Massive Chalice – im Test (XOne)

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Mit Massive Chalice wagt sich Entwickler Double Fine erstmals ins Strategie-Genre. Dabei bedienen sie sich kräftig am offensichtlichen Vorbild XCOM: Enemy Unknown, versetzen das Spielprinzip jedoch ins Fantasy-Genre. Ihr bestreitet nicht nur taktische Rundenkämpfe, sondern errichtet ein Reich, das einen 300 Jahre anhaltenden Krieg überdauern soll. Immer wieder verteidigt Ihr Euch gegen die Gegnerbrut der Kadenz, die in Euer Hoheitsgebiet einfällt. Höchste Zeit, einen fünfköpfigen Trupp zum Rundenkampf auszuschicken. Auf quadratischen Feldern zieht Ihr Eure Männer und Frauen voran, um den Nebel des Unbekannten (Fog of War) zu lichten und Gegner auszumachen. Pro Runde darf sich jeder Charakter bewegen sowie eine Kampfaktion ausführen oder nochmals voransprinten. Dabei dient die Klasse der Baumstammheber als Frontkämpfer. Jäger verdingen sich mittels Armbrust als Fernkämpfer, Alchemisten dagegen werfen explosive Tränke gen Feind. Die Gegnertypen verhalten sich allesamt anders: Der ”Zerreißer” explodiert und hinterlässt eine Säurepfütze, das ”Bollwerk” dagegen fährt nach jedem Angriff seine Panzerung aus. Passt deshalb auf, denn der Bildschirmtod Eurer Recken lässt sich nicht rückgängig machen. Erfahrungspunkte belohnen Euch mit Stufenanstiegen für neue Kampffertigkeiten wie bessere Wurfgeschosse, Blendschuss oder Bienenschwärme als Waffe.

Auf der Weltkarte nehmt Ihr nach und nach Gebiete in Euren Besitz, indem Ihr darauf Gebäude errichtet. Gleichzeitig baut Ihr Stätten für Heldentraining oder Forschung. Das Problem: Ihr dürft immer nur ein Projekt angehen und jedes dieser Unterfangen dauert einige Spieljahre. Dank Zeitraffer vergehen diese zwar innerhalb von Sekunden, doch währenddessen altern Eure Helden und sterben letztlich. Auf Euren Außenposten kürt Ihr deshalb Helden zu Regenten samt Partner oder Partnerin, die für Nachwuchs sorgen sollen. Immer wieder wägt Ihr ab, denn eingesetzte Machthaber stehen nicht mehr für Kämpfe zur Verfügung.

Bei der Fortpflanzung ist die Charakterklasse der Eltern entscheidend, was auch zu Mischklassen führen kann. Schließlich vererben sie ihren Kindern eine Kombination ihrer Fähigkeiten – gute wie schlechte. So zieht Ihr immer weitere Generationen von Kämpfern heran, die sich aber durchaus als kurzsichtige Fernkämpfer oder besoffene Frontsoldaten erweisen könnten. Doch immer noch besser, als ohne Nachwuchs dazustehen, wenn sich die Stammhalter als unfruchtbar erweisen oder einfach keinen Bock auf Sex haben. Das gibt dem gesamten Spielablauf eine unerwartete Perspektive, wenn Ihr Euch zum Beispiel falsch entwickelt und ohne passende Kämpfernaturen dasteht. Mittels Adoption könnt Ihr vielleicht dem Schicksal entrinnen. So oder so wisst Ihr erst in der nächsten Spielpartie, wie Ihr es besser macht. Nett: Bei Zufallsereignissen entscheidet Ihr mit passenden Antworten über Probleme Eures Gefolges.

Thomas Stuchlik meint: Massive Chalice lebt vom taktischen Wechselspiel des Imperiumaufbaus und der Rundenkämpfe. Dabei wägt Ihr immer ab, ob Ihr Eure Helden zur Fortpflanzung oder an der Front einsetzt. Allerdings mangelt es an Spieltiefe beim Kampf, denn es gibt nur wenige Gegnerarten und taktische Feinheiten. Es fehlen Höhenunterschiede für Kampfvorteile ebenso wie halbhohe Deckungen und Boni beim Flankieren. Das KI-Verhalten ist nach einiger Zeit vorhersehbar. Kurzum: Die Gefechte sind nie so ausgefeilt und fordernd wie in XCOM, was jedoch Einsteigern entgegenkommt. Auch der Ausbau Eures Imperiums ist auf der überschaubaren Weltkarte recht seicht ausgefallen. Und dennoch reizen mich erneute Spielpartien, um ein Imperium zu errichten, das die Zeit und Feindangriffe überdauert.

Etwas schlichte, aber dafür zugängliche Runden-Taktikschlachten.

Singleplayer7
Multiplayer
Grafik
Sound