Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 16 – DJ Hero

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Ulrich Steppberger: Als überzeugter Musikspiel-Schlagzeuger (Gitarren spielt ja jeder) bin ich für neue Instrumente immer zu haben, entsprechend gespannt war ich auf DJ Hero – nur um bei den ersten paar Präsentationen immer wieder von Zweifeln geplagt zu werden. Zu knifflig waren die vorgeführten Songs, zu hektisch das Geschehen, zu fummelig der Crossfader. Und zu allem Überfluß bahnte sich nach ein paar Mixes in der ersten längeren Session gleich eine zünftige Sehnenscheidenreizung an. Doch als das fertige Muster mitsamt finalisiertem DJ-Deck eintrudelten, klickte es: Die Handhaltung wurde angepasst, die Lernkurve erwieß ich als ideal und die Songliste als grandios – da kann die traditionelle Konkurrenz nicht mithalten. Mixe, scratchen, crossfaden – seit Rock Band 2 hat mich kein Musikspiel mehr so gefesselt. Dass angesichts der Fast-Dumpingpreise im Vorweihnachtegeschäft der Verdacht nahe liegt, dass nur wenige Leute diese Begeisterung teilen konnten, war leider zu befürchten… und was den deutschen Sprecher angeht: auf englisch stellen, fertig. Fremdsprachenkenntnisse haben noch nie geschadet.

Michael Herde: DJ Hero betrachte ich mit gemischten Gefühlen. Einerseits bietet das Konzept ein frisches Spielgefühl im Musikspiel-Sektor, andererseits hat genau das noch weniger mit der realen DJ-Tätigkeit zu tun als das Plastikklampfen-Gerocke mit Gitarrenspiel. Interessant wird’s für mich erst, wenn beispielsweise Guitar Hero: Linkin Park erscheint, wo sich die beiden Instrumentfraktionen treffen. Im Turntable-Debüt stört mich zudem ein peinlicher deutscher Sprecher, der offensichtlich ein cooler Szene-Norddeutscher sein möchte und bei mir lediglich als Unsympath ankommt. Für zwischendurch ist DJ Hero ganz nett, ich bleibe aber Guitar Hero treu.

Philip Ulc: Mensch Michael, willst du etwa meine Herkunft diskreditieren? Wir Norddeutschen sind einfach hip. Ansonsten hat DJ Hero das Problem, dass die meisten Zocker lieber einen erdigen Gitarren-Helden in uns tragen, anstatt einen Strahlemann des Tanzparketts. Während des Spiels hatte ich selten das Gefühl, ein echter DJ zu sein. Vielleicht weil ich gar nicht weiß, was ein echter DJ wirklich macht, außer Platten auflegen und Übergänge zu mischen. So hatte ich zu oft das Gefühl, an ein paar Knöpfen und Reglern des DJ-Pults herumzuspielen, während die elektronische Musik vor sich hinplätschert.

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xisusx
28. Dezember 2009 18:49

is schon geil ?

-Randall-
24. Dezember 2009 7:40

Bei dem Spiel kommt weit mehr “”reeles”” Feeling rüber als mit den schrottigen Plastikklampfen. Das Schlagzeug ist noch ok.Rein fürs Rythmusgefühl und den gemeinsamen Spass vor dem Fernseher taugen alle. DJ Hero mMn aber deutlich mehr.Ich denke die Hürde ein Instrument anzufassen und mal kläglich versuchen ein paar Töne rauszuhauen sind weit niedriger, als zu versuchen mit Geschick und Rythmusgefühl in den Fingern 2 Beats zu mischen. Da liegt der Vorteil bei GH und Konsorten: Die Töne machen zum Glück die Konsolen ^^Ich werds mir erst nach Weihnachten zulegen. Habe von Anfang an auf den Preis spekuliert 😉

fuzi
23. Dezember 2009 20:40

@Zitat——Plastik-Trompete, Plastik-Geige, Plastik-Dudelsack und Plastik-Chello?——LOLVor allem auf den Plastik-Dudelsack würd ich Auge werfen

Saldek
23. Dezember 2009 20:21

ich weiß nicht. Diese ganzen Musikspiele sind natürlich toll für die Industrie. Die Musikindustrie hat nen neuen Markt und die Gamesindustrie ein beliebtes neues Genre.Ansich ja auch nett, aber wo soll das hinführen? Plastik-Trompete, Plastik-Geige, Plastik-Dudelsack und Plastik-Chello? Orchester-Mehrspieler-Sessions mit 80 Spielern?Also mit den Skills die sich einige in diesem Genre antrainiert haben hätten sie auch gleich nen echtes Instrument lernen können.

Fresh Tuna
23. Dezember 2009 16:39

Ich oute mich mal:hab’s gekauft und finde es nach wie vor unglaublich toll!

fuzi
23. Dezember 2009 14:38

@ Shinji TAo – Will doch nicht ins Gefängnis@EDIT…………………..+P………………………….

LaLaLand
23. Dezember 2009 14:29

Also für nen 15. Platz klingt das ja nicht so überzeugend bei den lieben Redaktösen…

fuzi
23. Dezember 2009 13:42

SNAKE@ Du so sprechen gut Deutsch wie ich gut sprechen English.

Max Snake
28. Dezember 2009 15:35

Das kann ich euch gut verstehen und bin vielleicht der wenige Menschen, der das gekauft hat. Wenn man die Tutorials bestanden hat und sich lange damit dieses Musikspiel beschäftig, macht´s richtig Spaß.

23. Dezember 2009 12:00

Du möchtest selber RAPEN? Na, dann viel Spaß vor Gericht und im Gefängnis…

fuzi
23. Dezember 2009 11:34

Steuerung wär schon interessant. Aber der großteil der Muke, mit ihrem hektischen Geräpe wäre mir zu nervig. Bitte ohne dem gegrölle von Eminem und CO. Wenn schon, möcht ich schon lieber selber RAPEN. (wie etwa in Singstar) Ne COMBO aus beidem wäre GEIL.