Japans Spieler lieben Tecmo-Koeis im Westen als Warriors bekannte Musou-Serie: Wenn eine neue Episode oder ein Update erscheint, sind stets Verkaufszahlen im stabilen sechsstelligen Bereich angesagt. Dynasty Warriors 8: Xtreme Legends Complete Edition fällt, wie der Name schon vermuten lässt, in die Kategorie der Updates. Entwicklerstudio Omega Force liefert eine erweiterte Fassung der im vergangenen Juni erschienenen PS3-Prügelei Dynasty Warriors 8, die Thematik ist altbekannt: Ausgehend vom Aufstand der gelben Turbane erzählt auch diese Episode vom Kampf der drei Königreiche im antiken China und all den Helden um Cao Cao, Liu Bei und Co.
Wer Interesse an Chinas bewegter Geschichte hat, freut sich über mittlerweile 82 spielbare Figuren, die wohl alle tatsächlich mal irgendwann gelebt haben. Prominentester Neuzugang mit eigener Kampagne ist der moralisch fragwürdige Raufbold und in früheren Episoden als mächtiger Antagonist auftauchende Lu Bu.
Die Figuren mögen historisch sein, ihre Taten sind dagegen stark überhöht: Pro Schlacht knüppelt Ihr mit verschiedenen Attacken und wuchtigen Spezialmanövern Tausende Gegner ins Jenseits das Fußvolk kann Euch zumindest in den regulären Spielmodi kaum ankratzen, nur die gegnerischen Offiziere leisten so etwas wie Gegenwehr. Wichtig ist dafür, den Verlauf der Schlacht im Auge zu behalten: Wer fröhlich seine Combos in die Höhe schraubt, während verbündete Anführer in Bedrängnis geraten, muss sich kaum wundern, wenn ihn auf einmal das Schlachtenglück verlässt.
In Sachen Inhalt fährt das jüngste Dynasty Warriors schweres Geschütz auf: Geboten werden neben zahlreichen Spielmodi, jeder Menge Kampagnen und den 82 Helden eine Unzahl an Waffen und Spezialattacken, eine ausführliche Enzyklopädie über die Ereignisse im antiken China und haufenweise hypothetische Schlachten, die in dieser Form nie stattgefunden haben.
Natürlich ist gerade hier die PS4-Technik der wichtigste Faktor, brachte das PS3-Pendant die alte Hardware im letzten Jahr doch gehörig ins Schwitzen. Das ist auf der neuen Konsole so gut wie nicht mehr der Fall auf dem Bildschirm muss wirklich die absolute Hölle los sein, dass die Bildrate mal einknickt. Pop-Ups gibt es fast nicht mehr, sehr sauber und scharf ist die Darstellung ebenfalls, allerdings sieht man der Grafik trotzdem ihre PS3-Herkunft an. Helden und Feinde sind sauber gestaltet und flüssig animiert, das ständige Gewusel macht schon was her. Die Hintergründe und Szenarien sind dagegen eher einfach gestaltet: Mehr als durch Gänge verbundene Räume ist selten geboten, da erwarten wir von künftigen Next-Gen-Episoden schon mehr.
Thomas Nickel meint: Für die einen ist Dynasty Warriors ein Buch mit sieben Siegeln, andere fiebern jedem neuen Ableger entgegen, um Chinas Bevölkerung ein weiteres Mal zu dezimieren. Auch diesmal steigt der Bodycount bald in schwindelerregende Höhen und Neulinge fürchten um ihren Prügel-Daumen. Doch so tumb, wie es zunächst den Anschein hat, ist die Serie eben doch nicht: Gerade bei höheren Schwierigkeitsstufen gilt es, schnell auf neue Situationen zu reagieren und Spezialattacken taktisch klug einzusetzen. Es ist keine Überraschung, dass die PS4-Fassung technisch einiges mehr hermacht als das PS3-Vorbild, aber auch noch keinen Quantensprung darstellt. Wie viele andere Next-Gen-Spiele derzeit stellt auch das neue Dynasty Warriors einfach ein stabiles Technik-Update dar. Das ist so weit noch okay, aber für die nächste Episode sollte Omega Force gerade bei den Szenarien dringend einen Gang hochschalten.
- 5 neue Offiziere spielbar
- frische Kampagne für Lu Bu
- Spielstand vom PS3-Vorgänger kann übernommen werden
Extrem umfangreiche Massenschlägerei nach bekannter Machart, welche die Technik der PS4 nicht ausreizt, aber allemal von ihr profitiert.
| Singleplayer |  | 75 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |