Medal of Honor: Warfighter – im Test (PS3)

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2010 entriss Medal of Honor dem Konkurrenten Call of Duty mit Schwung die Krone. Nicht die Spielspaß-Krone, sondern die Patriotismus-Krone. Daran hat sich auch im Nachfolger nichts geändert: Mit stolz geschwellter Brust fegt Ihr Reihe um Reihe böser Nahöstler hinweg, ohne mit der Wimper zu zucken. Fällt dagegen auch nur ein treuer amerikanischer Kamerad, fließen die Tränen. Wen die fehlende kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg trotz betontem Realismusanspruch nicht stört, der bekommt mit Warfighter solide sechsstündige Ballerkost, die durch hervorragenden Sound und gute Frostbite-2-Grafik gefällt (auf Xbox 360 müssen die HD-Texturen genau wie bei Battlefield 3 extra installiert werden, die PS3-Fassung hat sie automatisch). Die Kampagne bleibt aber die ganze Zeit undurchsichtig und wirr. An die Missionen und Intentionen von Mother, Preacher und Co. werdet Ihr Euch schon nach kurzer Zeit nicht mehr erinnern und der Handlung kaum folgen können. Ist aber auch wurscht: Ihr seid die Guten und kämpft im Osten gegen den Terror. Punkt! Für die kritische Betrachtung sollen Zwischensequenzen sorgen, welche die familiären Probleme der Tier-1-Mitglieder zeigen. Die Szenen sehen fantastisch aus, bleiben aber plakativ, schließlich fällt das Schicksal afghanischer und pakistanischer Familien vollkommen unter den Tisch. Beim Thema Hintergrundgeschichte versagt Entwickler Danger Close also völlig, dafür wurden aber mit einem atmosphärischen Monsun-Level und überraschend gut steuerbaren Fahrsequenzen wenigstens ein paar Lichtblicke gesetzt. In den Gefechten lugt Ihr Killzone-ähnlich mit gedrückter Schultertaste hinter Deckung hervor und die genretypischen Tür-aufbrechen-und-in Zeitlupe-Leute-erschießen-Szenen wurden um verschiedene irrelevante Aufbrechmechaniken erweitert, die Ihr freischaltet, wenn Ihr in den jeweiligen Situationen Kopfschüsse verteilt.

”Echte Fründe ston zesamme”, sangen schon De Höhner und nahmen damit das neue Feature des nun nicht mehr von DICE entwickelten Mehrspieler-Modus vorweg. Zu Beginn der Runden (in fünf Spielmodi auf acht Karten) teilt Euch das Spiel einen Teamkameraden zu, der Euer Buddy ist. Mit ihm tauscht Ihr Munition und Heilung und nutzt ihn als mobilen Einstiegspunkt. So fördert Danger Close auf natürliche Weise den Teamaspekt. Dieser wird auch noch auf andere Art gestärkt: Ähnlich wie in der FIFA-Serie, wo Ihr mit Euren Leistungen eine Mannschaft in Online-Ranglisten unterstützt, entscheidet Ihr Euch in Warfighter per Battlelog für eine Nation, für die Ihr kämpfen wollt. Steigt Ihr im Rang auf, schaltet Ihr die Spezialeinheiten verschiedener Länder (für Deutschland steigt das KSK in den Ring), Charakterklassen, Waffen und Aufsätze frei.

Die Gefechte mischen gekonnt Aspekte von Call of Duty und Battlefield. Wie im DICE-Klassiker brauchen Feinde eine ganze Menge Kugeln, bis sie sterben und die Kämpfe laufen schon allein aufgrund der Buddy-Mechanik mit einer Prise Taktik ab. Von Call of Duty inspiriert sind die engen Karten, auf denen man schnell auf seine Gegenspieler trifft, sowie Unterstützungsaktionen wie ein Blackhawk oder eine Aufklärungsdrohne, die es für eine bestimmte Zahl an Abschüssen gibt.

Tobias Kujawa meint: Nichts anderes als nackte Angst vor Black Ops II kann EA dazu getrieben haben, Warfighter in so unfertigem Zustand auf den Markt zu schmeißen. Ohne Patch ist das Spiel technisch eine Frechheit und auch mit Flicken ist die Kampagne schnell durch und ebenso schnell wieder vergessen. Was bleibt, ist der fade Beigeschmack der ach so realistischen Kriegserzählung, die jedem sauer aufstößt, der sich mit simpler Schwarz-Weiß-Malerei nicht zufrieden gibt. Viel besser gefällt mir der Mehrspieler-Modus mit seinen vielfältigen Soldatenklassen und knackigen Gefechten. Hier genieße ich besonders die hervorragenden Soundeffekte, die mich mitten ins Geschehen eintauchen lassen, und die griffigen Waffen. Außerdem darf ich mich wie in Battlefield 3 hinlegen, ein Muss für taktische Gefechte!

  • HD-Texturen auf Xbox 360 nur optional
  • Limited Edition mit Battlefield 4-Betazugang
  • Online-Pass für Online-Modus und Spielklasse

Die betont bierernste Kampagne liefert 08/15-Shooterkost, der Online-Modus entschädigt mit guten Features.

Singleplayer73
Multiplayer
Grafik
Sound
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dmhvader
14. Dezember 2012 10:13

Finde auch, die Reihe ist voll die Ressourcen-Verschwendung, da wir schon ein CoD haben! EA sollte mit der Kohle lieber was Neuartiges auf die Beine stellen, zum Beispiel ein richtig gutes Online-Rollenspiel mit einer riesigen Open-World – sowas fehlt mir auf den Konsolen einfach! Sollte aber aussehen wie Skyrim und nicht so kindisch-bunt wie WoW!

13. Dezember 2012 10:00

Wenn ich doch als Entwickler merke das ich nicht mithalten bzw. Mitschwimmen kann im Haifischbecken mit COD Battlefield3 Halo und Konsorten dann muss ich die Medal of honor Serie doch komplett neu ausrichten. Typisch EA halt. Nix im Kopf. MANN mann Mann.. Hoffentlich geht diese Firma endlich bald Pleite! Die haben es sich verdient! Es gibt so viele Kriegs Thematiken aber alle meinen immer den selben Mist machen zu müssen. Erst WW2 und jetzt alle auf modern. Selbst COD kopiert die Ghost Recon Future Soldier Thematik weil denen nix mehr einfällt. Aber mit dem Unterschied das Activision Marktführer ist und die Future Thematik wenigstens NOCH NICHT ganz ausgelutscht ist. Aber selbst die haben was neues versucht. Nur EA hinkt halt wie immer dem Trend lange hinterher anstatt selbst welche zu setzen. Kreativität ist wohl ein Fremdwort bei EA wie wohl bei vielen anderen Entwicklungsstudios.Allein mit einem neuen Namen ist es nicht getan!!!Weil EA noch die schlechteste Technik verwendet (verglichen mit Halo4 dieses Jahr) mit schlechten Entwicklern(DangerClose) und dazu den schlechtesten FirmenRuf (Stichwort:origin) und das Ergebnis ist dann auch nicht weiter verwunderlich: so ein zugegebenermaßen verdienter Warfighter Müll den Keiner Kauft und das Game daher schon bei MediaMarkt für 12.99€ in der vorweihnachtlichen Krabbelkiste zusammen mit 007Legends und paar oldies wie Enslaved verramscht wird. Wie wäre es denn mal mit einem gut gemachten WW1 Shooter? Oder Kuba und der Landung in der Schweinebucht.? Frankreich zur Zeit Napoléon??? Watt Weiss ich.. Gibt soviel statt immer dasselbe und das dann auch noch schlecht gemacht! EA serviert uns Spielern jämmerlich jährlich immer den gleichen schlecht gemachten Bohneneintopf von welchem wir dann täglich Online Naschen sollen. Nein Danke! : dafür sind selbst 12.99€ noch zuviel. Daumen runter!

tetsuo01
12. Dezember 2012 23:17

Ich würde sagen, serie einstampfen und was neues her…

aschmed
12. Dezember 2012 16:50

Das letzte gute MoH war für mich Frontline.

Max Snake
12. Dezember 2012 12:55

Bei dem Trailer fragte ich mich, wieso Medal of Honor: Warfighter wieder ein eigenes Militär – Shooter müssen, dann hört sich gut was auf dem Preview stand.E3 NajaGamescom 2012 konnte ich den Multiplayer austesten und als gut befunden.Der Test kann ich verstehen. Und mal ehrlich, die Navy Seals sind keine Rambo und diese Schwarz – Weiß in eine Krieg muss nicht sein.

Walldorf
12. Dezember 2012 12:43

Das Spiel braucht niemand. EA sollte lieber mal Mirror’s Edge 2 entwickeln.