In den letzten Wochen haben mich drei Download-only-Games glücklich gemacht die meditative Unterwasser-Reise ABZÛ, der ebenso pixelige wie knackige Zelda-Nachfahre Hyper Light Drifter sowie Ubisofts Low-Polygon-Weltraumabenteuer Grow Up. Ebenso munter geht der Indie-Spiele-Spaß auf meiner PS4 weiter: Aktuell übe ich perfektes Auto-Rutschen in Absolute Drift, hüpfe mit Hue durch ein kreatives Farbwechsel-Jump’n’Run und tanze durch Bound.
Bound? Tanzen? Das bedarf einer Erklärung: Bound erschien Anfang vor ein paar Tagen im PSN. Es kostet 20 Euro, hat PlayStation-VR-Unterstützung (was aktuell noch wenig nützt) und wurde vom polnischen Studio Plastic entwickelt. Die kennen wir von zwei PS3-Titeln: Das Download-Frühwerk Linger in Shadows zeigte noch allzu deutlich, dass der Ursprung von Plastic in der Demo-Szene liegt. Es war mehr interaktive Erfahrung denn Spiel, 2008 schrieb ich darüber: “Linger in Shadows ist eine nicht mal zehnminütige Echtzeit-Sequenz, die Ihr vor- und zurückspult; ein interaktiver Film, dessen Ablaufen Ihr durch das Drücken einiger Buttons oder das Schwenken des Sixaxis-Pads forcieren könnt.”

Plastics zweites Konsolenprojekt, das geheimnis- und stimmungsvolle Move-Adventure Datura erinnerte mich 2012 angenehm an Myst, war aber innerhalb einer Stunde durchgespielt. Und jetzt ist wieder vier Jahre Später mit Bound das dritte Spiel der polnischen Kreativbude erhältlich.
Nüchtern ausgedrückt ist Bound ein sehr einfaches Lauf- und Hüpfspiel, bei dem Ihr eine Ballerina durch eine abstrakt zersplitterte Fantasie-Welt lenkt. Die wenigen Auseinandersetzungen mit Feind-ähnlichen Entitäten kan man nicht gutes Gewissens als Kämpfe im Videospiel-Sinne bezeichnen, auch Plattform-Geschick ist kaum vonnöten, um zum Abspann zu gelangen. Soll heißen: Bound ist eher so ein Journey-Ding ein Titel, der Euch visuell berauschen möchte, und der ohne Worte eine (tendenziell) anrührende Geschichte vermittelt. Wer mit derartigen Games nichts anfangen kann, den wird auch Bound nicht vom Gegenteil überzeugen.