Buch-Check: All Games Are Good

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Dieser Artikel stammt aus der M! 361 (Oktober 2023).

MERING • Wird heute über Spiele diskutiert, dann fällt schnell auf: Negativität, wohin man schaut. Alles zu teuer, schlimme Technik, Konsolenkrieg und früher war sowieso alles besser. Da ist alleine schon der Titel All Games Are Good ein willkommener Lichtblick. Der britische Autor Stuart Gipp, Retro-Kenner, vor allem als Host des Retronauts-Podcasts bekannt, frönt auf mehr als 400 Seiten seiner Liebe zum digitalen Spiel – vom Amiga bis zum ZX Spectrum, von den 1980ern bis in die Gegenwart.

Dabei begnügt sich Gipp nicht mit simpler Lobhudelei, ein zentrales Anliegen ist es, gerade die Spiele, auf die heute oft unfair herabgeschaut wird, ins Rampenlicht zu bringen und einfach mal zu sagen, welche Qualitäten auch in einem Aero the Acrobat, einem Pugsley’s ­Scavenger Hunt, einem Vexx oder einem James Pond 3: Operation Starfish stecken – und dank der britischen Perspektive des Autors ist natürlich auch Eierheld Dizzy ein Thema. Nach der Lektüre wisst Ihr dann außerdem endlich, was es mit dem Official Father Christmas Game auf sich hat. Zudem hält sich der Autor mit trockenem Humor nicht zurück – wenn kritisiert werden muss, dann muss das eben sein. Das Schwarz-Weiß-Hardcover-Buch ist beste Nachttisch-Lektüre, lädt immer wieder zum Stöbern ein und entpuppt sich als perfektes Gegenmittel zum nörgeligen Social-Media-Alltag! Denn Gipp hat recht – in jedem Spiel lässt sich etwas Gutes entdecken.

All Games Are Good • Press Run 412 Seiten• 25 US-Dollar

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