Auf der gestrigen Kabinettssitzung hat die bayerische CSU/FDP-Regierung erneut das Ziel ausgegeben, den Jugendmedienschutz zu verschärfen. Bereits in den vergangenen Tage waren Innenminister Herrmann und Familienministerin Haderthauer (siehe Bild) verstärkt in den Medien präsent mit ihren Forderungen und Kritik an den aktuellen Prüfungsverfahren.
Christine Haderthauer beklagt sich vor allem darüber, dass ein von der USK geprüftes Spiel nicht mehr nachträglich indiziert werden kann. Das solle wieder geändert werden, außerdem müsse die Einspruchsfrist gegen USK-Entscheidungen von zehn Tagen verlängert werden. Weiter fordert die Ministerin, dass die Prüfungskriterien der USK verschärft werden – insbesondere, in puncto Suchtgefahr. Hier kommt u.a. World of Warcraft ins Visier, das die rüstige Jugendschützerin am liebsten erst ab 18 oder gar nicht mehr sehen will.
Erneut geflissentlich irgnoriert werden bei diesen Forderungen diverse Tatsachen, was das Prüfverfahren angeht: Speziell, dass stets ein Vertreter von Nordrhein-Westfalen dabei ist, der ein Veto-Recht hat – scheint an Frau Haderthauer vorbeigegangen zu sein – ob versehentlich oder bewusst, darüber kann man spekulieren.
Weitere angedachte Maßnahmen: Der Einsatz minderjähriger Testkäufer (was vor einigen Monaten beim gleichen Vorschlag der Bundesministerin von der Leyen noch für Proteste sorgte), das Verbot gewaltverherrlichender Spiele (steht längst so im Gesetz) und eine Stärkung der allgemeinen Medienkompetenz (was gerne bei Landesministern anfangen dürfte).