Max Anarchy – im Test (PS3)

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Beim Testen von Max Anarchy (das in Europa Anarchy Reigns heißen wird und 2013 erscheint) habe ich zwei Sachen gelernt: 1. Es macht wenig Spaß, wenn man von japanischen Hardcore-Zockern derbe verprügelt wird und eine Online-Runde mit einer Bilanz von 0:13 Kills abschließt. 2. Eine Rundum-Attacke (wie früher in fast allen Straßenprüglern enthalten), die man durch Drücken von zwei Knöpfen gleichzeitig auslöst und die ein wenig eigene Lebensenergie kostet, ist supercool – und sollte auch heute an der Tagesordnung sein. Zum Beispiel in FIFA oder Call of Duty – aber das ist eine andere Geschichte…

Max Anarchy ist nicht das, was einem zuerst beim Wort ’Beat’em-Up’ durch den Kopf schießt – und doch ist es ein waschechter Genrevertreter. Ihr prügelt Heerscharen von Mutanten die Rübe runter, Ihr prügelt mit Explosivfässern auf dicke Echsenmonster ein, Ihr prügelt Euch online mit 15 anderen Wahnsinnigen – ein Prügelspiel also. Nur eben kein typischer 2D- oder 3D-Versusklopper wie Street Fighter oder SoulCalibur, auch der Vergleich mit Capcoms Dreamcast-Hit Power Stone hinkt – hier gab’s ungleich mehr interaktive Level-Objekte, außerdem waren die Stages enger und intimer.

Stattdessen fühlen sich Sega-Fans an den Xbox-Klopper SpikeOut Battle Street erinnert. Weil das den meisten (die nicht die ’Ehre’ hatten, das Spiel für MAN!AC zu testen) wenig sagen dürfte, lassen wir die Vergleiche an dieser Stelle sein – für weitere Analogien gibt’s den Kasten unten…

Zockt Ihr die Solo-Kampagne von Max Anarchy, erwartet Euch ein 3D-Actionbrawler, bei dem Ihr Euch mit wechselnden Helden durch postapokalyptische Areale schlagt. Wer genügend Standard-Schergen ins Jenseits schickt, schaltet Story-und Nebenmissionen frei. In denen wird meist das Erledigen einer bestimmten Feindzahl oder eines besonders dicken Brummers verlangt, gelegentlich unterbrochen von kurzen Ballereinsätzen (an einem Heli hängend) oder dem Ritt auf einem Giftatem-speienden Monster

Die zwischen belanglos und unterhaltsam pendelnden Einsätze entführen Euch im halbstündigen Wechsel an verschiedene Schauplätze, die zwei Dinge gemein haben: Sie sind heruntergekommen und ziemlich hässlich. Netter anzusehen sind die Zwischensequenzen, die eine trashig-launige Geschichte rund um Cybercops, großmäulige Blechmonster und Schweine erzählen. Nachdem wir zum Start wählen, ob wir den Part von Japan-Bubi Leo oder den von Muskelprotz Jack (bekannt aus Mad World) spielen wollen, waren wir im Verlauf der Kampagne enttäuscht, als es nach etlichen Missionen mit Leo (für den wir uns entschieden) plump mit dem Beginn der Jack-Einsätze weiterging – wieder in den Arealen, die wir schon mit Leo vom Mutantenpack gesäubert hatten. Obwohl die Keilereien flott von der Hand gehen, Ihr Euch über derbe Würfe und Spezialattacken freut und das Kampfsystem Könnern Raum für stylisches, perfektes Prügeln lässt, haben uns der lahme Missionsaufbau und die geringe Komplexität negativ überrascht – da sind wir von anderen Platinum-Titeln Besseres gewohnt.

Zur Bestform läuft die Schlägerei in den zahllosen Mehrspieler-Modi auf – und das trotz der eingangs beschriebenen Haue, die wir mehrfach kassierten. Obschon auch hier (zu) häufig das Chaos regiert, Clippingfehler an der Tagesordnung sind und die Kamera nicht immer mit der Action Schritt hält, überwiegen klar die positiven Aspekte: Zwar sind die Grundmanöver überschaubar und bald erlernt, das Meistern von Block- und Ausweichaktionen sowie das korrekte Timing Eurer Angriffe verlangt jedoch viel Übung. Zudem spielen sich die Charaktere angenehm unterschiedlich – Blechroboter Garuda, die zierliche Busenbraut Fei Rin, Hüne Max oder sexy Hexy Bayonetta verfügen über andere Nah- und Spezialattacken sowie Würfe. Ähnlich hoch einzustufen ist die Diversität der Spielvarianten: Ein 1-on-1-Käfigmatch verlangt nach einer anderen Taktik als eine 3-Team-Koop-Keilerei oder ein 16-Spieler-Inferno in einer mehrstufigen Riesenarena sogar ein Survival-Modus, der an Horde-Koop-Kämpfe des Shooter-Genres erinnert, ist enthalten.

Wir haben die japanische PS3-Fassung gespielt– dort waren kleine Lags, das lange Suchen von Matches und Lobby-Schließungen an der Tagesordnung. Dennoch können wir den Import des Titels Japano-Prügelfans mit einer Online-Affinität ans Herz legen – auch weil Text und Ton in Englisch auf der Blu-ray sind und ein genauer Europa-Termin noch in den Sternen steht.

  • Online-Modi auch offline mit Bots spielbar
  • ein Download-Code für Bayonetta liegt bei
  • Japan-Version multilingual

Grafisch schwaches Chaos-Gekloppe mit trashiger Japano-Story. Stark sind hingegen die Vielfalt im Charakter-Lineup und die Daueraction in den zig Online-Modi.

Singleplayer78
Multiplayer
Grafik
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Max Snake
10. September 2012 12:49

Bin seit Jack´s erste Spiel ein Fan von Platinum Games, aber Max Anarchy unbedingt kaufen weis ich nicht so recht. Klar ich spiele auch gern Multiplayer, aber ich finde schade, das die Story nicht der kracher wird.

7. September 2012 1:36

Achso, dann habe ich nichts gesagt : )Das Heft habe ich leider noch nicht, werde es mir aber Samstag besorgen.

5. September 2012 13:32

Mein Max Anarchy ist seit Montag unterwegs. Hoffe es kommt noch bis zum Wochenende an. Bin richtig geil drauf :DSchade das im Test gar nicht der geniale Soundtrack erwähnt wird:Sonst höre ich ja eher Skatepunk und Metal, aber zu diesem Spiel finde ich es extrem geil 😀 Bei Mad World ging der Soundtrack ja auch in diese Richtung.

DanJJ
5. September 2012 12:59

Yahuu ! Geil bock auf das ! Ich mein ich hatte sogar mit dynasty warriors ab und zu spass,, also kann dies nur super werden. Es lebe das massengekloppe !

Spacemoonkey
5. September 2012 11:59

uncharted sieht vielleicht ein bischen besser aus 🙂

Tobias Hildesheim
Redakteur
5. September 2012 11:54

und sehr viel besseres

Spacemoonkey
5. September 2012 11:34

hm die grafik wertung wirkt aber leicht übertrieben. es gibt schlimmeres