Rise of the Tomb Raider – im Test (XOne)

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Croft, nicht Soft! Lara zeigte sich beim Reboot Tomb Raider vor zwei Jahren von ihrer groben Seite: Nach anfänglicher Ängstlichkeit mauserte sich die junge Abenteurerin rasch zur Killermaschine, die ihre Feinde mit zahlreichen Waffen und brutalen Nahkampf-Tötungen dezimierte. Auch im Nachfolger Rise of the Tomb Raider gibt sich Frau Croft alles andere als zimperlich. Doch neben einem lockeren Finger am Abzug hat Lara erneut reichlich Abenteuerlust im Gepäck.

Laras Vater Lord Croft war besessen von der Suche nach der Göttlichen Quelle – das Artefakt verleiht der Legende nach Unsterblichkeit. Die Öffentlichkeit verlachte den Forscher jedoch dafür. Nun schickt sich seine Tochter an, die Suche zu beenden und den Namen ihres Vaters reinzuwaschen. Dabei muss sie sich jedoch einen Wettlauf mit dem skrupellosen Trinity-Orden liefern, der den mächtigen Gegenstand für seine Zwecke beanspruchen will.

Rise of the Tomb Raider setzt auf die Struktur des Vorgängers. Im Anschluss an einen kurzen Ausflug nach Syrien, der in das Spiel einführt, verschlägt es Lara nach Sibirien. Dort dienen erneut Lagerfeuer als Speicher- und Schnellreisepunkte, allerdings sind die umliegenden Spielgebiete nun deutlich größer: Lara erforscht ein verschneites Waldstück nebst alter Sowjet-Basis, entdeckt ein sonniges Tal, erschließt antike Tempel und steigt in viele Höhlen hinab. Die grafische Gestaltung der Gebiete lädt dabei zum Entdecken ein: Schroffe Felsstrukturen, saftige Wiesen, schummrige Ruinen und luftige Gebirgsregionen sind organisch aufgebaut und toll beleuchtet. In dunklen Bereichen erhellen nur Kerzenschein und Laras Knicklicht die Szenerie, an der frischen Luft sorgt dagegen die Sonne für schicken Lichteinfall und entsprechende Reflexionen. Bis auf wenige Ausnahmen werden alle Areale von verschiedenen Tierarten bewohnt: Hasen, Rehe, Eichhörnchen, Wildschweine, Bären und mehr tummeln sich dort – das sorgt für Lebendigkeit. Lara selbst ist schick modelliert, gerade ihre unterschiedlichen Kleidungsstücke nebst sichtbarer Ausrüstungsteile sind Blickfänge. Allgemein gefällt die Grafik, dennoch treten Schönheitsfehler auf: Kleinere Objekte wie Tiere, Felsen oder Büsche ploppen oft ins Bild, dazu flimmern viele Kanten stark. Entfernte Elemente sehen grob aus und einige Oberflächen glänzen plastikhaft.

Klanglich gibt es dagegen nichts zu meckern: Sämtliche Charaktere sind auf Deutsch wie Englisch sehr gut vertont. Der Soundtrack spielt mal dezent, mal dynamisch auf, dazu überzeugen die Soundeffekte vom bröckelnden Gestein bis zum MG-Feuer.

Zu Beginn ihres Abenteuers ist Lara noch schlecht ausgerüstet. Doch die Spielregionen liefern Materialien wie Holz, Blätter und Öl, mit denen Ihr u.a. Pfeile für den Bogen oder Heilitems herstellt. Andere Crafting-Teile bekommt Lara ausschließlich, wenn sie bestimmte Tiere erlegt. Neben diesen Rohstoffen sind in den Gebieten eine Menge Truhen, Schriftrollen und Wandbilder versteckt. Diese versorgen Euch nicht nur mit wichtigen Erfahrungspunkten, sondern auch Hintergrundinfos zu Geschichte und Spielwelt. Besagte Wandbilder sind mit Inschriften in verschiedenen Sprachen versehen, die Lara erst nach und nach übersetzen kann. Danach weisen sie ebenso wie Schriftrollen auf Item-Fundorte in der Region hin. Diese markiert Ihr bequem auf Eurer Karte und aktiviert dann Laras Überlebenssinn: Wie im Vorgänger hebt dieser mögliche Interaktionen und wichtige Orte hervor – auf Wunsch schaltet Ihr bestimmte Hinweise in den Optionen ab und sucht auf eigene Faust. Gesammelte antike Münzen tauscht Ihr bei einem Händler gegen besondere Waffen oder Aufsätze ein. Außerdem trefft Ihr auf Leute, die Aufträge für Lara bereithalten. Erfüllt Ihr die Jagd- oder Sammelaufgaben, winken als Belohnung Upgrades – zum Beispiel ein neues Kleidungsstück mit Bonus-Attribut.

Frische Waffen oder Fertigkeiten erhaltet Ihr entweder durch Story-Fortschritt oder Freischaltung am Lagerfeuer. Investiert hier verdiente Fähigkeitenpunkte in Talente aus den Kategorien Kämpfer, Jäger und Überlebender. Fortan gewinnt Lara mehr Ressourcen aus entsprechenden Quellen, kann schneller klettern, mehr einstecken oder effizienter töten. Die Durchschlagskraft, Nachladegeschwindigkeit oder Feuerrate Eurer Knarren erweitert Ihr ebenfalls an den Rastplätzen.

Die Upgrades sind sinnvoll, denn die Soldaten von Trinity machen Lara das Leben schwer. Kommt Ihr in ein bewachtes Areal, bewegt sich Frau Croft geduckt und zückt die Waffe. Grundsätzlich entscheidet Ihr Euch zwischen lautem und leisem Vorgehen. Lara kann von Deckung zu Deckung huschen und Gegner lautlos mit dem Bogen oder der Kletteraxt erledigen. Neuerdings kraxelt Ihr auch auf Bäume und stürzt Euch von dort auf einen ahnungslosen Gegner. Praktisch: Stealth-Kills bringen mehr Erfahrungspunkte ein. Aggressive Archäologen spielen nicht Verstecken, sondern greifen zum Sturmgewehr, randalieren mit der Schrotflinte und setzen Granaten sowie Molotowcocktails ein. Ums Töten kommt Ihr selten herum, häufig müssen erst alle Feinde aus dem Weg sein, bevor es weitergeht.

Je nach Schwierigkeitsstufe variieren die Kämpfe: Auf ”Tomb Raider” (Normal) erholt sich Lara schnell von Verletzungen und Gegner halten nicht viel aus. Die Stufe ”Erfahrener Räuber” (Schwer) verhindert dagegen Laras Heilung während einer Schießerei, zudem agieren die Trinity-Leute aufmerksamer und sie stecken mehr ein. Wirklich schwer wird Rise of the Tomb Raider dadurch nicht, denn die Truppen stürmen häufig blind nach vorn und werden damit leichte Beute für Laras großes Arsenal.

Einige Fertigkeiten erleichtern Euch die Eliminierungen zusätzlich, auch mangelt es in den Kampfgebieten nicht an Munition und Sprengstoff. Erwischt es Lara doch mal, startet Ihr an großzügig gesetzten Checkpoints. Nach überstandener Schlacht plündert Lara die Leichen für weitere Materialien.

Fordernder macht es die Einstellung ”Überlebender”: Dieser Modus ist ausschließlich zu Beginn eines neuen Spiels wählbar und darf im Gegensatz zu den anderen Stufen nicht mehr verändert werden.

Neben Sammelei, Ballerei und Wohltäterei locken die optionalen Herausforderungsgräber. Diese sind nun zahlreicher als im Vorgänger und etwas anspruchsvoller: Die optisch ebenso schicken wie abwechslungsreichen Rätselkammern verlangen meist eine Mischung aus Grips und Kletterkünsten. An deren Ende erwartet Euch eine hilfreiche Fähigkeit für Lara, auf dem Weg entdeckt Ihr weitere Schriftrollen und sackt Münzen ein.

Wem das ganze Sammeln und Erkunden zu viel ist, der darf konsequent der Geschichte folgen. Die ist gut erzählt und mit freundlichen wie auch fiesen Charakteren angereichert, allerdings weder innovativ noch mit besonders packenden Momenten versehen. Erneut muss Lara heftige Stürze verkraften, aus Gebäuden fliehen und tödlichen Fallen ausweichen – so drastische Todesszenen wie in Tomb Raider gibt es allerdings selten.

Der Spielablauf aus Actioneinlagen und Erforschung ist gelungen inszeniert, beide Anteile halten sich ungefähr die Waage. Allerdings bietet die Welt trotz ihrer Größe nur begrenzten Spielraum: Weiße Markierungen zeigen mögliche Kletterbereiche an, auch der Einsatz der Kletteraxt zum Kraxeln und Schwingen ist klar definiert. Lara kann schwimmen und tauchen, Letzteres beschränkt sich jedoch auf den Bereich direkt unter der Wasseroberfläche – die Erforschung von Unterwassergebieten bleibt aus.

Sascha Göddenhoff meint: Schaut Ihr zuerst auf die Wertung und lest dann diese Zeilen hier, haltet Ihr mein ”Gut” vermutlich für einen Fehler. Doch leider steht kein ”Sehr gut”-Gesicht zur Debatte, auch wenn ich das für Rise of the Tomb Raider gern aufsetzen möchte. Ich habe für den Test rund 30 Stunden gespielt und einen Großteil der Aufgaben abgeschlossen – dafür muss mir ein Game schon wirklich gut gefallen! Gerne habe ich den ganzen Kleinkram gesammelt, obwohl sich die Abläufe in jedem Gebiet wiederholen. Ich mochte die Kämpfe und bin dabei mal leise und mal laut vorgegangen, denn beides funktioniert ziemlich gut. Doch obwohl ich viel Vergnügen in der richtig hübschen Welt hatte, vermisste ich zwei Dinge: Freiheit und Herausforderung. Ich fühle mich beim Erkunden und Kämpfen eingeengt, weil mir das Spiel genau zeigt, wo es langgeht. Die Gräber sind toll gemacht, doch bis auf wenige Ausnahmen zu schnell abgeschlossen. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau, darum: ”Rise of the Tomb Raider” ist ein sehr gutes Action-Adventure – spielt es!

  • größere Gebiete mit mehr Sammelkram und Gräbern als im Vorgänger
  • guter Mix aus Erforschen und Schießen
  • kehrt nach Story-Ende zurück und erledigt offene Aufgaben

Mehr Spielwelt, mehr Aufgaben, mehr Gräber: ”Rise of the Tomb Raider” übertrumpft den Vorgänger und macht Laras Aufstieg zum Vergnügen.

Singleplayer87
Multiplayer
Grafik
Sound
D00M82
Moderator
D00M82

Ich hatte bisher mit Lara mehr Spaß als mit dem Vaultboy und dem Hexer.Liegt aber eher am Genre.

moshschocker
I, MANIAC
moshschocker

Ich finds schön, dass das Game hier so beliebt ist. Ich fands auch wirklich cool, aber Kommentare wie “”Besser als Fallout 4 und Witcher”” kann ich nicht ganz nachvollziehen. Zum einen, weil die Spiele was unterschiedliches wollen (okay in der Gesamtqualität sind sie wieder vergleichbar) aber eben auch, weil ich doch stark denke, dass Fallout 4 aber vor allem Witcher 3 in einer anderen Liga spielt. Denn geben wir es mal alle zu, die letzten 90 Minuten war Laras Trip wirklich sehr austauschbar und fast schon generischer Shooter, den man schon zig mal gespielt hat. Das fühlte sich zum Schluss wirklich ziemlich ermüdend an. Alles andere fand ich super gelungen, aber das Ende hats bei mir dann um 1-2 Prozent runtergerissen. Außerdem waren mir die Klettereinlagen ZU vorhergesehen. Ich hätte gerne etwas mehr geknobelt, wo es lang ging. Also, wie gesagt, ich finds echt cool, dass es so gut aufgenommen worden ist hier, grad, weil es sich wohl nicht so gut verkauft zu haben scheint, aber die Kirche sollte man schon im Dorf lassen. Subjektiv ist das ja immer sone Kiste, aber man muss schon ehrlich sein, dass der Witcher in diesem Jahr echt alles richtig gemacht hat. Da kommt Lara nicht dran!! 😉

Walldorf
I, MANIAC
Walldorf

Apropos Open-World-Ärger, damit befasst sich auch der aktuelle Auf-Ein-Bier Podcast:http://www.gamespodcast.de/2015/12/13/runde-36-wenn-wir-mal-ganz-offen-mit-dir-sein-duerfen-open-world

NOXKEX
I, MANIAC
NOXKEX

[quote=ChrisKong]

Hammer wäre mal ein Gebiet so groß wie bei GTA V oder auch Far Cry 3-4!

Gott bewahre, sowas will ich auf keinen Fall. Hab die Schnauze langsam voll von diesen Riesenmaps. Die bringen spielerisch rein gar nichts.

[/quote]Ich kann mich diesem nur anschließen!Die Umgebungen sind definitiv groß genug und genug Abwechlung ist ebenfalls gegeben.Meines erachtens nach gibt es genug Open World Games die schon auf dem Markt sind oder noch erscheinen. Da muss sich Lara nicht auch noch anschließen.Oft hat man bei Open World Games das gefühl das Spiel nur halb gespielt zu haben obwohl man über 100 Stunden Spielzeit in das Spiel steckt.Da wird man ja nie fertig…Mir fehlt dann immer ein wenig das Gefühl von: “”Ahhh, durchgespielt””

WPC Darth Vader
I, MANIAC
WPC Darth Vader

GOTY 2015 besser als The Witcher 3 (außer man hat die Vorgänger gespielt) und Fallout 4

Max Snake
I, MANIAC
Max Snake

Die gute Wille zählt.

Gast

@Daddler… dann hast du mit Sicherheit mehr Freizeit als Ich, auf mehr als 6 Stunden komme ich die Woche nämlich derzeit nicht.

Daddler
I, MANIAC
Daddler

@KaoruSpielst Du dasselbe AC Syndicate wie ich?! Hatte nach einer Woche alle Hauptmissionen, Nebenquests und Trophies abgegrast… Hinsichtlich Schlauchgame, könnten in der Tat gern wieder mehr werden. Ebenso 2D.@Kong Sammelaufgaben finde ich auch dann to

ChrisKong
I, MANIAC
ChrisKong

Ich seh darin auch ehrlich gesagt keine Qualitätssteigerung. Wenn das Sammeln an Miniaufgaben geknüpft ist und die sich unterscheiden, ok. Aber in Spielen wie Fallout 3, Far Cry, Just Cause, Infamous wiederholt sich das halt pausenlos. Es ist gut, dass es solche Spiele auch gibt, aber nicht jeder Kram muss so sein. Ich hab div. Spiele genau aus dem Grund genossen, weil man auch mal das Gefühl hatte, vorwärts zu kommen.

Gast

Ich stimme Kong vollkommen zu, frag mich wo die Leute immer die Zeit her nehmen. Für Tomb Raider musste ich extra 5 Tage Urlaub nehmen. Seit 4 Wochen spiel ich AC: Syndicate und bin erst bei 23% und weiß jetzt schon nicht mal mehr wie das Anfing. Bei derzeitiger Spielgeschwindigkeit seh ich den Abspann bestenfalls im Februar. Und dann steht auch noch Fallout an. Wo sind die ganzen schlauchrigen Games die in 10 Stunden vorbei sind? Jeder Krempel wird heut mit Openworld aufgeblasen bis zum geht nicht mehr und die Leute schreien auch noch nach mehr. Irgendwas muss ich falsch machen.

ChrisKong
I, MANIAC
ChrisKong

Hammer wäre mal ein Gebiet so groß wie bei GTA V oder auch Far Cry 3-4! Gott bewahre, sowas will ich auf keinen Fall. Hab die Schnauze langsam voll von diesen Riesenmaps. Die bringen spielerisch rein gar nichts.

Maverick
I, MANIAC
Maverick

Ist bei mir leider untergegangen, so viele Spiele in letzter Zeit dass der neue tr erstmal warten muss, naja und ich warte eh lieber auf die ps4 version.

Daddler
I, MANIAC
Daddler

@Walldorf 360Version ist richtig gut gelungen, sieht top aus.Mein GAME OF THE YEAR, schön anzuzusehen, gut funktionierendes aber nicht zu leichtes Kletterm, kleine aber feine Gräber zum Erkunden, unheimlich spaßige und anspruchsvolle Schießerein (auf hohe

D00M82
Moderator
D00M82

Ich fand das Spiel auch überaus gelungen.Muss es mal noch zu Ende spielen.

dmhvader
I, MANIAC
dmhvader

Das Game ist geil – echt einen Tick besser wie Uncharted 1-3, bis auf die Grafik! Mir gefallen die halboffenen Gebiete und das Abgrasen nach Sammelobjekten vor allem in den großen Gräbern sehr! Das Game hat mittlerweile schon richtig was von Zelda, finde ich.Meinetwegen darf das nächste Tomb Raider noch größere offene Gebiete haben! Hammer wäre mal ein Gebiet so groß wie bei GTA V oder auch Far Cry 3-4! Aber dann wär Globetrotterin Lara wohl stets nur in einem Teil der virtuellen Erde unterwegs!

Walldorf
I, MANIAC
Walldorf

Ich werde mir nächste Woche die Xbox 360-Version kaufen. Die soll ja auch sehr gelungen sein.

Max Snake
I, MANIAC
Max Snake

Mehr klettern wäre es wünschenswert. Trotzdem besser als der Tomb Raider Reboot und die Gesichter, die mit Spray als statt mit Punkten sieht man, wie gut die Mimik kommt.

SxyxS
I, MANIAC
SxyxS

Stell dir vor ein neues Tomb Raider wird releastund niemand kriegts mit.

Gast

GAME OF THE YEAR.