
Meinung
Thomas Nickel meint: In Sachen Technik wäre noch gut Raum nach oben gewesen und auch die DLC-Politik finde ich eher fragwürdig. Doch auch ohne die Download-Inhalte und 60 Bilder pro Sekunde ist Shin Megami Tensei III ein enorm faszinierendes Rollenspiel. Im Vergleich zum visuell überbordenden Persona 5 wirkt es nüchtern und verweist mit seinen langen, verzweigten Labyrinthen noch klar auf die Serienwurzeln im Dungeon-Crawler-Bereich. Die kahle, leere Welt sorgt für Unbehagen, Kazuma Kanekos Charakter- und Dämonen-Designs verstören nach wie vor und spielerisch wird gerade dank Push-Turn-Kämpfen und Dämonenfusion hochgradig anspruchsvolle Kost geboten. Ständig ändert sich die Zusammensetzung Eurer Truppe, einstmals schier unschaffbar scheinende Bosse kriegt Ihr mit der richtigen Taktik souverän klein und auf ein klassisches Gut-Böse-Schema wird verzichtet. Das ergibt ein spannendes und nach wie vor extrem motivierendes Stück Rollenspiel-Geschichte.
Daria Varfolomeeva meint: Das Original war ein knallhartes, aber sehr atmosphärisches Rollenspiel – die Systeme und Kämpfe knackig und mit keinem J-RPG der PS2-Ära vergleichbar. Das Remaster macht jetzt einiges richtig. Der Gnädig-Modus gestaltet Gefechte einfacher, aber das Wichtigere ist: Der Level-Grind wird selbst ohne den DLC sehr stark reduziert. So komme ich sehr flott durchs Spiel, ohne stundenlang im Kreis laufen und kämpfen zu müssen. Die kleinen Komfort-Verbesserungen machen auch Fusionen einfacher und die Zwischenspeicher-Funktion ist ein Segen, wenn ich mal tief im Labyrinth bin. Die Welt ist unglaublich interessant und wer sich auf sie einlässt, wird sehr viel Liebe zum Detail entdecken.







