Der Ladebildschirm von Yaiba: Ninja Gaiden Z zeigt einen Zombie, dem ein Schwert im Kopf steckt. Er sieht nicht sehr glücklich aus. Ich kann es ihm nachfühlen, vielleicht hat er das Spiel ja auch gezockt.
Versteht mich nicht falsch. Es ist völlig in Ordnung, wenn ein Spiel bereits auf Normal schwer ist und man ab und zu vor Frust in den Controller beißen möchte, vor allem, wenn es Ninja Gaiden im Titel trägt. Bis auf Ninja Gaiden 3 ist die Serie für ihre hohe Schwierigkeit bekannt. Doch wenn ich schon x-mal den oben genannten Ladebildschirm sehe, dann bitte aus eigenem Verschulden und nicht, weil mir Kamera und Steuerung einen Strich durch die Rechnung machen!
Folgende Probleme müssen Yaiba-Spieler erdulden: Ihr kommt in eine Arena, in der sich fiese Kombinationen aus Flammen spuckenden Zombie-Priestern, Schleim kotzenden Zombie-Zwillingen und Blitze verschießenden Zombie-Bräuten aus dem Boden schälen. Zur Gegenwehr nutzt Yaiba Klinge, Robo-Arm und Peitsche, magische Ninpo-Moves kann er nicht. Dafür setzt er auf Combos, die Ihr selbst herausfinden müsst außerdem wird geblockt, gedasht (mit zu langer Ruhepause) und in der Theorie auch gekontert das Timing erschloss sich mir während der kompletten Testphase nicht. Die muntere Metzelei schafft Ihr dann entweder mit links, wenn es gegen Standardgegner geht oder Ihr gerade eine Extrawaffe parat habt. Oder Ihr sterbt wie am Fließband, weil die fest postierte Kamera Euch nur am Rand darstellt oder winzig klein im Hintergrund zeigt. Es hilft nicht, dass sich der Bildschirm kurz vor Eurem Ableben grau färbt und Ihr dann noch weniger sehen könnt. Dass Exekutionen von geschwächten Feinden nicht sofort Lebensenergie bescheren, sondern die rettenden Orbs mehrere Meter entfernt (auch gerne mal hinter angreifenden Feinden) erscheinen. Und dass sich Attacken, Richtungswechsel und Ausweichmanöver nicht flüssig verketten lassen. Auch der schnöde Stampf-Soundtrack und die platte Story samt dickbrüstiger Assistentin und schmierigem Boss tragen nicht zur Motivation bei, genauso wenig wie die stumpfen Sprungpassagen und die nötigen Auflevelobjekte, die Ihr nur dank Eures Cyberauges findet.
Schade um die tolle Comic-Optik, die direkt auf Papier gedruckt werden könnte, schade um die derben Exekutionen und schade um die knallharten Fights gegen Robo-Hund, Riesenbaby (auch in mehrfacher Ausführung) und Ryu Hayabusa selbst.
Tobias Kujawa meint: Mein Gott bin ich frustriert! Nicht, weil Yaiba schon auf Normal hart ist (und das ist es in den späteren Levels wirklich!), der Untertitel verpflichtet! Sondern weil mir viele Fehler die Schnetzelei madig machen. Die Kameraführung ist ein Witz, häufig habe ich in den hektischen Kämpfen keine Ahnung, wo ich bin, teils werde ich nur am Rand eingeblendet. Combos werden nirgendwo erklärt und können nicht vernünftig gecancelt werden. Das Konter-Timing erschließt sich mir auch nach mehreren Stunden Spielzeit nicht. Und die Ladezeit nach dem Ableben ist mit knapp einer Minute echte Folter. Da nutzen auch der coole Grafikstil, pubertäre Witze und Gegnervielfalt nichts. Yaiba legt eine technische Bruchlandung hin. DmC, Metal Gear Rising und Bayonetta sind um Welten besser.
- Special Edition mit Comic, Download-Soundtrack und Kostümen für DoA 5 U
- Retro-Modus nach dem Durchspielen
- schöner Comic-Look
- ultra-miese Kameraführung
Zombie-Metzeln mit Hindernissen: Tolle Optik verliert gegen hakelige Steuerung, schlechte Kamerawinkel und lange Ladezeiten.
| Singleplayer |  | 55 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |