Weihnachtsurlaub 2011: Das Zimmer ist einfach mies. Mag ja eine hübsche Herberge sein, aber die ganze Zeit zieht der Rauch der Feuerstelle durch die Tür. Wird Zeit für eine andere Bleibe. Aber die Gegend ist toll, vielleicht sollte ich einfach ein Haus kaufen. Hirsche, Wölfe, Bären, Unmengen von Schmetterlingen, in der Ferne die Berge und unmittelbar vor den Toren der Stadt ein Fluss. Nicht zu vergessen die Mammuts, die durch die Tundra ziehen.
Mammuts? Urlaub?
Stop!
Wie eigentlich immer steckt dahinter eine kleine Geschichte, reisen wir also 20 Jahre zurück in die Vergangenheit. Da der DeLorean derzeit defekt ist, müssen wir leider auf die Zeitmaschine der FWAB AG zurückgreifen. Als Kind gab es für mich zwei Arten von Erfahrungen aus der Konserve. Einerseits Bücher und Filme. Dort war ich bereits bei Ronja Räubertochter, ich schaute Bastian bei seinem Weg durch Phantasien über die Schulter, ich war bei Luke auf dem Todesstern. Aber, ich war immer nur dabei, als Beobachter, sozusagen der Geist im Hintergrund. Dabei war doch gerade die Idee in der unendlichen Geschichte so cool. Einmal mittendrin sein, statt den Helden immer über die Schulter zu schauen.
Auf der anderen Seite gab es Videospiele. Aktiv, als zentraler Teil des Geschehens, aber meist ziemlich distanziert. Kein Wunder, waren viele Spiele doch ziemlich abstrakt und die Hintergrundstory, die obligatorischer Weise auf einen Post-It Zettel passte oft so dämlich, dass ich lieber meine eigene erfand. Ich war also dabei, aber nicht richtig drin.
Doch 1993 geschah etwas ganz eigenartiges. Ein Freund hatte mir für mein nagelneues Super Nintendo einen ganzen Stapel Spiele ausgeliehen, darunter auch eines, das ich wegen seiner albernen Kopffüßersprites und der blöden Niedlichgrafik gar nicht spielen wollte. Ich war 13, ich wollte Action, Blut, muskelbepackte Barbaren, haushohe Kampfroboter, aber nicht so einen komischen Kerl in grüner Garderobe. Warum auch immer, irgendwann wanderte besagtes Spiel dann doch in meinen Modulschacht. Hübsche Musik. Würg, da ist der kleine grüne Zappelphillip wieder. Welchen doofen Namen geben wir dir denn? Ok, los geht´s. Mein lächerlicher Held wacht auf, sein Onkel verlässt das Haus, ich folge ihm. Und plötzlich bin ich in dem Geheimgang. MEIN Onkel stirbt und hinterlässt MIR seine Waffe, ICH rette die Prinzessin, Ich bringe sie zu einem Priester, ICH finde ein sagenhaftes Schwert im Wald, ICH rette Hyrule.