White Knight Chronicles II – im Test (PS3)

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Mit White Knight Chronicles debütierte der weiße RPG-Riese vor eineinhalb Jahren mit viel Potenzial und noch mehr Verbesserungsbedarf (Test in Ausgabe 04/10). Das an Online-RPGs angelehnte Kampfsystem erwies sich als vielseitig, aber lahmarschig. Held Leonard, der sich im Kampf zum turmhohen Incorruptus aufblasen konnte, blieb charakterlich hohl. Euer selbsterstellter Avatar tobte sich in spaßigen Online-Quests aus, wurde von der klischeehaften Handlung des Hauptspiels aber ignoriert.
Bei der Fortsetzung will Level-5 alte Fehler vermeiden: Verkürzte Wartezeiten für Kampfaktionen, neu balancierte Waffenstärke und Fähigkeiten sowie ein gehobener taktischer Anspruch lauten die neuen Tugenden. Generös packte man zudem den ersten Serienteil mit aktualisierter Spielmechanik auf die Blu-ray. Trotzdem lässt das Gesamtergebnis zu wünschen übrig.

Ihr startet entweder komplett von vorne oder mit einem neuen Avatar auf Level 35 am Startpunkt des Sequels. Wer das Originalspiel durch hat, darf alternativ seine alte Party importieren (wird auf Level 35 zurückgesetzt). Für Novizen verwirrend, geht die Rahmenhandlung um Bösewicht Grazel im Feenkönigreich Faria weiter. Die zarte Prinzessin Miu und ihr düsterer Leibwächter Scardyne stoßen zur bekannten Heldentruppe um Ritter Leonard. Exotische Buntglastürme und überwucherte Baumriesen verströmen fantastische Atmosphäre. Nach zwei bis drei Stunden folgt Ernüchterung: Spätestens im ersten Bosskampf wird klar, dass der Schlüssel zum Sieg noch immer im korrekten Einsatz der beiden automatisch agierenden KI-Kameraden besteht. Deren Anleitung per gehaltener Schultertaste und Digikreuz ist nach wie vor umständlich, ebenso wie die Auswahl Eurer Kampfaktionen über vier frei belegbare Befehlsleisten. Coole neue Fähigkeiten wie Leonards Zweihandkampftechnik können den weißen Recken nicht von seinem Fluch befreien: Ihr müsst zu lange schwächliche Standardattacken austeilen, bis Ihr die mindestens sieben Aktions-Chips für die Verwandlung in die Incorruptus-Form beisammen habt.
Zwar erhalten später auch Bogenschützin Yulie und Euer Avatar ihre eigenen Incorrupti, das ändert aber nichts am langweiligen Kampfsystem. Dass Ihr zwischen den wenigen neuen Schauplätzen recht viel Zeit in altbekannten Arealen zubringt und die Bosskämpfe im letzten Drittel des Spiels lächerlich hohe Erfahrungsstufen verlangen, trägt nicht zum Spielgenuss bei. Eine bittere Erkenntnis, denn der weiße Spielspaß-Zwerg bäumt sich immer mal wieder zum Teilzeit-Riesen auf. Massig Rüstzeug für Party und Incorrupti, große Vielfalt in der Charakterentwicklung, aufgebretzelte Online-Quests für inzwischen acht Avatare und tolle Monsterkreationen schaffen eine durchaus attraktive Rollenspielumgebung. Leider genügt das nicht für ein RPG, das als Gesamtwerk über 100 Stunden dauert. Krampfige Kämpfe und eine letztlich unverschämt einfallslose Geschichte degradieren diesen armen Ritter zum dummen Bauern.

+ enthält den ersten Teil
+ ein paar neue Schauplätze
+ tolle Monster

– immer noch umständliches Kampfsystem
– für Neueinsteiger ist die Story verwirrend
– einfallslose Geschichte

Max Wildgruber meint: Level-5 muss sich so langsam vorkommen wie beim Kampf gegen Windmühlen. Schon wieder hat man aus vielen an sich prächtigen Einzelteilen einen Ritter von trauriger Gestalt zusammengeschraubt. Trotz etlicher Detailverbesserungen und fairem Gesamtumfang kritisiere ich bei White Knight Chronicles II dasselbe Grundproblem wie beim Vorgänger: Während ich im Online-Modus gut mit dem Stop-and-Go-Rhythmus des Kampfsystems klarkomme, langweilt mich der volllaufende Kreis im Hauptspiel zu Tode. Auch die höhere Schwierigkeit ändert nichts. MMO-Kampfsysteme sind eben für Gruppen mit echten menschlichen Mitspielern gedacht. Die KI-Pappkameraden tragen hier nicht. Schade um die immer noch coole Riesenritteridee, manch hübschen Winkel der Spielwelt und den hervorragenden Soundtrack.

Umfangreiches Japan-Rollenspiel mit guten Ansätzen, aber krampfigem Kampfsystem und schwacher Story.

Singleplayer64
Multiplayer
Grafik
Sound
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deaf at play
3. August 2011 15:37

stimmt bin auch nicht einverstanden. 55% mehr auch nicht.

2. August 2011 18:43

Ich bin mit diesem Test natürlich nicht einverstanden.

pwndius_pilatus
2. August 2011 15:18

Mh….das Kampfsystem macht schon Sinn…in Bezug auf Multiplayer.Im Grunde genommen abgeschaut von Final Fantasy XI Online.Naja…scheint wohl sehr populär zu sein..tri-Ace hat sich beim kommenden PSP Game Frontier Gate sehr viel von FFXI abgeschaut^^Finde das Spiel persönlich ganz gut, nur etwas mehr Tiefe würde nicht schaden und auch eine etwas…nettere Story. Man soll es nicht versuchen Komplex zu machen und dann nen Sauhaufen rausbringen, denn oft ist weniger mehr.