
Ich arbeite seit 2004 für die M! Games, habe – allein Nintendo betreffend – die Starts von vier verschiedenen Konsolen begleitet: DS, Wii, 3DS und Wii U. Und ich kann sagen: Gerade bei Nintendo ist es jedes Mal wieder superspannend. Schließlich versucht sich der japanische Konzern wie kein anderer Hardware-Hersteller an neuen Spiel- und Steuerungskonzepten. Insofern ist jede Hardware-Vorstellung wie eine Wundertüte…
Um beim ersten Blick in eine solche Wundertüte dabei zu sein, nimmt man als Redakteur schon mal ein bisschen Stress in Kauf. Gestern zum Beispiel bin ich um 4 Uhr morgens aufgestanden, habe in S-Bahn und Zug – erfreulich ruckelfrei – die Internet-Live-Show über Switch gesehen und bin anschließend bis nach Offenbach bei Frankfurt gefahren, um zu den ersten Journalisten weltweit zu gehören, die selbst Hand an Nintendo Switch legen dürfen. Während meiner Zugfahrt ging ich im Kopf wieder und wieder die Infos aus der Webshow durch: Der neue Mario-Hüpfer Super Mario Odyssey sieht megacool aus, kommt aber leider nicht zum Start. The Legend of Zelda: Breath of the Wild hat zwar ein paar grafische Unzulänglichkeiten, wird aber spielerisch sicherlich hochinteressant – und kommt Gott sei Dank zum Switch-Launch am 3. März. Dann ist da natürlich 1-2-Switch!, die Nintendo-typische “Das geht alles mit der Steuerung”-Minispielsammlung – dazu gleich mehr. Arms bietet ein frisches Prügelkonzept, Splatoon 2 mehr von der ultrabeliebten Farbaction. Dann noch die angeteaserten Dritthersteller-Perlen und Xenoblade 2 und Fire Emblem Warriors und…
Aber zurück zum Anspieltermin: Trotz Sturmtief Egon, das mit aller Kraft meine Fahrt nach Offenbach verhindern wollte, konnte ich noch am Vormittag meine Zockerfinger an die Joy-Con-Gamepads legen. Die fühlen sich richtig cool, richtig neu an. Die Verarbeitung wirkt jung, modern, wertig. Vor allem mit der Hülle-Armschlaufe-Einheit in neonrot bzw. hellblau gefallen mir die Teile sehr gut. Sie sind zwar klein, aber das hat mich in den ersten Spielstunden nicht gestört. Ich habe natürlich alle Varianten ausprobiert: Mit links und rechts angesteckten Joy-Con-Einheiten an der Switch-Konsole – das ergibt ein Hightech-Handheld mit scharfem und hellem Bildschirm. Dann natürlich in der Variante “Beide Joy-Con-Teile” an der Grip-Einheit: das ergibt ein angenehm leichtes Gamepad, mit den Druckpunkten der vorderen, dünnen Schultertasten sowie der tiefen Platzierung des rechten Analogsticks bin ich allerdings nicht ganz happy. Spielart Nummer 3: Beide Joy-Cons werden abgekoppelt und auf meine linke und rechte Hand verteilt, während ich zum Beispiel Arms spiele – das erinnert schon stark an das Wii-Gefühl. Nintendo möchte offensichtlich den Bewegungsaspekt seiner erfolgreichsten Heimkonsole aufgreifen. Etliche Titel, z.B. 1-2-Switch! oder Snipperclips zocke ich mit nur einer (quergehaltenen) Joy-Con-Einheit – auch das geht in Ordnung und erinnert ein wenig als Halten eines NES-Controllers; die Druckpunkte der (dann nur zwei) Schultertasten sind allerdings recht schwammig. Zu guter Letzt habe ich natürlich auch ein paar Runden (z.B. mit Splatoon 2) mit dem neuen Pro-Controller gespielt. Das fühlt sich ebenfalls gut, aber auch total unspektakulär an, schließlich ist das einfach ein weiteres typische Gamepad…








