Genie Psycho Soldier, Sie Kensou! Fertig zum Kampf mit nagelneuem Outfit. Warum nimmst du nicht zuerst das Gedöns ab. Es könnte Feuer fangen.
Entschuldigung, aber hält man uns Prügelspieler für so beschränkt, dass man uns idiotisch zusammengewürfelte Schrott-Sätze als Geschichte verkaufen kann? Sowohl im Story-Modus als auch in der Arcade-Variante von KoF XIII begegnen Euch Dialoge, die nicht nur grammatikalisch teils falsch sind, sondern schlicht sinnfrei und blöde passend dazu stolpert Ihr über Schreibfehler und willkürliche Interpunktion. Doch das soll Euch nicht davon abhalten, viel Spaß mit diesem famosen Prügelspiel zu haben. SNK Playmore hat sich die Kritik am Vorgänger (kaum Hintergründe, beschnittene Move-Palette, Online-Lags) zu Herzen genommen und nahezu alle Schwachstellen beseitigt. Das fängt schon bei der Modi-Vielfalt an: Diesmal lernt Ihr in einem kurzen, aber guten Tutorial die Grundzüge der Steuerung, kloppt Euch durch Versus-, Survival-, Time Attack- und Trainingsmodi und nehmt an lagfrei ablaufenden Online-Fights teil. Dazu gesellen sich knackige Missionen, die das Ausführen von Combos verlangen spätestens hier trennt sich die Buttonklopfer-Spreu vom Profi-Weizen, der das framegenaue Timing stundenlang trainiert.
Im Arcade-Modus wählt Ihr Euer Dreier-Team aus Kämpfern, legt die Reihenfolge fest (Wechsel wie bei Marvel vs. Capcom sind wie immer tabu) und prügelt Euch bis zum fiesen Endboss vor Dialoge und Storyfetzen lassen sich wegdrücken und die häufigen Ladezeiten sind immerhin kurz. Ein Kniff erhöht den Wiederspielwert im Arcade-Modus: Wer eine bestimmte Anzahl der eingeblendeten Mini-Aufgaben (drei Hüpfer, 3-Hit-Combo etc.) erfüllt, darf einen anderen Zwischenboss zum Duell fordern. Im Story-Modus schließlich warten zig gezeichnete Standbilder ohne Sprachausgabe die wirren Textdialoge verstehen nur KoF-Jünger, welche die 2003 gestartete Ash-Saga mit all ihren Nebenfiguren auswendig kennen. Nett sind dafür die zahlreichen Story-Verzweigungspunkte, die Ihr nach einmaligem Durchspielen auch vom Menü aus anwählen könnt.
Bleiben noch Kampfsystem und Spielgefühl: Die Guard Attack und andere Eigenheiten von KoF XII wurden gestrichen und durch viele Feinheiten ersetzt. Teil 13 ist zwar immer noch weniger vielgestaltig als BlazBlue, kommt dem legendären SNK-Überspiel Garou aber teils gefährlich nahe: Ihr zündet Specials und Superspecials sowie Neo-Max-Angriffe, führt mit der Hyperdrive-Leiste Cancels aus und aktiviert bei vollem Balken den Hyperdrive-Modus, um noch verheerendere Combos vom Stapel zu lassen. Die Steuerung ist punktgenau und die Abfrage der Buttoneingaben fair, aber nicht zu großzügig hinzu kommt dank mehrerer Sprungvarianten und der Sprintfunktion eine hohe Beweglichkeit aller Prügelknaben.
+ 33 Kämpfer zur Auswahl
+ sehr schöne Hintergründe
+ schicke Deluxe Edition mit Bonus-Art-CD
+ für Vorbesteller gab es den kompletten Soundtrack
– Warum hat das nicht schon bei King of Fighters 12 geklappt?
– Einsteiger sind gern mal überfordert
Matthias Schmid meint: Wow! The King of Fighters XIII geht glatt als SNK Playmores bestes Spiel seit der Wiederauferstehung aus der Asche von SNK durch Collections und Re-Releases mal ausgenommen. Die zahlreichen Makel des beschnittenen Zwölfers (u.a. ohne Mai und K) wurden behoben heraus kommt ein tadellos steuerbarer Klopper, der sich den Prügelchamps Street Fighter IV und BlazBlue nur knapp geschlagen geben muss. Die Hintergründe sind größtenteils bildschön und glänzen mit witzigen Animationen. Die Sprites sind toll animiert, jedoch niedriger aufgelöst als in BlazBlue das sorgt für Retro-Feeling. Das tiefgründige Kampfsystem mit drei Energieleisten, verschiedenen Sprüngen, zig Specials und obendrein dem Hyperdrive-Modus erfordert ein hohes Maß an Trainingsbereitschaft und schafft eine Kluft zwischen Gelegenheitsspielern und Profis auch das erinnert an alte Zeiten. Zum Schluss verdienen der rockige Soundtrack und der coole Farben-Editor ein gesondertes Lob!
Preiswerte Prügelperle mit cool gezeichneten Figuren und anspruchsvollem Kampfsystem – viel besser als Teil 12.
| Singleplayer |  | 85 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |