Deutscher Computerspielpreis
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Max Snake vor vor 15 Jahren, 7 Monaten aktualisiert.
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1. Mai 2010 um 10:57 #897289
SaldekTeilnehmerSeltsam das auf Maniac.de über Spacer Invaders Schmuck oder schlüpfrige jap. Tittenspiele im 20% Bereich berichtet wird, der Dt. Computerspielpreis aber keinerlei Erwähnung findet.
Was haltet ihr davon? Es gab ja einige Querelen bezüglich der Preisvergabe dieses Jahr. Ist der Preis eine Farce? Die finale Entscheidung für die Preisvergabe soll hauptsächlich bei Politikern und Vertretern des Jugendschutzes liegen, nicht bei Branchenkennern. Dementsprechend wurde dieses Jahr schlicht kein Preis “Bestes Internationales Spiel” vergeben, da alle Spiele mit geringfügigem Gewaltpotenzial wohl unerwünscht sind. Bzw wird nach Kritik seitens der Industrie jetzt hastig ein Spiel nachnominiert, neben Uncharted 2, Dragon Age und Prof. Layton, die aus verschiedenen Gründen nicht gewinnen dürfen.
Auf der einen Seite ist dieser Preis sicherlich sinnvoll um den Markt zu pushen und die Akzeptanz dem Medium gegenüber zu erhöhen. Die insgesamt 600.000 Euro spielen dabei eine deutlich unwichtigere Rolle als die symbolische Anerkennung. Gerade hier finde ich die Politik aber doppelgesichtig, wenn sich z.B. Seehofer durch Abwesenheit wiederholt klar vom Medium distanziert. Hier sollte man die Preisverleihung liberaleren Bundesländern überlassen wie NRW oder Sachsen.
Auch stärkt man eine so vielseitige und lebendige Branche nicht, indem man nur politisch mustergültige Lernspielchen prämiert. Was um Himmels Willen bringen Nominierungen/ Preise für Spiele wie Capt´n Sharky, WeWaii, das große Sarah Wiener Kochspiel oder Experimente? Diese Spiele haben weder großen kulturellen Wert noch sind sie branchenrelevant. Weder in Deutschland und erst recht nicht international.
Die sollen sich mal entscheiden was sie wollen. Die Spiele sollen “pädagogisch und kulturell wertvoll” sein.
Pädagogisch wertvoll sind die wenigsten. Aber auch die wenigste Musik, Filme usw sind pädagogisch wertvoll. Wie sähe eine Echo-Preisverleihung nach diesen Kriterien aus? Und wie sähe eine Berlinale aus, wenn nur pädagogisch wertvolle Lernfilme nominiert würden? Ohne so streitbare Werke wie The Killer Inside Me und unzählige andere? Hier werden unterschiedliche Maßstäbe angelegt, die eben zeigt das die Games-Kultur NICHT respektiert & anerkannt wird.Damit wären wir beim zweiten Kriterium “kulturell wertvoll”. Dazu möchte ich nur sagen, wenn man Computer- und Videospiele als Kulturgut anerkennen möchte, darf man das Medium nicht durch die politische Korrektheitsbrille betrachten. Gewaltanteile befinden sich in vielen Spielen, wenn auch in deutlich unterschiedlicher Ausprägung. Wenn selbst diverse Rollenspiele nicht gewürdigt werden können, dann sollte man auch keinen Preis verleihen. Kulturell wertvoll sind World of Goo, Braid, SF4, Assassins Creed, Machinarium und unzählige andere. Denn das gesamte Medium in seiner Vielseitigkeit ist Kulturgut und damit kulturell wertvoll. Politische Korrektheit dagegen war medienübergreifend nie ein Kriterium für ein wertvolles Kulturgut.
1. Mai 2010 um 11:00 #931144
SaldekTeilnehmerHier auch ein Artikel der Welt:
http://www.welt.de/webwelt/article7376422/Peinliche-Posse-um-Deutschen-Computerspielpreis.html
1. Mai 2010 um 21:42 #931145
captain carotTeilnehmerGanz ehrlich: Es interessiert mich nicht mehr, weil es ein Witz ist. Nennt es doch Kindercomputerspielpreis, dann passt es. Alleine schon wie im Zeit-Artikel Mirror´s Edge abgehakt wird. Dabei kann man das ganze Spiel problemlos durchzocken, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern. Uncharted, gut, es ist virtuelles Popcornkino, aber vom Feinsten. Und sicher nicht brutaler als manch gefeierter Film, eher harmloser.
Aktuell kann man diesen Preis einfach nicht ernstnehmen.
2. Mai 2010 um 11:28 #931146
bitt0rTeilnehmerInzwischen ist es mir vollkommen egal, ob Spiele als Kulturgut anerkannt werden oder nicht. Ich spiele einfach.
Und solche Preisverleihungen finde ich generell lächerlich. Egal, um welche es sich handelt. Braucht kein Mensch.2. Mai 2010 um 16:38 #931147
SaldekTeilnehmerDa kann ich dir nur zustimmen. Diese ganze polit. Diskussion um Killerspiele, Kulturgut usw wird hauptsächlich von denen geführt die sich für das Medium nie interessiert haben. Zocker und Designer interessiert es nicht wirklich wie der offizielle Status des Mediums ist. Und von denen werden Wettkämpfe organisiert oder Spiele entwickelt, dort entsteht die Gameskultur mit Retrokunstwerken oder Indie-Entwicklungen.
Die ganze Diskussion erinnert mich an den gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema Sexualität in den 50ern. Da versucht eine rückwärtsgewandte, prüde und weltfremde Pseudo-Elite etwas zu verleugnen und zurechtzubiegen was nicht nur unumstößliche Realität ist, sondern wohl auch gar nicht so schlecht…
Einen internat. richtig gut organisierten Preis würde ich aber gut finden. Z.B. auf dem Independent Games Festival und dann noch einen auf kommerzieller Ebene.
3. Mai 2010 um 10:48 #931148
Max SnakeTeilnehmerIrgendwie habe die Jury nicht begriffen wo wir sind. Kann ich bestimmt vorstellen, dass auch ein Prügelspiel trotz ab 12 Jahren nicht nomeniert wird, weil da geprügelt wird.
edit. Hier ein Bericht von SB http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=2023
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