Trackmania Turbo – im Test (PS4 / Xbox One)

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Ohne den Willen, kritische Passagen durch auch mal dutzendfache Wiederholung zu perfektionieren, kommt Ihr nicht weit. Dank meist überschaubarer Streckenlänge und sofortigem Neustart auf Knopfdruck wird der Stress aber vernünftig minimiert. Und wer sich auf das ebenso einfache wie motivierende Konzept einlässt, wird ohnehin im Handumdrehen von der “Nur noch einmal, dann packe ich es”-Sucht gepackt.

Die Inszenierung sorgt für gute Laune: Bis auf seltene Ausnahmen genießt Ihr 60 Bilder pro Sekunde ohne Tearing. Die Szenarien warten mit knalligem Artdesign auf, das auf schrille Werbebanner und satte Primärfarben setzt – ein wenig wie Super Mario auf Drogen und ein sympathischer Kontrast zum grassierenden braun-grauen Realismusfetisch. Als Soundtrack wummert französische Disco- und House-Mucke schwungvoll im Hintergrund. Allerdings beginnt bei jedem Neustart ein frischer Song, weshalb Ihr bald die ersten paar Sekunden auswendig kennt und den Rest der Songs kaum.

Reichlich Spielmodi sorgen für Abwechslung, allerdings verwundern einige Lücken: Solisten arbeiten sich entweder in der Kampagne durch die 200 Kurse oder zeigen in den Online-Lobbys ihr Können. Dort habt Ihr stets ein paar Minuten Zeit, um die bestmögliche Zeit zu erreichen, während Eure als Geister gleichzeitig fahrenden Kontrahenten dasselbe versuchen. Bis zu 100 Teilnehmer tummeln sich auf einem Kurs, was trotz abgeschalteter Kollisionen unweigerlich für Tohuwabohu sorgt, aber ausgesprochen unterhaltsam ist.

Habt Ihr Mitstreiter vor dem heimischen Bildschirm versammelt, könnt Ihr entweder abwechselnd auf Zeitjagd gehen oder zu viert im Splitscreen antreten. Per “Cheatcodes” aktivierbare Modifikatoren wie durch Stunts füllbarer Turboschub, einsetzbare Extras oder der alternative “Monoscreen” (wer wie bei Micro Machines aus dem Bild rutscht, kriegt Abzüge) sorgen für Flexibilität. Kurioserweise fehlt aber just die Möglichkeit, wie online einfach gleichzeitig auf Zeitjagd zu gehen – vor der heimischen Glotze heißt es entweder nacheinander oder gar nicht. Witzig, aber nur für richtig kompatible Spielerduos gedacht, ist schließlich der “Double Driver”-Modus, in dem zwei Leute gemeinsam das Vehikel steuern.

Nicht fehlen darf bei einem Trackmania der Strecken-Editor, da macht Turbo keine Ausnahme: Der leistungsstarke Baukasten ist zwar per Joypad nicht übermäßig komfortabel zu bedienen. Doch auch weniger versierte Handwerker kriegen vernünftige Kurse hin, zumal eine intelligente “Selbstbau-Automatik” auf Wunsch für respektable Ergebnisse sorgt. Ärgerlich ist aber, dass Ihr den Kreationen weder eigene Namen verpassen könnt (stattdessen werden sie schlicht durchnummeriert) noch bislang eine vernünftige Option existiert, diese online mit Freunden oder der Welt zu teilen. Entsprechend ist es (noch) nicht möglich, frei durch die Werke anderer Spieler zu stöbern.

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dudelJack
24. Juni 2016 9:14

Hab zwar seit TM Nations auf dem PC kein TM mehr gespielt aber es juckt schon in den Fingern. Das war einfach eine super Kombi aus Trial&Error und null Wartezeit beim Zurücksetzen.

Cheeky Cherry
23. Juni 2016 18:11

Demo gespielt. 1. Versuch. Die Steuerung ist viel zu zäh, für die Geschwindigkeit zu lahm. Aber einen 2. Versuch konnte ich mir dann doch nicht verkneifen. Und plötzlich hatte ich gefühlt Daytona USA vor mir. Dass dann noch ca. 10 “”na gut noch einmal””s folgten, dürfte jedem, der es gespielt hat, klar sein. Und dann ist das Ding im Sale und ich Fön bin blank. Aber das wird auf jeden noch gekauft!

23. Juni 2016 17:22

Also ich finde die Steuerung dann doch mittelmäßig,erst recht,wenn man Ridge Racer gewohnt ist

AkiraTheMessiah
23. Juni 2016 13:36

Hätte es dieses tolle Spiel damals in meiner Jugend gegeben .. Wären sicherlich ein paar Joysticks zu Bruch gegangen. Vor lauter Freude natürlich. 😉 😀