Wir schreiben das Jahr 2001: Während das Gros der Gamer sich in Halo: Combat Evolved die Triggerfinger wund schießt, bei Devil May Cry mit Dante Dämonen meuchelt, in Shenmue II Hongkong erkundet oder bei Max Payne in Zeitlupe durch die Luft segelt, debütiert in Japan fast unbemerkt eine Spiele-Reihe: Doubutsu no Mori (deutsch: Wald der Tiere).
Besser bekannt ist natürlich der westliche Name von Nintendos kommendem Kassenschlager: Animal Crossing. Die ursprüngliche N64-Fassung schafft es nie in den Westen, ganz anders der Re-Release für GameCube. Allerdings mit Verspätung: Die im Dezember 2001 in Japan veröffentlichte, tierische Dorfsimulation schippert erst im September 2004 nach Europa. MAN!AC-Tester Oliver Ehrle vergibt 88 Spielspaßpunkte und ist voll des Lobes: “Grandiose Alltagssimulation im Fabelwald: Wer voll einsteigt, der lebt fortan in zwei Welten!”
Zwei Jahre später fällt der Samen auf besonders fruchtbaren Boden: Das “Wir erobern neue Käuferschichten”-Handheld DS wird mit Animal Crossing: Wild World beglückt – auf zwei Bildschirmen fangt Ihr Insekten, erntet Obst und zahlt Kredite ab. Ähnlich begeistert wie MAN!AC-Testerin Janina Wintermayr (88%, “Wie für den DS gemacht: erfreulich unhektische Lebenssimulation mit hohem Suchtpotenzial.”) ist vermutlich Nintendos Chefetage – der Titel geht weltweit über 12 Millionen mal über den Ladentisch.
Ende 2008 wird auf Wii geerntet, dekoriert und geplaudert – sogar mit dem Wii-Speak-Mikrofon. Trotzdem ist M!-Tester Oliver Ehrle von Animal Crossing: Let’s go to the City jedoch weniger begeistert (78%), in spielerischer Hinsicht stellen sich erste Ermüdungserscheinungen ein: “In puncto Aufgaben und Ablauf hat sich seit dem ersten Abenteuer leider wenig verändert.”
Bis zum nächsten Ausflug lässt sich Nintendo wieder mehr Zeit – viereinhalb Jahre verstreichen bis Animal Crossing: New Leaf europäische DS-Besitzer erfreut. Unsere Testerin Kerstin Mayer vergibt 80 Spielspaßpunkte, lobt (“New Leaf hat erneut großtes Suchtpotenzial und bietet neue Möglichkeiten.”) und hinterfragt (“Ob es sich angesichts manch grenzdebilder Dialoge lohnt, so viel Zeit aufzuwenden, müsst Ihr selbst entscheiden.”). In der Tat spielt die Serie seit jeher mit dem Reiz banaler, repetitiver Aufgaben (Obst sammeln, Kredit abzahlen, Fische angeln), die nur 15-20 Minuten Spielzeit pro Tag erfordern. Doch ehe Ihr Euch verseht, sind 100 Spielstunden auf der Uhr. Mit circa 9 Millionen verkauften Exemplaren ist New Leaf die bislang zweiterfolgreichste Episode – und der bislang letzte Teil der Hauptserie.
Denn Animal Crossing: Happy Home Designer (3DS, 2015) und Animal Crossing: amiibo Festival (WiiU, 2015) sind nur nette bis langweilige Ableger, die stark auf die Nutzung von amiibo-Karten und -Figuren setzen. Doch mittlerweile hat die Serie einen derart großen Namen, dass sich Nintendo diese Durststrecke erlauben kann: Es gibt zig amiibo-Figuren, Gast-Auftritte in anderen Spielen (Super Smash Bros. Brawl, Wii Music, Nintendo Land, Mario Kart 8, Monster Hunter 4 Ultimate) und – vor allem in Japan – jede Menge Merchandise und Lösungsbücher.
Außerdem sind wir uns ziemlich sicher, dass Animal Crossing auf der nächsten Nintendo-Plattform ein großes Comeback feiern wird. Doch bevor das passiert, könnt Ihr oben das Geburtstags-Video von Nintendo anschauen – denn just gestern jährte sich der Serienstart am 14. April 2001 zum 15. Mal.
Oder Ihr beantwortet uns folgende Fragen: Was sind Eure liebsten Animal Crossing-Momente? Habt Ihr alle Fische und Insekten erbeutet? Und ist Tom Nook ein kapitalistischer Mistkerl?














