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Spielt Ihr im Koop mit bis zu zwei Freunden, sind zudem regelmäßige Absprachen wichtig – etwa wer Heilmunition verwendet, wer Gegner rammt oder wann man sich strategisch zurückzieht. Um nicht als Fischfutter zu enden, müsst Ihr zudem Wind- und Seegang berücksichtigen sowie die Ausdauer Eurer Crew im Auge behalten. Apropos Crew: Wer gehofft hatte, seine Mannschaft näher kennenlernen und detaillierter verwalten zu können, wird enttäuscht sein. Schade zudem, dass Entermanöver hier kaum mehr sind als das rechtzeitige Drücken einer eingeblendeten Taste – dicht gefolgt von einer repetitiven Ingame-Zwischensequenz. Dass Ihr, wie in Sea of Thieves, auch mal selbst den Säbel zückt, Fracht von Bord tragt, im Inneren des Schiffes manuell Reparaturen durchführt, per Hand Kanonen nachladet und dergleichen mehr, ist nicht vorgesehen. Inselerkundungen zu Fuß sind zwar möglich, meist jedoch nur in bestimmten Bereichen, die sehr übersichtlich ausfallen und nur wenige vorgegebene Interaktionen mit Questgebern, Händlern und einigen Umgebungsobjekte wie Kochtöpfen, Kletterseilen oder etwa Piratenfeuern erlauben.
Auch das auf den ersten Blick interessante Fraktionssystem entpuppt sich schnell als Augenwischerei ohne Tiefgang. Versenkt Ihr beispielsweise kontinuierlich Schiffe des Fara-Clans, steigt dadurch kurzfristig eine Art Feindseligkeits-Leiste, wodurch Ihr dann schneller in Gefechte mit dieser Fraktion verwickelt werdet. Lasst Ihr jedoch einige Minuten lang Gras über die Sache wachsen, ist alles wieder beim Alten. Ein System mit langfristigen Konsequenzen für das eigene Handeln gibt es leider nicht, hätte die Spielerfahrung aber merklich aufgewertet. Federn lassen muss Skull and Bones auch bei der erzählerischen Inszenierung: Eine als grobe Orientierung dienende Rahmenhandlung gibt es in der Anfangsphase im Zusammenhang mit besagtem Scurlock und Admiralin Rahma zwar, Spannung keimt aufgrund plumper Dialoge und vorhersehbarer Wendungen allerdings keine auf und die meisten anderen NPCs hat man schnell wieder vergessen.
Etwas besser funktioniert das Endgame. Hier geht es unter anderem darum, sich Produktionsstätten anzueignen, die dann wiederum seltene Waren wie Rum, Gin oder Opium herstellen, welche man anschließend handeln darf. Lohn der Mühe sind noch bessere Upgrade-Items, die das allgegenwärtige Grind-Hamsterrad weiter am Laufen halten. Gleiches gilt für andere Endgame-Aktivitäten wie die Jagd nach mächtigen Seeungeheuern und legendären Piraten-Lords. Sie zu Fall zu bringen, benötigt nicht nur ausgezeichnete Bewaffnung, sondern auch viel Ausdauer und idealerweise einige versierte Koop-Mitstreiter.






















