Electronic Arts ist (wie andere große Publisher auch) für ihren rigorosen Umgang mit ihren Entwickler-Studios bekannt.
So gar nicht zum Bild des Spiele-Riesen passen da die Aussagen von EA-Labels-Boss Frank Gibeau, die er im Interview mit VentureBeat von sich gab:
“Es ist meine Überzeugung, dass man die besten Spiele von kleinen Teams mit großer Kultur bekommt. Die Entwickler–Kultur ist entscheidend, um Qualität und geistiges Eigentum zu erhalten“, sagte Gibeau. Studios hätten bei EA die Möglichkeit, “weiterhin in ihre Kultur zu investieren, sie zu erweitern und neue Talente einzubringen. Der Trick ist, dass sie sich nicht zu sehr ausbreiten und zu groß werden. […] Das Schlimmste, was man machen kann, ist, sie zu schnell anwachsen zu lassen. “
Dies erklärte er noch genauer: “Eine Verdoppelung der Mannschaft funktioniert nicht – man kann ein Baby nicht doppelt so schnell zur Welt bringen. Ab einem gewissen Zeitpunkt, wenn zu viele Leute an einem Projekt arbeiten, greift das Gesetz des abnehmenden Ertrags. Die Qualität sinkt, wenn es zu schwer wird, es zu verwalten. Besser ist es, eine kleine Mannschaft über einen längeren Zeitraum an einem Spiel arbeiten zu lassen.“
Gibeau sagte, dass EA keine mit Call of Duty oder Ubisoft Montreal vergleichbaren Riesen-Studios habe. Indem man die Teams klein hält, kann man außerdem neue Spiele-Konzepte schneller und zu geringen Kosten ausprobieren: “Sie können neue Projekte mit einem kleinen Team starten, um herauszufinden, ob es einen ‘heißen’ Prototyp ergeben könnte. […] Wenn der Prototyp nicht funktioniert, versucht man etwas anderes. Es ist eine Art ‘kill early, kill fast’, nur die stärksten Ideen überleben.”
“Kill early, kill fast” – dieser in eine Formel gepresste Ideen-Darwinismus passt wiederum durchaus zum Bild von Electronic Arts. Doch bisweilen wendet man diese auch auf Studios oder Arbeitsplätze an. Das Verbraucherportal “The Consumerist” kürte den Publisher übrigens erneut “zum schlechtesten Unternehmem der USA” – zum zweiten Mal.