“Es regnet, es regnet, die Erde wird nass. Wir sitzen im Trocknen, was schadet uns das? Sagt schon ein altes Kinderlied. Und während der Spieler auf der Couch im Trockenen hockt und zockt, muss ein kleiner Junge durch die Straßen einer klammen und verregneten Stadt laufen, um ein Mädchen vor den Kreaturen der Dunkelheit zu retten. Das Besondere daran: Der Junge ist unsichtbar. Nur im Regen zeichnen sich seine Konturen durch das herabperlende Wasser ab. Dieses Grundkonzept erinnert stark an das Wii-Spiel Der Schattenläufer und die Rätsel des dunklen Turms. Dort spielt Ihr ebenfalls einen unsichtbaren Jungen, der nur mithilfe seiner Schatten sichtbar wird.
Leider muss sich rain (ebenso wie der Schattenläufer) den Vorwurf gefallen lassen, das Potenzial, das aus dieser Sichtbar-Unsichtbar-Situation entsteht, nicht auszureizen zudem sind die Schauplätze in der grafisch ganz ansehnlichen Stadt zu eintönig.
Um das Mädchen zu retten, steuert Ihr den Jungen durch eine alte Fabrik, eine verlassene Kirche oder wenig atmosphärische Abwasserkanäle. Erst im letzten Spieldrittel gesellen sich mit einem Zirkuszelt und einer abstrakteren Parallelwelt etwas interessantere Settings hinzu.
Die Steuerung des Jungen ist sehr simpel: Ihr könnt laufen, springen und an bestimmten Objekten Aktionen ausführen. Neben dem Bewältigen einfacher Hüpfpassagen ist es meist Eure einzige Aufgabe, nicht von den Monstern erwischt zu werden. Diese sind ebenfalls nur im Regen sichtbar. Da Ihr sie nicht bekämpfen könnt, müsst Ihr sie umgehen: Lauft z.B. unter ein Vordach, um im Trockenen und damit unsichtbar zu sein. Oder Ihr löst kleine Kombinationsaufgaben und lockt beispielsweise ein hundeartiges Monster durch einen geräuschvollen Sprung in eine Pfütze von einem Eingang weg hinter seinem Rücken schlüpft Ihr dann rasch vorbei.
Viel verlangen Euch diese kleinen Rätsel nicht ab solltet Ihr nach zwei, drei Versuchen trotzdem mal nicht weiterkommen, könnt Ihr Euch einen Tipp einblenden lassen. So oder so: Nach drei bis vier Stunden habt Ihr rain durchgespielt und könnt beim erneuten Anlauf Erinnerungsfetzen sammeln.
Kerstin Mayer meint: rain ist ein nettes kleines Download-Abenteuer, das Euch spielerisch fast nichts abverlangt wobei Abenteuer schon nach zu viel Aufregung klingt, es geht recht gemächlich zu! Die Aufmachung gleicht einem Kinderbilderbuch, bei dem kurze Textpassagen auftauchen. Das wirkt stimmig, die Geschichte selbst war mir jedoch zu infantil. Zudem ließen mich die beiden Figuren, sowohl Mädchen als auch Junge, ziemlich kalt. Die Idee mit dem Unsichtbarsein hätte besser umgesetzt werden können, die meiste Zeit des Spiels ist man im Regen sichtbar, und nur wenn man vor einem Monster flieht, versteckt man sich kurz im Trockenen da wäre viel mehr drin gewesen. Auch ein paar aufregendere Schauplätze hätten dem Spiel gutgetan, es wirkt doch alles zu grau in grau.
Matthias Schmid meint: Da hatte ich mir deutlich mehr erwartet! Natürlich kann nicht jedes ruhig-melancholisch-verträumte Downloadspiel ein Journey sein dass rain aber so belanglos vor sich hin tröpfelt, hätte ich nicht gedacht. Die kleine Geschichte liefert ein paar Antworten, wirft aber keine spannenden Fragen auf soll das unsichtbare Duo doch im Regen herumlaufen! Wo sind die Kopfnüsse, wo die Ah cool da bin ich jetzt nicht gleich draufgekommen-Momente? Stattdessen spult die japanische Entwicklerkooperative ein spielerisch belangloses Programm ab mit ordentlicher Steuerung, nettem Setting und harmloser Story. Richtig gut gefallen haben mir nur der atmosphärische Soundtrack und die aschfahle Anderswelt.
Unspannender Geschicklichkeits-Adventure-Mix mit simplen Rätseln.
| Singleplayer |  | 6 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |