
Meinung
Tobias Kujawa meint: Ob mir die Multiplayer-Hatz auf lange Sicht langweilig wird, weiß ich noch nicht. Das hängt davon ab, welche Operators und Karten Ubisoft nachschiebt. Generell hatte ich mit Siege überraschend viel Spaß – auch mit fremden Mitstreitern ohne Absprachen. Man merkt sofort, ob man Leute im Team hat, die etwas von solchen Shootern verstehen. Wenn alle hinter dem Schildträger Deckung suchen und nach einer Blendgranate entschlossen einen Raum stürmen, entwickeln sich auch ohne Headset spannende Gefechte. Apropos Spannung: Die ist durchweg so hoch wie bei keinem anderen Ego-Shooter. Wo ich bei Battlefront und CoD Kills relativ emotionslos hinnehme, zählt hier jeder Lebenspunkt und jede Sekunde – toll! Counter-Strike kann Siege aber nicht vom Thron stoßen – zu gleich sind Matchablauf und Waffenwirkung.
Matthias Schmid: Die nüchterne Grafikkulisse tut dem Spielspaß keinen Abbruch – ein bisschen mehr polygonalen Budenzauber hätte Ubisoft aber entfachen dürfen, bei Star Wars Battlefront kann ich trotz Top-Optik Gegner gut erkennen. Ich hatte aber eine Menge Spaß mit R6: Siege – das Gefühl, geduckt und im Schneckentempo in ein Haus voller gut vorbereiteter Verteidiger einzudringen, ist verdammt intensiv. Vor allem Hammermann Sledge oder die Operators mit Schilden eröffnen ganz andere Optionen als ein Kämpfer mit Schrotflinte – cool. Mitunter etwas ermüdend finde ich das oft ähnliche Verbarrikadieren eines Raums, auch hätte ich mir ein paar Fernkampf-Optionen und -Operators gewünscht. Dafür darf ich meinen Kollegen noch ein wenig helfen, wenn ich schon früh erledigt wurde – und das passiert schon mal. Den Sprung in die 80er-Ränge verwehren R6: Siege die Verbindungsprobleme und die fehlenden Auflevel-Optionen der Operators. Auch die Tatsache, dass die Geiselrettung schwer ist und viele Matches auf die Frage “Welches Team stirbt zuerst?” hinauslaufen, hätte man optimieren können.
Sascha Göddenhoff meint: Ähnlich wie bei Ghost Recon strafft Ubisoft auch für Rainbow Six: Siege das ursprünglich anspruchsvolle Prinzip. Der Spielablauf ist schnell verstanden, dazu sind die Waffen und Fähigkeiten jeder Klasse übersichtlich und sinnvoll gehalten. In Aktion fallen mir jedoch ein paar Ungereimtheiten auf. Gerade die Balance zwischen Angriff und Abwehr stimmt nicht ganz: Einigermaßen geschickte Verteidiger sichern Bomben oder Geisel ab und warten dann in günstiger Position, während das angreifende Team unter Zeitdruck anrücken muss. Generell hätte ich mir ausgefuchstere taktische Möglichkeiten gewünscht, aber deren Fehlen ist halt der Preis für die Zugänglichkeit. Nichtsdestoweniger begrüße ich den Team-Fokus und das ruhigere Tempo – eine gelungene Alternative zum sonstigen Shooter-Dauerfeuer.








Grossartiges Spiel das Abseits vom Mainstream eine Lücke füllt. So viel Spannung und Taktik gab es schon sehr lange nicht mehr für Konsolen.
Wegen der fehlenden SP-Kampagne hat sich das Spiel bei mir automatisch und von selbst auf Abstellgleis gefahren. Ich hätte zwar auch gerne ein paar Std im MP verbracht, ist mir auf Dauer aber eindeutig zu wenig.Schade!