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| Spiel: | Sly 3: Honor Among Thieves |
| Publisher: | Sony |
| Developer: | Sucker Punch |
| Genre: | Jump'n'Run |
| Getestet für: | PS2 |
| Erhältlich für: | PS2 |
| USK: | |
| Erschienen in: | 12 / 2005 |
Wo immer sich der im Titel zitierte Ehrenkodex der Diebe auch verstecken mag – er versteckt sich so gut, dass wir ihn nicht ausmachen konnten: Sly und seine Bande klauen, hauen nach Herzenslust übers Ohr und sind skrupellos zugange wie eh und je – lediglich für die Umwelt haben die Schurken ein Herz. Außerdem entpuppt sich Mr. Cooper in seinem dritten Abenteuer nicht nur als ausgesprochener Leichtfuß, sondern außerdem als verzeihlicher Charakter. Dass sich der Spross eines alten Gauner-Geschlechts bis über die pelzigen Ohren in seine ewige Gegenspielerin Carmelita Fox verknallt hat, ist ja hinreichend bekannt. Aber neuerdings scheut er auch nicht davor zurück, heimtückische Super-Ganoven wie Unkerich Demitri oder den Über-Panda aus Teil 1 in sein Team aufzunehmen.
Gerade noch hat er alles daran gesetzt, die gemeingefährlichen Irren dingfest zu machen – und plötzlich ist Verbrüderung angesagt. Grund der ungewöhnlichen Zusammenarbeit: Das Cooper-Team will Slys Familienschatz heben – nur leider hat es die Organisation eines durchgeknallten Wissenschaftlers ebenfalls auf die Klunkersammlung des Waschbären-Clans abgesehen. Weil den Fieslingen zur Öffnung der kolossalen Safe-Tür aber noch Slys berüchtigter Haken abgeht (hier fungiert das Schurken-Allzwecks-Werkzeug quasi als Schlüssel), bleibt Euren Dieben noch eine kleine Schonfrist – gerade genug Zeit, um Euer Team so weit mit neuen Kompetenzen aufzustocken, dass Ihr es mit der übermächtigen Organisation aufnehmen könnt.
Sucker Punch macht da weiter, wo man bei Teil 2 aufgehört hat: Schon in der letzten Episode wurde das ehemalige Jump’n’Run um weitere Genre-Einflüsse bereichert und mit etlichen Minispielen aufgepeppt, außerdem durftet Ihr mit schöner Regelmäßigkeit in die Polygon-Haut von Schildkröten-Einstein Bentley oder Hippo-Schläger Murray schlüpfen. Klar, dass man die Abwechslung für Episode 3 noch steigern wollte – entsprechend ist Sly jetzt endgültig zum Multi-Genre-Cocktail verkommen. Wer in den Vorgängern vor allem die ausgefeilten Hüpf-Eskapaden und Fertigkeiten des bärigen Hauptcharakters schätzte, dem wird der Jump’n’Run-Anteil hier deutlich zu kurz kommen. Zwar versteht sich Sly selber mit Balance-Akten, Schleich-Einlagen, Kletterpartien und pixelgenauen Sprüngen nach wie vor meisterlich auf sein Diebeshandwerk – aber ab sofort muss er sich den ersten Platz mit den anderen Team-Kollegen teilen.








