Stuntman – im Klassik-Test (PS2)

2
2267
Zurück
Nächste

Meinung & Wertung

Oliver Schultes meint: Der ultimative Test fürs eigene Nervenkostüm: Ich habe nun wirklich nichts gegen knallharte Videospiele – solange sie einem ein Gefühl von Fairness vermitteln. Und genau dies vermisse ich bei Stuntman in den meisten Missionen. Einen Level auf Anhieb mit Zockertugenden wie Reaktionsschnelligkeit, Geschick oder Assoziation zu meistern, ist nahezu utopisch. Viel zu oft seid Ihr Euch (dank des undurchsichtigen Leveldesigns) im Unklaren, wohin Ihr fahren sollt oder Ihr vermasselt den Stunt, weil Euer tonnenschwerer Panzer an einem vergleichsweise winzigen Felsbrocken hängen bleibt. Da es die Entwickler zudem versäumt haben, die Wegführung und die erforderlichen Fahrmanöver vorab zu präsentieren, bleibt Euch nur das Ausprobieren und Auswendiglernen – bei minutenlangen Stunts ist somit Frust vorprogrammiert, zumal Checkpoints oder andere Hilfestellungen gänzlich fehlen. Die Optik schafft es mit zahlreichen Rucklern und teils eintönigen Texturen noch über PS2-Durchschnittsniveau. Zocker mit Nerven aus Stahl und Engelsgeduld dürfen trotz allem Gemecker einen Blick riskieren.

Stephan Freundorfer meint: Beulen im Blech: Kaum ein Titel der letzten Zeit hinterließ bei mir einen solch zwiespältigen Eindruck. Einerseits fasst man sich bei den enormen Design-Macken (fehlende Anweisungen des Regisseurs vor Beginn der Stunts, hakelige Kollisions-Abfrage) an den Kopf, andererseits fesselt einen die rasante Jagd nach der absolut perfekten Ausführung spätestens beim ersten gemeisterten Korken­zieher-Sprung. Menschen mit dünnem Geduldsfaden sowie schwachen Nerven machen aber am besten gleich einen großen Bogen um Reflections pedantisches Stück Software: Millimeter-genaue Bremsmanöver und gekonnte Drift-Einlagen sind wegen der realistischen Fahrphysik erste Raser-Pflicht. Die schick geschnittenen Trailer nach Abschluss jedes Films stellen jedoch eine mehr als adäquate Belohnung für die zuvor erlittenen Strapazen dar. Außerdem mutiert der anfänglich karge ‘Stunt Constructor’ mit zunehmender Spieldauer zum ausgewachsenen Spaß-Monster: Herrliche Crashs mit unbemannten Schrott-Autos bringen das famose Schadensmodell so richtig zur Geltung.

Für Zocker mit Nerven aus Stahl: origineller Rennspiel/Geschicklichkeits-Mix mit eklatanten Design-Mängeln.

Singleplayer70
Multiplayer
Grafik
Sound
Zurück
Nächste
2 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
JACK POINT
29. August 2021 0:18

Wenn man davon doch nur eine Remaster-Version bekäme, die super flüssig liefe. War halt aus einer Zeit wo es Reflections verstand Spiele grad immer eine Hardware zu früh zu veröffentlichen, siehe auch Driver 2.

Max Snake
26. August 2021 15:05

Die Demo Version hat mir wenig Spaß gehabt.