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Den Eindruck, dass Ninja Blade keine Top-Produktion im Stile eines Resident Evil 5 ist, werdet Ihr nie los – angefangen bei technischen Schlampereien wie Low-Res-Texturen, Rucklern und grobem Tearing bis hin zu den schwachen deutschen Texten oder dem B-Movie-Flair – nicht nur einmal hat uns Ninja Blade an das (deutlich schwächere) Bullet Witch erinnert. Im Rahmen der beschränkten Mittel wird jedoch die volle Actionpalette aufgefahren – schon in der ersten Levels jagt ein spektakulärer Bossfight den nächsten, läuft Held und Berufscyberninja Ken Ogawa an Wänden entlang und hoch, wirft mit magischen Geschossen um sich und rast schon mal senkrecht eine Häuserfront hinunter. Seine Mission ist die Eindämmung einer weltbedrohenden Infektion mit Würmerparasiten, welche die Menschen in Mutanten verwandelt.
Ken kämpft im Tokio der nahen Zukunft auf und in Wolkenkratzern, zwischendurch auf den Tragflächen eines Jets; er metzelt sich durch brennende Straßenzüge und Höhlensysteme, sogar die Kasumigaseki-Autobahn aus Genkis traditionsreicher ”Tokyo Highway Battle“-Serie muss für eine zünftige Rail-Shooter-Sequenz hinterm stationären MG herhalten. Eine Pause braucht Ken nicht. Schließlich hat er drei tödliche Schwerter (Allround, Kraft, Reichweite) und ebenso viele Magiegeschosse im Rucksack. Wie bei Dante, Kratos oder Herr Hayabusa auch, ist Kens Angriffsrepertoire zunächst eingeschränkt, das Einsammeln der aus toten Gegnern sprudelnden Blutkristalle füllt jedoch bald Euer Konto – leert es, indem Ihr Eure Klinge aufmöbelt (und damit neue Combos freischaltet) oder stärkere Zauber kauft. Heilenergie führt der jederzeit aufrufbare Upgrade-Shop nicht, die müsst Ihr in zerstörbaren Kisten finden; dort warten auch versteckte Kostüme und Verbesserungen für Lebensleiste und Magiebalken. Von Letzterem zehrt auch Kens Ninjasicht – damit spürt Ihr die Schwachpunkte der Bosse auf und setzt dank Zeitlupe noch mehr Treffer an. Segnet Ken trotz seiner übermenschlichen Nehmerqualitäten das Zeitliche, taucht Ihr bei den fair verteilten Checkpoints wieder auf; lediglich bei Endgegnerkämpfen müsst Ihr einige Spielminuten wiederholen.
Doch so sehr Euch das (auf ’Mittel‘ jederzeit faire) Abenteuer auch narren mag – schaltet während einer Mission niemals die Konsole ab! Denn speichern kann Superheld Ken seinen Fortschritt nur, wenn er eine Mission abgeschlossen hat. Gute zehn spaßige Stunden werdet Ihr mit der kompetent erzählten 08/15-Story verleben, nach sehenswertem Schlusslevel und ergreifender Abspann-Musik jedoch ist der Ofen aus – Extras waren in From Softwares Budget nicht drin.











Bin nach Lesen des Tests unschlüssig, ob ich das damals gespielt habe oder nicht 😅
Matthias Geheimtipp, dass ich nie dazu kam. Aus heutigen sicht Old – School Hack n’ Slay Arena mit dämliche Speichersystem und absurde Bosse.
Ach ja, Quick Time Event war ja 2009 hip.
Wow! Das ist mal ein locker geschriebener Test. Kompliment an Herrn Schmid! Jetzt weiss ich, was ich als nächstes aus dem 360 Regal zocke…