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Auch das variantenreiche Skill-System, die Item-Erschaffung und die als ’Private Actions’ bekannten optionalen Dialoge kehren in Star Ocean: The Last Hope zurück aus der Zukunft. Skillbücher schalten praktische Fähigkeiten wie einen Schatztruhen-Radar, Kenntnisse in erster Hilfe oder die seit Teil 1 beliebten Koch-Fähigkeiten frei. Tragt Ihr gefundene Rezepte zur Hologramm-Mechanikerin Welch, könnt Ihr mit ihrer Hilfe aus herumliegenden Schrottteilen und käuflichen Komponenten neue und teils sehr mächtige Ausrüstungsgegenstände zusammenschrauben. Zusätzliche Versorgung mit Bastelbedarf erhaltet Ihr durch besondere Rohstoffquellen auf Planetenoberwelten oder in Dungeons. An grün schimmernden Stellen darf beispielsweise Reimi Kräuter ernten, während glitzernde Erzadern mit dem Bergbau-Skill des Cyborgs Bacchus nutzbar sind. Die in den Vorgängern extrem weit gestreuten Startpunkte zur sozialen Interaktion mit einem Partymitglied, wurden in The Last Hope zum Glück etwas konzentriert. ’Private Actions’ finden häufig an Bord der Calnus statt und verkürzen die Wartezeit bei interstellaren Reisen. Je nachdem, mit welchen Figuren Ihr dabei interagiert und wen Ihr im Belegungsplan als Quartiernachbarn auswählt, ändern sich die Beziehungskisten der Weltall-Seifenoper. Wenn Ihr sämtliche Charakter-Nebenhandlungen bis zum Schluss verfolgen wollt, habt Ihr eine Menge zu tun.
Überhaupt ist The Last Hope ein Spiel für Fleißmeisen. Eine Vielzahl uninspirierter, aber reich entlohnter Sammel- und Suchquests könnt Ihr in Shops annehmen. Die tri-Ace typischen Bonus-Dungeons und Bosse locken zur Betätigung abseits der Hauptquest. Das ist auch gut so, denn diese reißt Euch weder in Sachen Inszenierung noch beim Design der Haupt-Dungeons vom Pilotensitz. Fehlbesetzte Sprecher, entsetzliches Timing und gelähmte Mimik wirken auch im dramatischsten Augenblick lächerlich. Bei Zwischensequenzen in Xenosaga-Umfang fällt dies doppelt ins Gewicht. Knausrig gesetzte Speicherpunkte und lineare Türenrätsel in hübschen, aber leeren Dungeons lassen Sorg- und Ideenvielfalt des Kampf-Modus vermissen. Wer letztlich sämtliche versteckten Inhalte, Quests und Dungeons sehen will, muss sich auf den einen oder anderen Discwechsel-Marathon einstellen. Belohnt wird solche Geduld mit zig Stunden in der Anime-Galaxie, nicht besonders innovativ im Design und teilweise kindisch in der Erzählung, aber motivierend und ergiebig in Sachen Monstervertilgung und Partyentwicklung.










