| Spiel: | Grand Theft Auto V |
| Publisher: | Take-Two Interactive |
| Developer: | Rockstar North |
| Genre: | Action-Adventure |
| Getestet für: | PS4 |
| Erhältlich für: | 360, PS3, PS4, XOne |
| USK: | |
| Erschienen in: | 1 / 2015 |
Ein Jahr, zwei Monate und einen Tag: So lange mussten Grand Theft Auto-Fans auf die von Beginn an erhoffte, aber erst spät offiziell bestätigte Next-Gen-Umsetzung des fünften Teils warten und es hat sich gelohnt, denn Grand Theft Auto V setzt auch auf der PS4 die erhofften Maßstäbe. Denn anders als bei bisherigen Update-Vorzeigetiteln wie The Last of Us oder Tomb Raider erwartet Euch nicht einfach eine “normale” Konvertierung mit gerade mal kosmetischer Überarbeitung, sondern es sorgen auch einige, teils unerwartete Neuerungen dafür, dass selbst abgehärtete Veteranen neu begeistert werden können.
Um diese Aspekte kümmern wir uns darum hier wer tatsächlich Grand Theft Auto V an sich noch nicht kennt oder eine Auffrischung braucht, der möge bitte vorher den Test der PS3- und 360-Version vom Vorjahr studieren. Denn alles, was in Sachen Inhalt und Spielspaß darin steht, trifft auch auf die neue Fassung zu wir warten so lange. Passt auch zeitlich ganz gut, beim ersten Start werden nämlich auch einmalig etwa 30 Minuten lang Daten auf die Festplatte geschaufelt (und der Day-One-Patch installiert), was am Ende knapp über 50 GB Platz einnimmt.
Fertig? Gut, dann machen wir uns mal auf ins “neue” Los Santos (und Blaine County), denn auch wenn sich die Umgebung geographisch nicht vergrößert oder geändert hat, gibt es doch so manche Neuheit darin zu entdecken insbesondere für Aufsteiger: Wer via Rockstar Social Club nachweist, dass er GTA V bereits in den alten Fassungen gespielt hat, kann nicht nur seine Online-Charaktere importieren, sondern erhält auch eine Reihe Zusatzinhalte im Hauptspiel, die Neuligen vorenthalten bleiben (zumindest zum jetzigen Stand). Dazu gehören neben diversen Sammelaufgaben und speziellen Fahrzeugen, neue Rennveranstaltungen und längere Nebenmissionen für die Stars: Michael betätigt sich etwa als Amateur-Detektiv und sichtet Hinweise auf einen Mordfall, Franklin dagegen katalogisiert fotografisch neue Tierarten.
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Neu für Veteranen Neu für alle Ego-Perspektive
Technik Meinung Wertung
Deren größere Artenvielfalt gehört zu den Ergänzungen, die alle Spieler zu Gesicht bekommen, sowohl zu Wasser als auch auf Land und komplett mit schickeren Fellen, was Ihr u.a. beim vierbeinigen Begleiter Chop schnell bemerkt. Außerdem wurde das Waffensortiment aufgestockt und dafür gesorgt, dass sich auf den Straßen mehr Markenvielfalt tummelt beides geschieht durch den Kniff, die früher nur in GTA Online und per Update hinzugefügten Wummen und Vehikel kurzerhand ins Hauptspiel zu integrieren. Wer sich gerne mit den multimedialen Gimmicks von Grand Theft Auto V entspannt, freut sich außerdem, dass die verschiedenen Kinofilme und TV-Serien nun endlich in einer anschaubaren Qualität vorzufinden sind speziell bei der Xbox 360 konnte man häufig wegen extremer Kompressionsartefakte wenig erkennen. Und nicht vergessen werden soll der musikalische Aspekt: Die Radiostationen wurden mit etwa 150 frischen Songs bestückt und mancher DJ glänzt mit zusätzlichen Dialogen.
Eine weitere willkommene Erweiterung, die vom Online-Aspekt übernommen wurde, ist das Interaktionsmenü, in dem Ihr auf ein paar Spielelemente zugreifen könnt, ohne jedes Mal dafür ins Pausemenü wechseln zu müssen: Vor allem das flinke Setzen von GPS-Wegpunkten zu wichtigen Zielen ist dadurch deutlich komfortabler geregelt. An der Steuerung im Standard-Modus wurde ansonsten wenig geändert. Für Drive-by-Aktionen im Auto steht nun auf Wunsch eine Kontrollvariante zur Verfügung, bei der Ihr mit beiden Analogsticks unabhängig voneinander lenken und zielen könnt, allerdings entpuppt sich das in der Praxis als ausgesprochen knifflig, weshalb die klassische Methode wohl populärer bleiben dürfte.
Apropos online: Bei GTA Online hat sich im Verhältnis zum Hauptspiel nicht allzu viel verändert dass alle bisherigen Updates bereits integriert wurden, darf als Selbstverständlichkeit gelten. Doch die eine nennenswerte Erweiterung dürfte Internet-Ganoven besonders freuen: In einer Sitzung dürfen sich nun bis zu 30 Spieler (plus zwei passive Zuseher) tummeln, also doppelt so viele wie früher.
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Damit genug zum Thema Inhalt, widmen wir uns der einschneidendsten Neuerung: Grand Theft Auto V gibt Euch auf PS4 und Xbox One die Wahl, das Abenteuer nahezu komplett aus der Ego-Perspektive zu spielen! Das entpuppt sich wenig überraschend als gänzlich anderes Erlebnis und bringt auch für Kenner eine frische Note ins Spiel. Dabei hat Rockstar nicht einfach nur die Kamera quasi in den Schädel der Protagonisten verpflanzt, sondern jede Menge Feintuning vorgenommen, um das Spielgefühl zu optimieren: Dazu gehören zahllose Animationen für Tätigkeiten wie Klettern, Ein- und Aussteigen in Fahrzeuge oder natürlich Zielen und Nachladen bei Waffen und eine Anpassung der Bewegungsmuster.
Zudem bekommt Ihr jede Menge Einstellmöglichkeiten bei der Steuerung: Wer will, behält die klassische Pad-Belegung bei, wechselt zu gängigen Ego-Shooter-Vorgaben oder stellt sich ein eigenes Setup zusammen. Auch bei den Zielmodi ist von automatischer Unterstützung bis zum komplett freien Anvisieren alles verfügbar. Dazu gesellen sich Optionen, die besonders intensive Effekte ausblenden (wenn Ihr z.B. nicht bei Überschlägen oder ähnlichen Aktionen durch die Augen des Helden blicken wollt) oder festlegen, welche Perspektive zu Fuß und welche im Auto genutzt werden soll. Generell könnt Ihr aber jederzeit einfach per Tastendruck wechseln, was nahtlos geschieht und wirklich prima funktioniert.
Ein paar Ausnahmen von der Regel gibt es derweil: In Handlungsszenen behält GTA V prinzipiell die vorgegebenen Kamerawinkel bei, was auch gelegentlich während des Spielens passiert (etwa beim ersten Aufeinandertreffen von Michael und Franklin). Auch ein paar der Nebentätigkeiten verweigern die Ego-Perspektive, weil sie dort nicht wirklich praktikabel ist das betrifft etwa Tennis-Matches und Yoga-Übungen.
Grundsätzlich lässt sich aber alles tadellos spielen, wenn auch das eingeschränkte Sichtfeld manche Aktivität etwas erschwert: Bei Autofahrten rumpelt Ihr eher mal irgendwo an (zumal die Rückspiegel nur sehr rudimentär funktionieren) und das Deckungssystem in Ballerabschnitten entpuppt sich als etwas gewöhnungsbedürftig logisch, wenn Ihr z.B. hinter einer Bretterwand steht und damit nichts außer Holz seht, solange Ihr Euch nicht hinauswagt… Unterm Strich steht fraglos fest: Die Ego-Perspektive in Grand Theft Auto V ist ein absoluter Zugewinn, was natürlich auch für den Einsatz online gilt.
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Bleibt abschließend noch der Blick auf die Technik: Erwartungsgemäß hat Rockstar die Welt von Grand Theft Auto V optisch in allen Belangen ordentlich aufgemotzt. Zuvorderst sticht neben der 1080p-Auflösung natürlich die Bildrate ins Auge: Während auf der alten Hardware regelmäßige Einbrüche quasi als notwendiges Übel zum Spieler-Alltag gehörten, werden die anvisierten 30 Bilder pro Sekunde auf der PS4 weitestgehend gehalten. Schwankungen sind zwar nicht gänzlich verschwunden und tauchen z.B. bei besonders verkehrsintensiven Situationen in Los Santos gelegentlich auf, sind aber ganz klar seltene Ausnahmen von der Regel.
Die flüssigere Darstellung setzt GTA V bereits spürbar besser in Szene, dazu gesellen sich aber noch zahlreiche weitere Verbesserungen: Die Texturen wurden rundum überarbeitet und mit mehr Details und Auflösung versehen, Charaktere sind feiner animiert, es wuseln mehr Passanten in der Stadt herum, in der Natur begeistert deutlich mehr Vegetation, Lichteffekte aller Art sorgen ebenso für stimmigeres Ambiente wie z.B. Nebelschwaden und mehr Partikeleffekte. Ein besonderes Lob verdienen sich auch die Autocockpits, die bei jedem Fahrzeug anders aussehen und teils sogar den gerade gespielten Songtitel im Autoradio anzeigen.
Wer unbedingt das Haar in der Suppe finden will, wird natürlich eins finden: Neben besagten seltenen Bildratenschwankungen finden sich speziell in der Ego-Ansicht durchaus Texturen, die aus direkter Nähe weiterhin pixelig und/oder verschwommen wirken und die Fernsicht ist zwar wesentlich höher, aber nicht bis in die Unendlichkeit fehlerfrei an Häuserfassaden und Berghängen fällt etwa gelegentlich das spätere Auftauchen der detaillierteren Texturstufen oder gröberer Schattenwurf auf. Am großartigen Gesamteindruck können solche Kleinigkeiten aber kaum kratzen Grand Theft Auto V sieht auf der neuen Hardware bombig aus.
(Einen Technik-Vergleich mit der Xbox One reichen wir demnächst nach, zum Testzeitpunkt stand uns nur die PS4-Version zur Verfügung.)
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Ulrich Steppberger meint: Ich bin etwas neidisch auf GTA V-“Jungfrauen” – denn die haben die Chance, das meiner Ansicht nach jetzt erst recht klar beste Videospiel der jüngeren Gegenwart in seiner neuen Pracht völlig unbelastet genießen zu können. Als Kenner der “alten” Fassungen fällt der Wow-Effekt für mich zwangsläufig geringer aus, aber auch so gibt es keine Zweifel: Wenn es ein Spiel verdient, dass man in seiner Neuauflage nochmal ohne “warum mache ich das eigentlich”-Hintergedanken im Kopf spielen kann, dann GTA V. Die aufgemotzte Grafik begeistert mit einer Detailverliebtheit, die man guten Gewissens als Generationensprung bezeichnen kann und vor allem die (fast) immer stabile Bildrate sieht nicht nur schicker aus, sondern verbessert das Spielgefühl nochmals deutlich. Beinahe schon als Geniestreich möchte ich die neue Ego-Perspektive bezeichnen, die zwar nicht in allen Situationen absolut perfekt funktioniert (so stehe ich etwa mit der Deckungsmechanik bei Schießereien etwas auf Kriegsfuß), aber weitestgehend ein besonders intensives Erlebnis ermöglicht. Und dazu kommen ja noch neue Inhalte. Und natürlich GTA Online. Und “Veteranen-Boni”… kurzum: Grand Theft Auto V auf den Next-Gen-Konsolen ist der erhoffte Neuauflagen-Maßstab geworden, der alle bisherigen “Artgenossen” weit in den Schatten stellt und aus einem fantastischen Spiel ein noch fantastischeres gemacht hat.
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- umfassende Überarbeitung in allen Belangen
- technisch mit 1080p und fast immer stabilen 30 fps kräftig aufgebohrt
- nahezu komplett in der schicken neuen Ego-Perspektive spielbar
- Radiosender mit über 100 Songs und neuen Moderationen erweitert
- gewitzte Nutzung der Dual-Shock-4-Eigenheiten wie Lautsprecher und Touchpad
- alle bisherigen Inhaltserweiterungen von GTA Online gleich mit dabei und teils auch im Solo-Abenteuer verfügbar
- einige zusätzliche Nebenbeschäftigungen für Spieler der PS3- und 360-Fassungen
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Größer, schöner, besser das herausragende Ganoven-Epos hält auf der neuen Hardware alle Versprechen und setzt mit der schicken Ego-Perspektive noch eins drauf.
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