Nach zwei indizierten Vorgängern, die beide keine separate USK-Version erhielten, schafft es das dritte Army of TWO nun in geschnittener Form (siehe unten) auch in die deutschen Lande. Keine Bange, Ihr verpasst nichts, wenn Ihr die Geschichte der Söldnertruppe TWO bisher nicht verfolgt habt so etwas wie eine Hintergrundgeschichte existiert im Spiel nur am Rande und ist anhand der Eckdaten Mexiko, Drogenkartell und Verrat schnell umrissen.
Spielerisch erwartet Euch ein Third-Person-Shooter ohne viel Schnickschnack. Ihr geht Gears of War-typisch (aber nicht so geschmeidig wie im Epic-Primus) hinter Säulen und hüfthohen Barrikaden in Deckung und ballert auf alles, was Euer Fadenkreuz rot erstrahlen lässt. Eure Feinde setzen sich aus dem typischen Pool aus schreiend rennenden Nahkämpfern, Standardsoldaten, Scharfschützen, Schildträgern und dick gepanzerten Brocken mit MG und Granatwerfer zusammen nicht gerade einfallsreich.
Mit dieser Horde balgt Ihr Euch dann in engen Levelschläuchen, die von mexikanischen Häuserblocks, Felswänden und Lagerhallen begrenzt werden. Koop-Partner werden ab und zu getrennt oder dürfen unter sich ausmachen, wer an die Minigun eines Hubschraubers darf, während der andere zu Fuß weiter muss. Spielt Ihr alleine, entscheidet Ihr für die KI mit. Bei den Ballereien am Boden geht dank Frostbite-2-Engine viel Inventar zu Bruch, sonderlich gut sehen Umgebung und Gegner im Gegensatz zu den beiden Protagonisten aber nicht aus. Auch die Bildrate gerät ins Stocken, wenn gerade eine frische Gegnerwelle zum Angriff bläst.
Wenn Ihr sterbt, dann nicht wegen ausgeklügelter KI-Taktik, sondern aufgrund von im Rücken auftauchenden Feinden, zerbröselnder Deckung oder zielgerichtet geworfener Granaten. Dagegen wehrt Ihr Euch mit einer Vielzahl von Schießprügeln, die Ihr gegen Bares optisch und technisch modifiziert. Eine nicht abschaltbare Zielhilfe nimmt den Gefechten einen Teil ihres Reizes. Für besonders spektakuläre Momente sorgt der Overkill-Modus, den Ihr durch Abschüsse aufladet. Einmal aktiviert, habt Ihr und Euer Partner für kurze Zeit unendlich Munition, müsst nicht nachladen und seid unverwundbar.
Neben dem austauschbaren Setting und den buchstäblich wie im übertragenen Sinne gesichtslosen Charakteren bleibt auch der Sound mit flachen Schussgeräuschen und höhepunktloser Hintergrundmusik blass.
Tobias Kujawa meint: Mit Kumpels und nem Bier macht es doch Spaß! Ich hasse dieses Argument. Mit Freunden und Alkohol bereiten viele Dinge auf einmal Vergnügen, sonst gäbe es keine Bilder von angemalten Besoffenen im Netz. Auf The Devils Cartel passt der Spruch aber wie die Bro-Fist aufs Auge. Denn solo regiert trotz kontrollierbarem KI-Buddy Langeweile und kooperativ mit einem Schützenbruder will sich auch erst Stimmung verbreiten, wenn beide mental in der Lage sind, der langweiligen Story, den stereotypen Charakteren und den 08/15-Gegnern mit bierseliger Gleichgültigkeit gegenüberzutreten. Klar geht die Umgebung schön zu Bruch, klar fetzt der Overkill-Modus. Genau wie nach einem Besäufnis bleibt für mich aber letztendlich nur ein schaler Nachgeschmack auf der Zunge.
- zu zweit im Splitscreen oder online kooperativ spielbar
- Masken-Editor im Spiel enthalten
- 1,5 GB HD-Texturen müssen auf Xbox 360 separat installiert werden
Routinierter Koop-Shooter ohne echte Höhepunkte, der zu zweit Spaß macht, wenn Gears & Co. schon zu oft durchgespielt wurden.
| Singleplayer |  | 60 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |