20 Jahre PlayStation – Goldene Piraten-Ära

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Mit der PlayStation setzen sich optische Medien als Datenspeicher für Konsolenspiele durch, gleichzeitig werden in der zweiten Hälfte der 1990er CD-Brenner und -Rohlinge bezahlbar. Der Kopierschutz auf den PlayStation-CDs lässt sich zwar nicht so einfach zusammen mit den Spieledaten vervielfältigen, für die Sony-Konsole erscheinen aber schon bald kostengünstige Mod-Chips, durch deren Einbau Importspiele und Raubkopien genutzt werden können. Die Spielepiraterie – bislang vornehmlich auf Computern zu Hause – erreicht endgültig und im großen Rahmen die Videospielwelt, wird auf PlayStation so alltäglich und populär wie seit C64-Zeiten nicht mehr. Und so wie der Commodore 64 nicht zuletzt dank der ”Gratisversorgung” mit Spielen zum erfolgreichsten Heimcomputer bei uns avanciert, trägt die Einfachheit des Raubkopierens zweifellos zur Beliebtheit der Sony-Plattform bei.

Auch die PS2 ist von Piraterie geplagt, Mod-Chips oder Wechseltricks machen die Verwendung von Kopien kinderleicht, mit der zunehmenden Popularität der DVD als Medium werden entsprechende Brenner bezahlbar. Bei der PS3 gelingt es Sony mehrere Jahre lang, das System erfolgreich gegen Piraten abzuschotten: Erst Anfang 2010 schafft es der junge amerikanische Tüftler George Hotz, die PS3 zu hacken; später setzt er Sony öffentlich unter Druck, worauf der Konzern juristisch gegen ihn vorgeht (was letztlich wohl in dem Vergeltungs-Angriff auf das Playstation Network durch eine andere Hackergruppe im Sommer 2011 gipfelt). Dennoch erstreitet sich Sony viel Zeit gegen die Piraten (u.a. durch Firmware-Updates) – für die PS3 sind Raub­kopien ein vergleichsweise geringes Problem.

    Ganz anders sieht es dagegen bei der PSP aus: ”Wir sind überzeugt, dass Piraterie uns ein gewaltiges Stück unserer Software-Verkäufe gekostet hat”, räumt der SCEA-Manager Peter Dille bei einem Interview mit der Webseite Gamasutra ein. Zahlreiche Entwickler kehren dem Sony-Handheld den Rücken, weil sich trotz der ordentlichen installierten Basis kein Geld machen lässt – im Internet sind Anleitungen zur Verwendung von Raubkopien mittels ”Custom Firmware” genauso problemlos zu finden wie die Spiele selbst. Sony versucht zwar, die Löcher durch System-Updates zu stopfen – der Kampf geht jedoch früh verloren. Bei der PS Vita agiert der Konzern geschickter, sodass Piraterie auf dem jüngsten Sony-Mobilgerät bislang noch keine Relevanz hat.

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Ziep
3. Januar 2015 20:00

Schade, dass es zu den Normalversionen eigentlich kaum noch was an Goodies gibt… wenigstens ein Poster oder so was wäre fein.

Danijel78
3. Januar 2015 19:46

Hab beim C64 auch kopiert was das Zeug hält. Allerdings war das eher ein finanzieller Grund weil ich einfach zu jung zum Geld verdienen war. Als ich dann Atari ST wegen den MIDI-Anschlüssen zur Hauptplattform machte hatte ich auch noch Raubkopien, allerdings wurden schon vermehrt Originale gekauft. Die Zeitung die es am Flughafen von Zak MacKracken zu lesen gab, lag nämlich dem Original tatsächlich bei. Diese Goodies und die schönen Verpackungen haben dann meine Liebe zu Originalspielen entfacht. Obwohl ich noch Schüler war hat mein nebenbei verdientes Geld zu knapp 40 originalen Atari ST Spielen gereicht. Zeitgleich hielt ein NES einzug und da waren Kopien eh kein thema.Als ich dann auch noch mitgekriegt habe wie meine Kumpels mit Ihren hunderten von Raubkopien nicht ein Spiel durchgespielt haben haben diese mich dann gar nicht mehr interessiert. Seither kommen mir nur noch Originale ins Haus.

denx
3. Januar 2015 12:48

Für Indy 3 flogen auch tonnenweise kopierte Tagebücher in der Welt rum. Es gibt wahrscheinlich auch heute noch Leute, die denken, dass die Group-Intros früher auf dem C64 oder Amiga offizieller Teil des Spiels waren. Hrhrhr.

Red XIII
1. Januar 2015 20:39

Auch meine PSone bekam seinerzeit einen Chip-Umbau spendiert.Aber mal abgesehen von ein paar gebrannten Titeln aus der Videothek wurde dieser Eingriff vor allem für die Anschaffung diverser Import-Perlen (z.B.: Parasite Eve) vorgenommen.

MadMacs
1. Januar 2015 17:19

[quote=out]

Für mein Atari2600 gab’s halt Originale.

[/quote]Für das Atari 2600 gab es damals auch schon Raubkopien. Die Spiele mussten auf ein EPROM gebrannt werden und dann auf ein modifiziertes, gezockeltes Modul gestöpselt werden.

Kanonengiesser
1. Januar 2015 10:19

Ich war schon immer ein Verfechter des Originals! Aber zu PS1 Zeiten stand ich ziemlich alleine dar….dafür habe ich aber auch so gut wie alles durchgespielt. Freunde von mir hatten Stapel mit 200 Spielen und die wussten nie, was die zocken sollen, oder alles nur mal angezockt ( Hauptsache Spiel XY besitzen). Ich fand es ganz furchtbar!

captain carot
31. Dezember 2014 13:31

Die Dinger wurden zeitenweise sogar in der Video Games und anderen Magazinen annonciert. Beim Diskettenlaufwerk ist das mit den Kosten relativ. In der ersten Hälfte der Neunziger hatten viele ja nicht mal nen Computer, und selbst wenn war das nicht mal so selten ein Homecomputer und kein PC.Und 96-98 kostete ein Doublespeed Brenner eh mehrere hundert Mark. Für den ersten Mitsumi Brenner hat ein Kumpel damals 399,-DM hingelegt.Natürlich war das dann Ende der Neunziger mit immer günstigeren Brennern, billigem Modchip und vor allem günstigen Rohlingen extrem einfach, wie Jahre vorher bei Heimcomputern und dann bei PC’s.

Seska1973
31. Dezember 2014 12:17

[quote=captain carot]

Von wegen SNES (MEga Drive etc.) und Kopien:

War natürlich teurer als ein Modchip und im Vergleich zu Modulen elendig lahm.

Auch schick:

[/quote]Ja schon, aber zu der Zeit war ein Modchip Einbau um einiges billiger und sofort nutzbar, wenn man es wollte. Ich tippe mal diese Hardware Zusätze waren wohl “”Geheimtipps”” damals, weil das Internet noch nicht so verbreitet war. Bedenke zu der Zeit gab es die DFÜ Mailboxen Hype. Warez Mailboxen, was heute die Warez Seiten ersetzt haben. Nur die wirklich super populären Mailboxen, hatten 2 oder mehr Telefonanschlüsse, und ein Mailbox OS unterstützen mit mehr als 1 Zugang war super duper Rare. Naja, dank Internet als Datenquelle und Massenproduktion von CD’s ud deren Daten auf CD Brennen, ging der Raubkopie “”Krieg”” richtig los. Ich erinnere mich sogar an den Versuch von Square (Enix?) einen Importstop nach Europa hinzu bekommen. Ja so ne Art Regiolock für Import Firmen.. Aber dank Internet wurde das zum Glück nichts

Ziep
31. Dezember 2014 11:16

Die wenigsten im meinem Umfeld haben wirklich die Geduld, Videospiele zu “”spielen””. Die drücken jede Cutscene, jede Intro einfach weg. “”Langweilig!”” Lustigerweise waren das genau die, die Modchips und alle Spiele der Welt hatten. Ich, das Problem lag da eher anderer Natur.So ein Teil für das SNES habe ich auch mal erleben dürfen.

captain carot
31. Dezember 2014 10:59

Von wegen SNES (MEga Drive etc.) und Kopien:[imgcomment image[/img]War natürlich teurer als ein Modchip und im Vergleich zu Modulen elendig lahm.Auch schick:[imgcomment image[/img]

Seppatoni
31. Dezember 2014 9:15

Die Piraterie dürfte sicher auch ihren Teil dazu beigetragen haben, dass sich die PSX derart oft verkauft hat. Zwar habe ich die Konsole nie besessen, aber wenn ich mal gedanklich meinen Bekanntenkreis durchgehe, dann erinnere ich mich nur an massenhaft gebrannte CDs und kaum vorhandene Originalspiele.

Walldorf
30. Dezember 2014 23:53

Als N64-Spieler hatte ich mit Kopien nicht viel am Hut, auf der PSP habe ich am Ende der Lebensdauer ein paar Spiele nachgeholt und meine UMDs in ISOs verwandelt, um sie vom Memory Stick starten zu können.

Gipetto
30. Dezember 2014 21:42

Ich habe mir damals auch einen Chip einbauen lassen, aber nur für zwei Importe!Arc the Lad Collection und FF Tactics. Gebrannte Spiele haben mich nie interssiert, da ich schon damals nur “”original”” haben wollte. Mit gscheitem Cover, net diese dahin geschluderten Kopien. Mit gscheiter PS-Hardcover Hülle, und nicht diese CD-R Hüllen. Mit gscheiter Anleitung, Druckfrisch.

Seska1973
30. Dezember 2014 17:46

Ich habe am Anfang auch einige “”Sicherheits-Kopien”” bekommen. Aber als ich Auf FF7 gestoßen bin, und mein einiges Geld verdiente, fing ich an meine Perlen aus Kanada zu Importieren. ja US jRPGs erfüllten mein HerzIch habe sogar mal aus England “”Skys of Arcadia”” für die Dreamcast importieren lassen. Man wahr es damals ein Akt es beim Zoll abzuholen. Wenigstens habe ich so gelernt, wo die Zuständige Zollbehörde für mich zu finden ist.Naja, mit dem fallenden Preis für die CD Brenner (PSX/PS1) fing das auch erst an. Sicher hatte SNES und (Module) co, da keine Probleme. Höchtens mit Schwarzkopien, aber das war schon schwieriger dran zukommen. Jedenfalls mit CD-Rohlinge und CD-Brenner zu jedermann Preisen (Bedenkt als Singel Speed CD-Rom Laufwerke eingeführt wurden, kosteten die 800DM aufwärts!, und Brenner? Unbezahlbar!)Früher hatten auch einige Freaks Ahnung von EPROM Brennen. Aber die CD-Rohlinge hatten den Vorteil der Beschaffung um die Ecke, als leere EPROM zum kopierenMit anderen Worten, dank der Massenproduktion der CD-Rohlinge wurde der Markt gefüttert (ganz zu schweigen der Verbrannten Rohlinge am Anfang)

out
out
30. Dezember 2014 17:03

…An der Schulhofpiraterie kam man auch schlecht vorbei, gerade weil 18er, indizierte oder gar nicht offiziell erschienene Titel (z.B. Thrill Kill) so für Minderjährige erreichbar waren.Verbotenes übt eben große Faszination aus…Kann mich noch gut erinnern. In der ASM damals gab es eine ganze WeiIe immer eine Liste mit den ganzen Index Titeln. Sozusagen eine “”Most Wanted”” Liste. Selbst so “”tiefschürfende”” Gameplaykrücken wie “”Girls They Want to Have Fun”” C64 fanden den Weg ins Laufwerk. Ich weiß noch zu fünft vorm 64er gesessen und pupertär einen abgelacht…:-)http://www.honestgamers.com/9450/commodore-64/girls-they-want-to-have-fun/review.htmlDa sag noch jemand die Spiele heute wären zu kurz…Aber Beach Head 2 mit nem Kumpel war echt Top.http://youtube.com/watch?v=XEr4rNB0wCQ

Zetsubouda
30. Dezember 2014 16:25

[quote=ChrisKong]

Die Brennerei ging damals komplett an mir vorbei. War in meinem Bekanntenkreis aber mit der PS1 auch nicht gerade in einer Mehrheit.

Habs also eher am Rande mitgekriegt.

Dafür kannte ich das umso besser bei PC Spielen, da waren sogar [b]kopierte Monkey Island Räder im Umlauf[/b] und seitenweise Codes für Leisure Suit Larry. XD

[/quote]Sachen gibts… Mein Vadder hat das Original in der Box rumliegen und ich fragte mich damals schon, ob die Leute sich echt die Pappscheiben kopieren würden.An der Schulhofpiraterie kam man auch schlecht vorbei, gerade weil 18er, indizierte oder gar nicht offiziell erschienene Titel (z.B. Thrill Kill) so für Minderjährige erreichbar waren.Verbotenes übt eben große Faszination aus.Natürlich gibt es an der Sache an sich nichts zu glorifizieren, wenn den Konzernen dicke Verluste entstehen; auf der anderen Seite steht jedoch das Reinschnuppern in und Testen von Spielen, die man sich normalerweise nie kaufen würde. Bei bekannt hochwertigen Marken haben die meisten Zocker eher zum Original gegriffen.Heutzutage wird so ein Verhalten mit Demos/Test- oder Leihversionen abgeschwächt.

out
out
30. Dezember 2014 16:06

Bei Pirates für’n C64 hatte man auch eine Liste als Ausdruck. Bei Elvira für Amiga hatte ich so ne rote Schablone dabei um Text lesen zu können zwegs Siherheitsabfrage. Den konnte man wohl so schlecht kopieren.

ChrisKong
30. Dezember 2014 15:48

Die Brennerei ging damals komplett an mir vorbei. War in meinem Bekanntenkreis aber mit der PS1 auch nicht gerade in einer Mehrheit.Habs also eher am Rande mitgekriegt. Dafür kannte ich das umso besser bei PC Spielen, da waren sogar kopierte Monkey Island Räder im Umlauf und seitenweise Codes für Leisure Suit Larry. XD

Seifenfilter
30. Dezember 2014 14:26

@Gillian Seed: Bei mir war es beispielsweise so. Habe Jade Cocoon von nem Kumpel gehabt und angetestet und mir wohl nur deswegen den Nachfolger für PS2 geholt. Im Endeffekt war es für Crave Entertainment also ein lohnendes Geschäft!@CaptainCarot: Habe RRT

captain carot
30. Dezember 2014 14:01

Modchip hab ich einbauen lassen, um Resi 2 in der US-Fassung spielen zu können. Ich hab auch weiterhin Spiele gekauft, FF VIII, XX IX, Breath of Fire 3, GT2…..Aber gleichzeitig lief es dann oft darauf hinaus, dass man vom Freundeskreis oft gebrannte Spiele bekam, wenn man was leihen wollte.Und wenn man so ‘blöd’ war, sich Ridge Racer Type 4 im Original zu kaufen erntete man nur Kopfschütteln.Lustigerweise haben gerade die ‘ich hab 300 Spiele’ Kandidaten damals so gut wie nie was durchgespielt.

out
out
30. Dezember 2014 14:05

Für mein Atari2600 gab’s halt Originale. Muss aber zugeben für C64 hatte ich nur 2 Originale gehabt. Auch Schulhof und so. Allerdings ohne Liste. Gab immer ein Schwung neue Disketten und dann hat man geschaut was so drauf ist.Für mein Amiga500 hatte ich dann 12 Originale und die Schulhof-Spieleflut. Und das war das Problem. Vieles hat man nur noch angespielt bei der Masse. Da ging vieles unter. Außerdem gefiel mir es mir nicht, da ja verboten. Man sah ja auch wie die Raubkopien geschadet habe. Als der Amiga begann auf dem absteigenden Ast zu sein, habe ich die “”Leerdisketten”” verschenkt und Amiga500 samt Monitor und allen Games für 1200DM verkauft. (Seit dem nur Originale) TV und Mega Drive hielten Einzug, gefolgt vom SNES. Beide wieder (+alle Games) verkauft und ein Neo GEO samt Art of Fighting gekauft und so weiter..

Gillian Seed
30. Dezember 2014 12:29

Also ich erinneme mich noch sehr gut an die in Word geschriebenen Spiele Listen die bei uns in der Schule rumgingen… Ich fand das ganze gebrenne eher sehr negativ da ich mir auch gern mal eine special edition holte und die mir sauber ins zimmer gestellt habe :)@seifenfilterIch kann mir beim besten willen nicht vorstellen das ein schüler einen nachfolgetitel als original kaufte wo er den vorgänger gebrannt hat….

Seifenfilter
30. Dezember 2014 12:14

Ja ja, die “”Sicherheitskopien”” waren auf der PS1 schon sehr beliebt. Für Sony sicherlich tolle gratis Werbung. Bin der Meinung, dass die Japaner das wohlwollend in Kauf genommen haben und deshalb keine große Energie in Kopierschutz investiert haben.Für die Third-Parties war das “”Brennen”” natürlich um einiges schmerzhafter – den Marketing-Effekt konnten aber auch sie zum Teil nutzen. Wieviele Kiddies ohne Kohle haben alle möglichen Titel einfach ausprobiert und bei Gefallen an einem bestimmten Spiel den Nachfolge-Titel dann als Original erworben, welchen sie so sonst wohl nie erstanden hätten?””Brennen”” zum Zweck der natürlichen Auslese und Qualitätskontrolle war gar nicht so schlecht^^ Die kleinen Publisher, die darunter litten, tun mir dennoch leid…