auch wieder wie in den ersten beiden Teilen Kulisse. Ich persönlich mochte zwar auch den dritten Teil, aber viel Krams war da ohnehin überflüssig. Da ist mir der Story-Fokus ohne repetitive Quests schon lieber, auch wenn man gerne noch mehr mit der Open-World hätte anstellen können.
@x28grey
Es ist kein Muss mit dem italienischen Akzent und sowas macht ohnehin fast keine deutsche Synchro bei Spielen (und Serien). Bei einem “Yakuza/Like A Dragon”-Titel erwarte ich ja schließlich auch keinen Asia-Akzent bei der Synchro. Außerdem hast du da ja schon einen guten Punkt genannt, weswegen man sowas eher nicht macht.
Gerade aber beim Sizilien-Setting und nem spielbaren Mafia-Film nagt das für mich einfach an der Atmosphäre, wenn die Charaktere gefühlt eher wie deutsche Anime-Charaktere klingen, ich aber eigentlich einen James Gandolfini (Sopranos) erwarte. Durch viele Filme und Serien mag ich da einfach schon zu sehr darauf geprägt sein, sodass es sich fremd anfühlt, wenn das fehlt. Im Spiel werden ja auch ständig irgendwelche italienischen Kraftausdrücke reingeworfen und wirkt dann zumindest auf mich oft eher aufgesetzt – nicht bei allen Sprechern, aber bei einigen.
Allgemein zu den Sprachfassungen: Ich kann auch nur empfehlen beim Spiel selbst mal den Vergleich zu machen. Die sizilianische Version von Don Torrisi wirkt zum Beispiel deutlich einschüchternder als die englische oder deutsche Version. Ähnlich wie bei “Yakuza” würde ich daher eher die authentischste Version wählen, die zum Setting passt – auch wenn man dafür mehr Untertitel lesen muss.
Test ordentlich, Launch Edition eben von der Post geholt. Weiß von den 3 Teilen eh nicht mehr viel. Wunderbar 😅
Warum sollten die Synchronsprecher Italienischen Akzent haben? Im spiel sind es doch Italiener die italienisch sprechen was nur auf deutsch synchronisiert wurde und nicht Italiener die deutsch sprechen mit Akzent :/
Was auch total dumm in AC ist auf englisch weil die alle irgend ein Akzent haben obwohl die im spiel ihre „Muttersprache“ sprechen was nur synchuwurde
Danke für den Test, Steffen. Bei Mafia 1+2 war die OW doch auch so gestaltet, dass man da eigentlich nichts machen konnte und immer nur von Mission zu Mission geführt wurde. Die Karte hab ich erst beim Sammeln aller Items abgeklappert und erkundet. Ist das hier identisch aufgebaut? Klingt jedenfalls so im Test und wäre für mich okay. Hat mich damals auch nicht gestört, mal ein überschaubares OW-Spiel zu haben.
Hmmm….. Seit der Ankündigung von Mafia: The Old Country will mir deine Freude Sprüngen kommen. Sonst warte ich noch zum günstigen Preis.