M! macht sich auf die Suche nach den Wurzeln bedeutender Innovationen in Sachen Spielspaß – heute: der Doppelsprung.
Wer als wackerer Videospielheld garstigen Unholden trotzen und weite Abgründe überwinden möchte, kommt um den Doppelsprung nicht herum. Seit Jahrzehnten sind es vor allem Hüpfspiel-Protagonisten, die mitten in der Luft zum zweiten Sprung ansetzen – mal mit, mal ohne flexible Richtungskontrolle. Angesichts einer derartigen Macht über die Schwerkraft würde sich Isaac Newton zwar im Grabe wälzen, Spielern eröffnet der Designkniff hingegen neue Herausforderungen und Möglichkeiten. Aktuell beherrscht deshalb auch Krieg, der Held aus Darksiders, dieses Manöver und gleitet nach seinem zweiten Hüpfer auf mächtigen Schwingen in neue Spielbereiche – praktisch, aber eben keinesfalls neu.
Doch welcher Held darf sich rühmen, vor hunderten von Nachahmern den ersten Doppelsprung der Videospielgeschichte ausgeführt zu haben? Entgegen anfänglicher Vermutungen ist es nicht Capcoms Ritter Arthur. Der Unterhosenfetischist rettet zwar schon seit 1985 in zahlreichen Ghouls n Ghosts bzw. Ghosts n Goblins-Versionen seine Verlobte, erst in der japanischen SNES-Version von Super Ghouls n Ghosts gelingt es ihm 1991 jedoch, die Gravitation zu überlisten.
Unsere Suche führt hingegen bis in die Achtziger zurück: 1981 geben Spielhallenbesucher in Jump Bug ihrem Vehikel per Joystick zusätzlichen Schub nach oben und unten, ein Sprung im herkömmlichen Sinne ist das aber noch nicht. Ähnliches zwei Jahre später: In Antarctic Adventure für MSX bremst der Pinguinheld seinen Fall per Flatterbewegung nach dem Sprung. Den ersten klassischen Doppelsprung datieren wir auf 1984: In Namcos JumpnRun Dragon Buster (siehe Bild) rettet Ihr die Prinzessin und bekämpft Drachen und allerlei Ungetier – trotz Innovation eine nur zu vertraute Aufgabe.