Wer von einem Vampir gebissen wird, muss auch dessen Blut trinken sonst verwandelt man sich einen Ghul! Deshalb stellt Amnesieopfer Eric Bane in sechs Kapiteln einem Blursaugerpaten nach dabei muss er an zahlreichen Wachen vorbeihuschen, Ghuls und Spezialeinheiten bekämpfen. Grafisch genießt Ihr die Comic-artige Cel-Shading-Optik, die stilistisch auffallend an Borderlands erinnert.
Das komplette Abenteuer ist aufs Schleichen ausgelegt, es gibt weder Waffen noch Items: Die Handlung führt Euch durch allerlei mehrstöckige Räume und verzweigte Gänge, in denen Wächter nach dem Rechten sehen. Manche folgen den immer selben Laufpfaden, andere stehen einfach nur in der Landschaft herum je nach Schwierigkeitsgrad variieren ihre Sicht- und Hörweite. Ihr pirscht im günstigen Augenblick von Deckung zu Deckung, schaltet die Gegner mit Nahkampfmanövern aus oder sorgt für Ablenkung: Mit verschiedenen Tricks lassen sich die Wachen von ihren Posten locken, dazu nutzt Ihr lärmiges Levelinventar (z.B. Scherben am Boden) oder Euer Manipulationstalent. Solche Vampirkräfte benötigen einen Schluck Blut Erics Schlürfen alarmiert jedoch nahe Zeugen. Insgesamt kauft und verbessert Ihr 16 Vampirkräfte, darunter Teleporterangriff, Unsichtbarkeit, Sinnestäuschungen und Röntgenblick damit seid Ihr selbst vielköpfigen Sicherheitsmannschaften haushoch überlegen! Etwas verzwickt ist die Mechanik mancher Manöver, z.B. lässt sich der Zeiger für den Teleport oft nur umständlich an die gewünschte Stelle lenken.
Die große Schwäche des Spiels ist die starre Gegner-KI, die Euch niemals überrascht und sich zudem mit frechen Tricks aushebeln lässt: Wer bestimmte Grenzen überschreitet (z.B. Tür), wird nicht mehr verfolgt da kann man einige Szenen auch einfach durchlaufen bzw. in größeren Arealen die letzten Wächter vor dem Checkpoint ignorieren. Akkustisch vermisst Ihr manche Soundeffekte und über weite Strecken untermalen lediglich sphärische Klänge das Geschehen.
Oliver Ehrle meint: Das Xaitainment-Logo sollte man sich merken schließlich will der Middleware-Hersteller auch die PS4 mit seiner Smarter AI beglücken: Doch wer hier auf Schleichspannung wie in Metal Gear Solid hofft, erlebt sein blaues Wunder! Die Wachen reagieren träge, verlieren Euch nach der ersten Ecke aus den Augen und suchen Euch dann nicht mal anständig. Die Vampirtalente ermöglichen bald zahlreiche Kniffe, mangels Gegnerinitiativen wird dadurch das Geschehen aber lediglich einfacher statt komplexer da wünscht man sich Ereignisse, die ein bisschen Dynamik und Herausforderung in die Situation bringen. Mit etwas Geschick braucht Ihr vielerorts nicht mal die alarmierbare Verstärkung fürchten. In Kombination mit den unfairen Tricks kommt Ihr trotz der hakeligen Bedienung flott vorwärts. Daher geht die Motivation bald flöten, zumal die Handlung unspektakulär in Szene gesetzt wird. Die Borderlands-ähnliche Grafik spricht mich an, jedoch muss man schon bei der kleinsten Kamerabewegung arges Tearing ertragen.
- Vampirjagd in 6 Kapiteln
- erreicht Checkpoints mit Schleichen und übermenschlichen Talenten
- viel zu berechenbares KI-Verhalten
- allgegenwärtiges Tearing
Gute Idee, miese Umsetzung: Lahme KI, holprige Handhabung und gestellte Protagonisten vermiesen Euch das Schleichabenteuer.
| Singleplayer |  | 46 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |