Die Sims sind bekannt dafür, dass dort vorbildlicherweise auch schwul-lesbische Beziehungen möglich sind – doch laut Programmierer Patrick J. Barrett III war das ursprünglich gar nicht so geplant:
Als er zum Entwickler Maxis stieß, hatte man sich bereits gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen im Spiel entschieden, berichtete er dem NewYorker – Publisher Electronic Arts war die Sache zu kontrovers. Doch just als Barrett mit seiner Arbeit begann, wusste er noch nichts davon: Der Lead-Programmer war im Urlaub und sein Chef übergab ihm zur Anleitung veraltete Design-Dokumente, die tatsächlich noch schwul-lesbische Paare vorsahen. Barrett – selbst auch schwul – fand’s gut und implementierte sie einfach.
Interessanterweise fragte dann niemand mehr bei ihm nach – bis auf Design-Legende Will Wright, der eines Tages an seinem Tisch vorbeikam und “erfreut feststellte, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen wieder unterstützt werden”. Doch man kümmerte sich bei Maxis nicht weiter darum, da man davon ausging, dass EA dies sowieso früher oder später streichen würde.
Auf der E3 1999 sollte das Spiel dann vorgestellt werden – und wieder half ein (glücklicher) Zufall: Barrett sollte die Demo programmieren, konnte aber aus Zeitdruck nicht das Verhalten aller Figuren im Spiel “scripten”. Ungeahnte Folge: Während einer Live-Präsentation vor der Presse begannen sich zwei Frauen im Spiel zu küssen – und Die Sims wurde zum Messe-Gespräch. Und das in positiver Hinsicht, so dass EA – die das Spiel bis dahin eher stiefmütterlich behandelte – das fortschrittliche “Feature” beibehielt, ja fast beibehalten musste…