Mafia: The Old Country – im Test (PS5)

10
15353
Zurück
Nächste

Seite 1

Spiel:
Publisher:
Developer:
Genre:
Getestet für:
Erhältlich für:,
USK:
Erschienen in:

Beim Test werden wir unweigerlich an den Flop des Jahres MindsEye erinnert. Auch hier handelt es sich nämlich um ein Third-Person-Abenteuer, das zwar eine offene Spielwelt im Gepäck hat, diese aber in erster Linie nur als Kulisse für den storygetriebenen Ablauf nutzt. Doch Entwickler Hangar 13 zeigt, wie es besser geht.

Das Prequel zum Mafia-Franchise verabschiedet sich von den amerikanischen Großstädten der Vorgänger und schickt Euch im Jahr 1904 in das ländliche Sizilien. Dort schlüpft Ihr in die ­Rolle des Carusu Enzo Favara. Als ­Carusi bezeichnete man einst die Bergarbeiter in Sizilien, die meist entweder als Leibeigene oder in Form von aussichtslosen Schuldverträgen in Knechtschaft ausgebeutet wurden. Auch Enzo wurde als Kind an den mafiösen Minenbetreiber Don Spadaro verkauft.

Nach einem tödlichen Zwischenfall flieht Enzo auf ein Weingut und landet dabei in den rettenden Armen von Don Torrisi. In der 13-stündigen Story erlebt Ihr nun in 15 Kapiteln Enzos Aufstieg in der Familie vom Stalljungen zur Allzweckwaffe und wie sich seine Liebe zur eigensinnigen Tochter des Dons Isabella entwickelt.

Die Geschichte bleibt dabei stets unterhaltsam, nimmt sich angenehm viel Zeit für den Aufbau seiner Charaktere und wird klar durcherzählt. Doch ein Überraschungsfeuerwerk der Marke Like a Dragon solltet Ihr nicht erwarten und auch Genre-Filmklassiker wie ”Der Pate” boten hier schon mehr. Gerade die leider sehr durchschaubare Charakterzeichnung von einigen wichtigen Nebenfiguren wie Eurem Freund Cesare oder Tino, der rechten Hand des Don, sorgt sogar dafür, dass Ihr Euch frühzeitig den groben Verlauf zusammenreimen könnt. In diesem Kontext strichen wir sogar zwei Adjektive im Text zur näheren Beschreibung von Cesare und Tino, da wir sie schon als Spoiler empfanden.

Mafia: The Old Country als wunderhübschen Walking Simulator mit Action- und Schleicheinlagen zu bezeichnen, würde dem Spiel zwar nicht gerecht, aber ist nicht so weit weg von der Wahrheit. Die ersten etwa vier Stunden verbringt Ihr sehr viel Zeit damit, anderen Charakteren hinterherzulaufen oder -zureiten und filmische Zwischensequenzen anzusehen. Ihr solltet daher auf jeden Fall eine Vorliebe für ein gemächliches Tempo mitbringen. Gelungen ist hierbei, dass Euch die wenigen spielerischen Elemente des Spiels im Einklang mit der Story vermittelt werden, sodass wir hier nie das Gefühl von einem überlangen Tutorial hatten. Der spielerische Kern lässt sich auf drei Säulen ­herunterbrechen, die in der Reihenfolge oft einem ähnlichen Muster folgen.

Erst schleicht Ihr Euch durch überschaubare Areale und lenkt Feinde mit Münz- und Flaschenwürfen ab. Wachen dürft Ihr durch Würgen oder schneller mit einem Messer ausschalten. Wollt Ihr nicht erwischt werden, könnt Ihr wie Hitman-Agent 47 Eure Opfer in Kisten abladen. Da Gegner häufig einen geringen Bewegungs­radius haben, ist das jedoch selten nötig.

Zurück
Nächste
10 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
captain carot
13. August 2025 21:13

Metro hatte auf englisch auch nen russischen Akzent für die entsprechenden Charaktere, nur war das teilweise eher schlechter als die DV. Aber bei Akzenten ist das eh oft sehr subjektiv.

Rudi Ratlos
12. August 2025 15:59

Man könnte meinen, Steffen hat durch MindsEye ein kleines Trauma erlitten 😜 danke für den Test, liest sich gut!

BigBen
12. August 2025 14:45

Schön,dass das Thema “Synchronisation” so ausführlich besprochen wird hier.
Ich sehe das ähnlich wie “x28grey”.
Ich erinnere mich z.B. noch mit Schaudern an den unerträglichen (englischen) Akzent in “Killing Zoe”,der mich seinerzeit dazu motiviert hat die englische DVD zu beschaffen und das war vor ca 30 !!! Jahren deutlich schwieriger als heutzutage.
Die deutsche Synchro (mit russischem Akzent) der “Metro-Reihe” ist für mich übrigens auch ein Negativbeispiel.
Inzwischen sind wir schon sehr verwöhnt damit,dass sich viele Spiele sprachlich individuell anpassen lassen.
Da haben übrigens (die oft gescholtenen) Ubisoft einen echten Mehrwert geleistet mit den vielen verfügbaren Sprachen.
Ich habe “Far Cry 4” z.B. mit einer komplett (für mich) unverständlichen Sprache gespielt um die Authentizität noch zu erhöhen.
Die Mafia-Reihe wäre vermutlich wesentlich weniger erfolgreich mit nur einer Sprachvariante.
Einzige Ausnahme sind Fußballspiele, die spiele ich tatsächlich nur mit deutscher Synchro.

Maverick
11. August 2025 17:31

Hab Anfang des Jahres die ersten beiden nochmal gespielt und irgendwie hatte ich auch lust auf einen neuen teil, passt eigentlich ganz gut, hab am Sonntag die Platin in death stranding 2 klar gemacht und dann direkt mafia 4 bestellt.

Amigajoker
11. August 2025 16:58

Test ordentlich, Launch Edition eben von der Post geholt. Weiß von den 3 Teilen eh nicht mehr viel. Wunderbar 😅

x28grey
11. August 2025 16:37

Warum sollten die Synchronsprecher Italienischen Akzent haben? Im spiel sind es doch Italiener die italienisch sprechen was nur auf deutsch synchronisiert wurde und nicht Italiener die deutsch sprechen mit Akzent :/

Was auch total dumm in AC ist auf englisch weil die alle irgend ein Akzent haben obwohl die im spiel ihre „Muttersprache“ sprechen was nur synchuwurde

Bort1978
11. August 2025 16:22

Danke für den Test, Steffen. Bei Mafia 1+2 war die OW doch auch so gestaltet, dass man da eigentlich nichts machen konnte und immer nur von Mission zu Mission geführt wurde. Die Karte hab ich erst beim Sammeln aller Items abgeklappert und erkundet. Ist das hier identisch aufgebaut? Klingt jedenfalls so im Test und wäre für mich okay. Hat mich damals auch nicht gestört, mal ein überschaubares OW-Spiel zu haben.

Max Snake
11. August 2025 15:55

Hmmm….. Seit der Ankündigung von Mafia: The Old Country will mir deine Freude Sprüngen kommen. Sonst warte ich noch zum günstigen Preis.