Ulrich Steppberger meint: Bei Laras Neuanfang hat mich viel begeistert, aber auch einiges genervt. Tolle Grafik? Prima. Zwangsbeschallung mit Nora Tschirner (auf Xbox 360)? Hmpf. Feine Erkundungs- und Kletterpassagen? Feine Sache. Dynamische Inszenierung? Auch gerne gesehen. Ballereien, die als solche endlich mal richtig funktionieren? Wurde auch Zeit. Aber in teils dermaßen geballter Form? Hätte nicht sein müssen. Zumal dadurch die Schizophrenie zwischen Bambi-Lara und Rambo-Lara so richtig auffällig wurde. Letztlich fand ich die Mischung aber noch im verträglichen Bereich und das Ergebnis unter dem Strich hochgradig unterhaltsam – das mindestens zweitbeste Tomb Raider nach Anniversary. Mal sehen, ob in ein paar Woche der zweite Durchgang auf Next-Gen-Konsolen nochmal so fesseln kann.
Tobias Kujawa meint: Lara + Insel + Feinde = Spielspaß. Der erzählerische Bruch und das im Vergleich mit den Uncharted-Spielen eintönige Setting machen mir das erste Abenteuer von Frau Croft allerdings ein bisschen madig. Zudem gibt es kaum Rätsel, welche durch ihre Instinkt-Sicht auch noch sehr einfach werden. Trotzdem freue ich mich jetzt auf die Next-Gen-Version. Bis Uncharted 4 kommt.
Matthias Schmid meint: Das beste Actionspiel des Jahres heißt Tomb Raider. Ach quatsch: Es heißt Dead Space 3. Das fehlt in dieser Liste, doch das ist eine andere Geschichte. Warum Tomb Raider rockt? Weil die Welt mit ihren zahllosen Sammelgegenständen zum Forschen einlädt und weil der Mix aus Klettern, Rätseln, Erkunden und Ballern ausgewogen ist, wenn man die vielen Gelegenheiten, die einem besagte Insel bietet, annimmt – dann nämlich ist Tomb Raider beileibe keine stumpfe Schießerei. Und auch die vielzitierte Ambivalenz zwischen weinerlicher Lady und taffer Shooterbraut emfpand ich als überhaupt nicht störend. Für mich hat hier eigentlich alles gestimmt: Bei keinem anderen Spiel des Jahres habe ich mich nach einer Zocksession so sehr aufs Weiterspielen gefreut. Grafik, Story, Steuerung – alles tiptop. Und deshalb werde ich den Titel auf Xbox One auch nochmals durchzocken. Und mich dann auf den Nachfolger freuen.
Oliver Schultes meint: Laras Reboot ist ein Uncharted mit weiblichem Hauptdarsteller – daran beißt die süße junge Abenteuer-Maus keinen Faden ab. Aber: Der offensichtliche Klau ist mir letztlich völlig wurscht. Denn Tomb Raider flutscht in jeglicher Hinsicht: grafisch, spielerisch und in Sachen Balance zwischen Ballern und Erforschen. Die Schauplätze haben im besten Wortsinne enorme Schauwerte, das “Ich will nur noch schnell sehen, was um die nächste Ecke kommt”-Gefühl ist von Beginn an vorhanden. Unterm Strich nicht so poliert wie Uncharted 2&3, aber ein packendes Action-Abenteuer, das gelungen zwischen Action und Erkunden pendelt – und sich nur mit dem saudoofen und unglaubwürdigen Wandel vom schüchternen Mädchen zur Killermaschine ein storytechnisches Bein stellt.
Denis Kuckmann meint: Als Croft-Fan der ersten Stunde stand ich dem Tomb Raider-Reboot zwar äußerst skeptisch gegenüber, hatte jedoch Vertauen in Crystal Dynamics – schließlich erlebte Lara dank der Kalifornier bereits 2006 eine erfolgreiche Wiedergeburt. Mein Vertauen zahlte sich aus: Tomb Raider ist ein verdammt gutes Spiel geworden. Okay, dem Serien-Veteran in mir ist der Rätsel-Anteil zu gering und vom Überlebens-Aspekt hatte ich mir mehr erhofft; der Fokus liegt auf der Action. Aber Donnerwetter, ist die gut! Die cleveren Feinde sprechen sich ab, geben ihren Kameraden Deckung und fallen Lara in die Flanke – selten hatte ich so viel Spaß bei virtuellen Schießereien. Im Vergleich zu Uncharted 2 mangelt es zwar etwas an optischer Abwechslung und auch die humorvolle Art Nathan Drakes gefällt mir besser als die todernste, recht uninspirierte Geschichte der neuen Lara, aber das Gesamtpaket überzeugt. So sehr sogar, dass ichs gleich zweimal durchgespielt habe und es kaum erwarten kann die Next-Gen-Fassung in die Finger zu kriegen. Apropos Next-Gen: Bezüglich des bereits angekündigten Nachfolgers bin ich zuversichtlich, dass es dort wieder etwas mehr auf die grauen Zellen statt auf schnelle Zeigefinger ankommt.
Thomas Nickel meint: Ach, die ewige Ballerei. Eigentlich mochte ich die Reboot-Lara trotz unnötiger Folter- und Gewaltszehen ganz gerne. Aber im Barackendorf habe ich dann das Handtuch geworfen, die endlose Arena-Ballerei ging mir einfach nur noch auf den Senkel. Muss denn im Jahr 2013 alles auf endlose Schießereien getrimmt werden?
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