Street Fighter IV – im Klassik-Test (360)

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Grafisch hat die Street Fighter-­Serie endlich den Sprung in die dritte Dimension gemeistert und schafft mühelos das Kunststück, den Charme aus alten 16-Bit-Tagen einzufangen. Die im Comic-Stil modellierten Charaktere weisen feine Konturen auf, bei speziellen Moves und Nahaufnahmen setzen Tusche-Effekte schicke Akzente. Das Resultat erinnert an 2D-Artworks vergangener Bitmap-Zeiten und lässt den Betrachter fast vergessen, dass es sich hier um Polygone handelt. Übertroffen wird diese Detailverliebtheit nur von den Animationen der Kämpfer: Ryus Feuerball, Dhalsims langarmige Schläge und Blankas Rückwärtstritt gleichen ihren 2D-Pendants bis ins letzte Detail und zaubern Nostalgikern Tränen der Rührung in die Augen.

Bewundern darf man dieses Schauspiel vor der Kulisse zahlreicher Arenen und Schauplätze, die jedoch nicht mehr fest an einen Charakter gebunden sind und in ihrer grafischen Qualität durchaus schwanken. Der chinesische Marktplatz ist voller Leben und gleicht der Chun-Li-Stage aus Street Fighter II – dagegen könnte die historische Brennerei in Großbritannien detailliertere Objekte vertragen. Zahlreiche Ereignisse und Spielereien sorgen immer wieder für Schmunzler: Wenn im Kampf ein Muskelprotz zu Boden fällt, ­zerbricht im Hintergrund schon mal ein Fässerregal oder ein Zuschauer fällt von einer Mauer herunter (um dann schnell wieder hochzuklettern). Das Highlight sind jedoch die entsetzten Gesichter Eurer Gegner, wenn Ihr gerade in Großaufnahme zu einer Super- oder Ultra-Combo ansetzt – derart liebevolle Animationen ­waren selbst zu 16-Bit-Zeiten rar und kommen bei der 3D-Konkurrenz so nicht vor.

Die Klangkulisse hingegen sorgt für gemischte Gefühle: Die Fighter glänzen mit guten englischen Sprach­samples (Puristen stellen in den Optionen auf japanisch), die Musikstücke der Arenen sind neue Kompositionen und gefallen mit treibenden Beats und eingängigen ­Melodien. Highlight für Serien-­Veteranen: In den Rivalenkämpfen ertönen vertraute Street Fighter II-Themen in neuem Gewand. Der poppige Boyband-Song in Intro und Menü ist allerdings gewöhnungs­bedürftig und läuft in der Redaktion unter dem Spitznamen ”Backstreet Fighter”.

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Rudi Ratlos
30. Juni 2025 14:23

Wieso ist das schon bei den Retrotests 😭 war damals megagut, hab noch die CE mit Diorama. Capcom-technisch durch diverse Updates dann weiter perfektioniert.

Illstar
27. Juni 2025 23:05

Ja, fand das damals auch super. Vor allem weil alpha und 3rd auch an mir vorbei gingen.

Durandal
27. Juni 2025 15:08

Mit Sicherheit eines der besten Serien-Revivals/Reboots ever. Und die Grafik war einfach sehr lecker.