Es ist wieder die Zeit der Quartalszahlen. Das heißt, für MTV Games hat sich die Zahlenschieberei erübrigt: Viacom hat den Spiele-Publisher aufgelöst. Der internationale Hauptsitz von MTV Games in London wurde am Mittwoch geschlossen. Erst vor einem Monat hatte Viacom das Entwicklerstudio Harmonix verkauft (wir berichteten).
Während die Wirtschaftskrise wütet, sorgt bei Großkonzernen wie Sony zumindest die Videospiel-Sparte für schwarze Zahlen. Der Multimedia-Riese verzeichnete für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen operativen Gewinn von 137,5 Milliarden Yen (etwa 1,22 Milliarden Euro). Das sind 5,9 Prozent weniger als im Vorjahresquartal (146,1 Milliarden Yen). Allerdings stieg der operative Gewinn des Unternehmensarms Networked Products & Serivces, zu der auch das PlayStation-Geschäft zählt, um 137 Prozent auf 19,5 Milliarden Yen (173,7 Millionen Euro).
“Das Spielegeschäft profitierte von deutlichen Kostenreduzierungen der PlayStation-3-Hardware und höherer Verkaufszahlen der PS3-Software”, so Sony in einer Stellungnahme. Der Konzert rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Absatz von insgesamt 15 Millionen PS3-Konsolen. Im Vorjahr waren es immerhin 13 Millionen Stück. Für die PlayStation 2 sowie die PSP erwartet der Konzern sinkende Absatzzahlen. Was Software-Verkäufe angeht, rechnet Sony kaum mit Veränderungen. Im Vorjahr wurden insgesamt 195,7 Millionen Spiele an den Mann gebracht, so werde es auch in diesem Jahr laufen.
Namco-Bandai verdankt seine positiven Ergebnisse in erster Linie guten Verkäufen von Tekken 6, Ultimate Alien und Gods Eater Burst. Der Gewinn des Unternehmens lag zum 31. Dezember bei 288 Millionen Yen (2,57 Millionen Euro). Das sind 1,8 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Der operative Gewinn nahm um 253 Prozent zu und lag am Jahresende bei 16,6 Millionen Yen (147.887 Euro).
Tekken 6 knackte im dritten Quartal die Millionen-Marke und liegt bei mittlerweile 1,08 Millionen verkauften Exemplaren, gefolgt von Ultimate Alien (490.000 Einheiten), Gods Eater Burst (460.000) und Gundam Musou 3 (430.000).
Auch Sega erzielte die größten Erfolge mit seinem Publishing-Arm. Verkäufe des Konzerns stiegen um 8,7 Prozent auf 310 Milliarden Yen (2,76 Milliarden Euro), der Gewinn lag bei 63 Milliarden Yen (561 Millionen Euro) – 118,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Publishing-Arm allein sorgte für ein Einkommen in Höhe von 67,4 Milliarden Yen (600,5 Millionen Euro) und einen Gewinn von 2,8 Milliarden Yen (24,9 Millionen Euro).
Der erfolgreichsten Sega-Titel im dritten Quartal: Sonic Colours mit 1,85 Millionen verkauften Exemplaren, gefolgt von Vanquish (820.000) und Football Manager 2011 für PC und PSP (690.000).