Tobias Kujawa meint: Ich war mit den drei normalen Enden von Mass Effect 3 ja völlig zufrieden. Genau wie mit dem gesamten Spiel. Ja, der RPG-Aspekt ist im Vergleich zu Teil 1 sehr klein und die Shooter-Passagen sind im Vergleich zu einem Gears of War nicht wirklich rund. Gefesselt hat mich das letzte Gefecht gegen die Reaper aber dennoch, ich musste einfach alle Aufgaben in der Galaxie wahrnehmen und so lange spielen, bis ich das Ende sehe. Und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt. Auch ohne Extended-Cut!
Matthias Schmid meint: Ich schon viel über die Mass Effect-Serie gespottet – im ersten Teil fand ich die ewigen Fahrstuhlaufenthalte nervig, im zweiten erschien mir der Kampf mit dem Riesen-Terminator unpassend und selbst im dritten Teil sind die Shoot-outs noch lange nicht auf Gears– oder Vanquish-Niveau, auch ein Binary Domain (huch, das gab’s ja 2012 auch noch…) gefällt mir in dieser Hinsicht besser. Dennoch ist mir das Universum mit seinen Figuren sehr ans Herz gewachsen – weil ich Geschichten erleben durfte, die so gehaltvoll, intensiv und erwachsen waren wie in kaum einem anderen Videospiel (z.B. Genophage, Ardat Yakshi). Wenngleich Teil 2 mehr frische Figuren einführte, fand ich Erzählstruktur und Missionsablauf im dritten Teil spannender und besser. Und ich bin froh, dass mit dem Extended Cut nachgebessert wurde. Einen solch übereilten Abschluss hätte diese epische Serie nicht verdient gehabt! Den Zwang zum Mehrspieler-Modus (für das Erreichen des besten Endes) sollte BioWare beim nächsten Mal aber unbedingt streichen…
Ulrich Steppberger meint: Es ist kein reinrassiges Rollenspiel? Mir egal. Es ist kein hochkarätiger Shooter? Mir egal. Denn die Mischung macht’s, und die passt für mich auch beim dritten Teil nicht weniger gut als beim Vorgänger. Zwar haben mir nicht alle Charakter-Gewichtungen zu jeder Zeit gefallen – mehr EDI? Super! Weniger Mordin? Buh! -, aber insgesamt war Mass Effect 3 für mich die erwartet hochkarätige Unterhaltung, die bis zum Schluss nicht langweilig wurde. Das diffuse Hin und Her am Ende hat mich auch nicht weiter gestört, wiewohl der Extended Cut schon einen runderen Abschluss liefert. Als Xbox-360-Shepard, der vom ersten Teil an dabei war, ging mir nur das diesmal etwas unglückliche Disc-Jockeying etwas auf den Geist. Trotzdem: Durchgespielt und für sehr gut befunden!
Oliver Ehrle meint: Normalerweise zocke ich meine Rollenspiele ja immer bis zum Ende, aber bei Mass Effect 3 habe ich bei etwa 60% abgebrochen – und das wird auch nichts mehr, der enttäuschende Abspann wird im Internet reichlich kritisiert. Doch schon der Ablauf der Handlung (Rekrutierung, Palaver- und Frontmissionen) riecht mir nach Schema F, zu viele Elemente gleichen denen der Vorgänger – nicht mal eine neue Kommandobrücke bekomme ich spendiert, ständig laufe ich zwischen den altbekannten Stationen hin und her. Da wirkt Teil drei auf mich stellenweise wie ein Addon zum Vorgänger. Spielerisch hat sich natürlich schon einiges getan, die Scharmützel sind aufregender arrangiert, ich kann Mechs kapern und muss meine Fähigkeiten geschickter einsetzen – wer die beiden Vorgänger noch nicht durch hat, ist hier sicherlich richtig. Mal abgesehen von Pokémon kenne ich aber kaum ein Rollenspiel, das gleichermaßen nahtlos ans Erfolgskonzept der Vorgänger anknüpft: Für Teil 4 wünsche ich mir von BioWare mehr Mut zu Neuerungen und vor allem eine Handlung, die mit dem bekannten Ablauf bricht.
Zum Test geht es hier (PS3/360) und hier (Wii U).